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Krebs in Europa: "Es gibt noch zu viele Tote!"

Krebs in Europa

   

 - Krebs in Europa
Heutzutage in Europa an Krebs zu erkranken ist kein unbedingtes Todesurteil mehr, richtig? 
GordonMcVie: Absolut. Das gilt aber überall: Wenn der Krebs frühzeitig entdeckt wird, und wo dann sofort operiert und Chemotherapie eingesetzt wird, sind die Überlebenschancen sehr groß. Heutzutage haben wir ja sogar schon Impfungen gegen gewisse Krebskrankheiten wie Gebärmutterkrebs, es gibt immer bessere Behandlungsmethoden und verfeinerte Techniken. Aber trotzdem muß man am richtigen Ort dafür sein.

Was meinen Sie mit Ort, das richtige Krankenhaus? Der richtige Wohnort? das richtige Land? 
Gordon McVie: Alle gleichermassen. Die Qualitätsunterschiede von Land zu Land, Ort zu Ort und Klinik zu Klinik sind dramatisch. Zum Beispiel bei der Strahlentherapie: Mit der heutigen Technik muss es dabei keine furchtbaren Nebenwirkungen geben. Aber in manchen Kliniken stehen dafür Apparate, die 30 Jahre alt sind und viel zu ungenau arbeiten. Sie bestrahlen nicht nur den Tumor, sondern auch gesunde Zellen. Und die Menschen leiden dann an Erbrechen und Inkontinenz. 
 
Gibt es einen europäischen Vergleich? Wo gibt es die meisten Krebserkrankungen? 
Gordon McVie: Ja, diese Vergleiche gibt es immer wieder. In Schottland und Irland gibt es etwa die meisten Menschen mit Lungekrebs, auch wenn die osteuropäischen Länder gerade steigende Zahlen haben. Rauchen mit Filter ist dort etwas für Weicheier. Viel wichtiger ist es aber zu vergleichen, wieviele Menschen den Krebs dann überleben. Großbritannien schneidet da richtig schlecht ab. Deutschland bildet mit Italien und Frankreich das obere MIttelfeld. Richtig gut sind die Niederlande und skandinavischen Länder. 

Warum schneiden die Länder so unterschiedlich ab? Was sind die Hauptprobleme?  
Gordon McVie: Schlechtes Gesundheitsmanagement, eindeutig. Das führt in den meisten Ländern zu den hohen Todesraten. Entscheidungen werden lediglich auf Grundlage von Kostenkalkulationen getroffen. Das ist eine Verachtung! 

Die Zahl der Krebstoten könnte in Europa also niedriger sein?  
Gordon McVie: Natürlich - aber eben nur, wenn die vorhandenen Behandlungen auch allen Patienten zugänglich gemacht würden. Tausende könnten dann gerettet werden und müssten nicht unnötig sterben.

In Ihrem Magazin, dem European Cancer Journal setzen Sie sich deshalb für die Liberalisierung der Gesundheitsversorgung in der EU ein.
Gordon McVie: Genau. Jeder Mensch in Europa sollte Zugang zur neusten Technologie und Behandlungsmethoden haben, jede Impfung, jede neuartige Therapie oder Operationstechnik sollte zugänglich sein - egal, wo man wohnt.  Kürzlich hat das EU-Parlament eine Anhörung dazu abgehalten. Eine Frau aus Belgien wollte in Paris eine Krebstherapie bekommen, aber ihre Krankenversicherung weigerte sich, diese zu bezahlen, weil sie nicht in Belgien stattfand. Aber in Belgien gibt es diese Therapie nicht. Das muß sich ändern.

Was steht dem entgegen? 
Gordon McVie: Nun ja, schlicht die Gesetze. In vielen Ländern zahlt die Krankenversicherung keine Behandlungen in einem anderen EU Land. In anderen schon, Dänemark zum Beispiel. Dort muss ein nationales Expertengremium darüber entscheiden. Wenn dieses zustimmt, zahlt die Versicherung, egal wo der Patient behandelt wird.

Wie unterschiedlich sind die Menschen in Europa für Krebs sensibilisiert? 
Gordon McVie: Das variiert sehr. In Großbritannien haben die Medien sich sehr früh dem Thema angenommen und viel dazu beigetragen, dass die Menschen informiert sind. Brustkrebs zum Beispiel ist ein großes, beinahe populäres Thema geworden. In Frankreich ist Krebs so langsam auch salonfähig geworden. Aber in Italien etwa sprechen die Menschen überhaupt nicht darüber, es ist ein richtiges Tabu.

Steigert die mangelnde Aufklärung auch das Risiko an Krebs zu erkranken? 
Gordon McVie: Es gibt Untersuchungen, dass es eher mit der sozialen Schicht zu zu tun hat. Dies wurde erstmals im aufgeklärten Großbritannien belegt, in Glasgow, wo ich herkomme. Menschen ohne Arbeit, die in armen Verhältnissen leben, sich ungesund ernähren und das bißchen Geld, das sie haben für Alkohol und Zigaretten ausgeben, haben ein hohes Risiko an Krebs zu erkranken. Und wenn sie krank werden, sind die Heilungschancen oft auch geringer. Umso schlimmer ist dann, dass dieser ungesunde Lebenswandel auch "vererbt" wird und die nächste Generation genauso weitermacht.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!




  
 

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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 02/10/2010
Die Lesernote:5/5 
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