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Nahrungsmittel­unverträglichkeit: Wenn Milch & Co. zum Problem werden

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 27. Juni 2017

"Danke, aber das kann ich nicht essen!"

Immer häufiger hört man Sätze wie: "Den Käsekuchen kann ich leider nicht essen, da ist Milch drin" oder "Pasta vertrage ich irgendwie nicht so richtig". Scheinbar leiden heutzutage immer mehr Menschen an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit und müssen dadurch auf Milcherzeugnisse, Getreide oder Früchte verzichten.

Aber ist das tatsächlich so? Vertragen wir wirklich weniger Lebensmittel als noch vor ein paar Jahren? Fakt ist, dass nur etwa drei bis vier Prozent der Deutschen an einer Lebensmittelunverträglichkeit leiden. Im Vergleich dazu: Heuschnupfen haben etwa 15 bis 20 Prozent der Deutschen.

Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie?

Unter den Begriff Nahrungsmittelunverträglichkeit werden alle Beschwerden gefasst, die nach dem Verzehr von Lebensmitteln auftreten, das heißt sowohl die Nahrungsmittelallergie und als auch die Nahrungsmittelintoleranz. Wobei die Intoleranz oft nur eine Unverträglichkeit aufgrund eines Enzymmangels ist, wie z.B. bei der Laktoseintoleranz. Anders bei der eher seltenen Nahrungsmittelallergie: Hier spielen sich die typischen allergischen Reaktionen im Körper ab.

Typische Symptome einer Nahrungsmittelunverträglichkeit

Bauchschmerzen, Durchfall aber auch Juckreiz, Rötungen und Nesselsucht sind die klassischen Symptome einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Welche Symptome auftreten und wie stark sie sind, ist individuell sehr unterschiedlich. Habt ihr den Verdacht, dass ihr an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet, solltet ihr ein Ernährungstagebuch beginnen und darin notieren, wann und welche Beschwerden aufgetreten sind und was ihr vorher gegessen habt. Das zeigt ihr dann eurem Arzt, der mithilfe von Tests herausfinden kann, was euch fehlt.

Die Therapie einer Nahrungsmittelunverträglichkeit

Egal ob Laktoseintoleranz oder Probleme nach dem Verzehr von Obst: In der Regel wird eine Nahrungsmittelunverträglichkeit mit dem Vermeiden der Lebensmittel behandelt. Im Fall der Laktoseintoleranz gibt es mittlerweile auch Tabletten mit dem Enzym, die ihr zusammen mit dem Stück Käsekuchen oder dem Sahneeis einnehmt. Eine Heilung gibt es nicht, manchmal bessern sich die Beschwerden jedoch, wenn ihr die Lebensmittel eine Weile konsequent von eurem Speiseplan gestrichen habt.

Was ist eine Laktoseintoleranz?

Die Laktoseintoleranz ist die Nahrungsmittelunverträglichkeit Nummer Eins. Darauf hat auch die Lebensmittelindustrie längst reagiert. Immer mehr Supermärkte bieten ein großes Sortiment an laktosefreien Lebensmitteln an. Nötig ist das allerdings in den wenigsten Fällen. Die meisten Menschen mit einer Laktoseintoleranz vertragen Milch und Milchprodukte durchaus in kleinen Mengen. Was und wie viel vertragen wird, muss nach und nach herausgefunden werden. Joghurt beispielsweise ist sehr gut verträglich, ebenso wie Quark. Und Schnittkäse ist quasi frei von Laktose.

Bei der Laktoseintoleranz handelt es sich um einen Enzymdefekt. Nicht vertragen wird der in Milch und Milchprodukten vorhandene Milchzucker, die Laktose. Um die abzubauen benötigt der Körper das Enzym Laktase. Wird das nicht ausreichend produziert, dann sind Bauchschmerzen schnell die Folge.

Neben der Laktoseintoleranz kann Milch eine weitere Nahrungsmittelunverträglichkeit hervorrufen, die Milcheiweißallergie. Die hat ähnliche Symptome, wird aber wie der Name schon sagt durch das Eiweiß hervorgerufen. Menschen, die an dieser Allergie leiden, müssen Milch und Milchprodukte vollständig meiden, auch laktosefreie. Betroffen sind oft Kinder, allerdings verschwindet die Milcheiweißallergie in vielen Fällen bis zum Schuleintritt ganz von allein.

Was ist eine Fruktoseintoleranz?

Nie wieder Erdbeeren oder Weintrauben? Wer an einer Fruktoseintoleranz leidet, der verträgt den Fruchtzucker nicht, der in Obst und Gemüse vorkommt. Die Folge sind Verdauungsstörungen wie Blähungen und wässriger Durchfall.

Bei der Fruktoseintoleranz wird zwischen einer erblichen Stoffwechselerkrankung, die von Geburt an besteht und einer Malabsorption unterschieden. Die Malabsorption ist häufiger und von Ausmaß und Symptomen sehr unterschiedlich. Sie tritt im Laufe des Lebens auf. Hier sollte man individuell ermitteln, welche Lebensmittel gut vertragen werden und welche nicht. Oft sind nicht alle Obst- und Gemüsesorten tabu, sondern nur die mit einem hohen Fruchtzuckeranteil, wie Trockenfrüchte, Weintrauben oder Kirschen.

Was ist Zöliakie?

Wenn Gluten im Darm für Aufruhr sorgt, dann spricht man von der Krankheit Zöliakie. Gluten ist ein in vielen Getreidesorten vorkommendes Klebereiweiß. Betroffen sind die Getreidesorten Weizen, Roggen, Gerste, Grünkern oder Dinkel. Hafer kann verträglich sein, wenn das Getreide unter strengen Richtlinien angebaut und verarbeitet wird.

Menschen mit einer Zöliakie müssen alle glutenhaltigen Lebensmittel meiden, da der Verzehr die Darmschleimhaut dauerhaft schädigt. Mittlerweile gibt es jedoch viele Lebensmittel speziell für diese Zielgruppe, so dass auch glutenfreies Brot, Kuchen oder Nudeln in größeren Supermärkten oder im Netz zu finden sind.

Neben der Zöliakie wird bei immer mehr Menschen eine Weizenunverträglichkeit diagnostiziert. Die ist nicht mit einer Zöliakie vergleichbar und verschwindet in vielen Fällen von selbst, wenn die Betroffenen Weizenprodukte eine Weile meiden.

Was ist eine Histaminintoleranz?

Laufende Nase, Hautrötungen oder Juckreiz - manche Menschen leiden nach dem Verzehr von Rotwein, Weizenbier oder Ketchup an einer sogenannten pseudoallergischen Reaktion. Schuld ist das in diesen Lebensmitteln vorkommende Histamin. Beim gesunden Menschen wird Histamin mithilfe von Enzymen ganz ohne Probleme abgebaut. Bei etwa jedem 100. Deutschen funktioniert dieser Abbau jedoch nicht richtig und Beschwerden wie Juckreiz, Hautrötungen, eine laufende Nase oder Magen-Darm-Probleme sind die Folge.

Zu den histaminreichen Lebensmitteln gehören geräucherte und eingelegte Produkte, reife Käsesorten, Rotwein, Bier oder Essig. Bei einer Histaminintoleranz hilft es nur, wenn ihr die entsprechenden Lebensmittel meidet, die die Beschwerden auslösen.

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von der gofeminin-Redaktion
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