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Schockdiagnose Morbus Crohn: Betroffene berichten

 


Eine Kämpfernatur: Sarah (24) lässt die Krankheit nicht ihr Leben bestimmen.
Eine Kämpfernatur: Sarah (24) lässt die Krankheit nicht ihr Leben bestimmen.
Sarah (24) weiß, was sie will. Sie möchte Raumausstatterin werden und lässt sich auch durch ihre Erkrankung, die sie seit gut einem Jahr begleitet, nicht davon abbringen. Und das, obwohl sie aufgrund der Darmerkrankung die Ausbildung in ihrem alten Betrieb nicht mehr fortsetzen konnte und sogar ihre Abschlussprüfung auf unbestimmte Zeit verschieben musste. Diese will sie nun im Sommer nachholen – ohne Ausbildungsbetrieb. "Für mich hat sich durch die Krankheit meine Lebenseinstellung geändert. Man sollte versuchen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, und die Chancen nutzen, die sich einem bieten“, sagt Sarah optimistisch.

Der Monat, der Sarahs Leben schlagartig veränderte: Februar 2011. Über mehrere Wochen hinweg litt sie unter Magen-Darm-Krämpfen, hinter denen zunächst die Auswirkungen eines grippalen Infekts vermutet wurden. Aber Sarahs Zustand verschlechterte sich zunehmend, und nach einem Darmverschluss mit anschließender Not-OP wurde bei der heute 24-Jährigen Morbus Crohn diagnostiziert – und das, als sie kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung stand. Nach einem operativen Eingriff, bei dem ca. 15 cm von Sarahs Darm entfernt wurden (das sog. terminale Ileum), war sie vor allem erleichtert, keine Schmerzen mehr zu haben.

Doch dass die Erkrankung sie ein Leben lang begleiten würde, war ihr damals noch nicht bewusst. So versuchte sie sogar, zuerst ohne medikamentöse Unterstützung zurechtzukommen, was sich allerdings schon mit dem nächsten Schub änderte: "Da begriff ich, dass ich chronisch krank bin und mein Leben anpassen muss“, sagt Sarah rückblickend. "Ich begann, Medikamente zu nehmen, um den Morbus Crohn und die Begleiterscheinungen in den Griff zu bekommen. Die kommenden Monate hatte ich immer wieder Beschwerden wie Abszesse. So wurde mir beispielsweise klar, dass langfristige Planungen wie etwa Fernreisen nicht mehr so leicht möglich sind, sondern mehr Spontaneität gefragt ist. Mittlerweile habe ich mich aber gut auf den Alltag mit der Erkrankung eingestellt. Auf dem Weg dorthin haben mich meine Freunde begleitet, die mir durch erste Treffen nach der Diagnose und der OP ein Stück Normalität ins Leben zurückgebracht haben. Um jeden Tag bestmöglich zu gestalten, gehe ich viel raus und hole mir Inspirationen zu anderen Themen, die nichts mit der Krankheit zu tun haben.“

Nach der Diagnose spendeten Sarah vor allem ihr Partner, enge Freunde und die Familie die nötige Kraft – besonders als feststand, dass sie im Zuge der Ereignisse ihre Abschlussprüfung nicht ablegen können würde. Denn ihr ehemaliger Arbeitgeber reagierte wenig verständnisvoll auf die Erkrankung und fragte bereits kurz nach der Operation, wann sie wieder zur Verfügung stünde. Deshalb verließ Sarah das Unternehmen und entschied sich nach Beratung durch die IHK, die Ausbildung eigenständig - ohne Betrieb im Rücken - abzuschließen.

Eine Entscheidung mit Folgen: Denn ohne Ausbildungsbetrieb darf Sarah keine Berufsschule besuchen und muss sich die Theorie selbst beibringen. Zudem bestand die einzige Möglichkeit, sich das nötige praxisbezogene Wissen anzueignen, über externe Praktika – bei Betrieben, die Verständnis für ihre Situation aufbringen mussten. So wie bei einer ehemaligen, mittlerweile selbstständigen Kollegin, in deren Werkstatt sich Sarah nun auf die praktische Prüfung vorbereiten kann.

Doch auch finanziell machte sich das Fehlen eines Ausbildungsgehalts schnell bemerkbar, denn für alle benötigten Prüfungsmaterialien in Sarahs Branche kommen schnell mehrere tausend Euro zusammen. "Ich habe im Internet nach Hilfe gesucht und bin schließlich auf das Stipendienprogramm der 'Stiftung Darmerkrankungen' gestoßen. Da habe ich mich um das Stipendium beworben – und es hat geklappt!“ berichtet Sarah glücklich.

Ihren Abschluss wird sie nun in diesem Sommer nachholen. Sarah weiß, dass Morbus Crohn eine Einschränkung für ihren körperlich anstrengenden Job bedeuten kann und möchte sich als ausgebildete Raumausstatterin langfristig eher auf die Beratung und den Verkauf spezialisieren, als praktisch zu arbeiten. Dennoch geht sie offen mit der Krankheit um und will diese auch bei Bewerbungsgesprächen nicht verschweigen. "So kann mir niemand den Vorwurf machen, ich wäre nicht aufrichtig gewesen, wenn ich deshalb krankheitsbedingt ausfallen sollte. Denn jeder wüsste von Anfang an Bescheid“, zeigt sich Sarah selbstbewusst.

Sarah ist eine junge Frau, die trotz der chronischen Erkrankung aktiv an der Verwirklichung ihrer Träume arbeitet. Ihr Einsatz und Wille können vielen Menschen als Vorbild dienen, denn auch wenn sie sich von der Öffentlichkeit einen wesentlich positiveren Umgang mit Morbus Crohn wünscht, weiß sie, dass es jeder Mensch letztlich selbst in der Hand hat, sein Leben erfolgreich zu gestalten – ob beruflich oder privat: "Vielleicht sollte die Allgemeinbevölkerung noch besser darüber aufgeklärt werden, dass die Krankheit zwar schlimm und schmerzhaft sein kann, aber ganz gut kontrollierbar ist – vor allem mit der richtigen Behandlung. Wer daran erkrankt ist, sollte sich Rahmenbedingungen schaffen, in denen er sich wohlfühlt, und positiv in die Zukunft blicken. Denn Stress und Druck machen nicht glücklich, sondern rufen immer entsprechende Reaktionen hervor – bei Menschen mit Morbus Crohn meist leider in Form eines Schubes“, meint Sarah abschließend.

> Lesen Sie weiter: Katharina (28) über ihre Erfahrungen mit Morbus Crohn




  
  

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Veröffentlicht von
am 19/06/2012
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