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Hormon, Kalender, ZervixschleimNatürliche Verhütung: Darauf sollten Sie achten! | |||||||||
Die meisten natürlichen Verhütungsmethoden basieren auf einer genauen Beobachtung des eigenen Körpers und erfordern nur wenige Hilfsmittel; dennoch bleiben oft Zweifel um die Sicherheit. Wir zeigen Ihnen hier, welche Methoden zur natürlichen Verhütung es gibt und worauf Sie achten sollten. Natürliche Verhütung: Wie sicher ist das? Natürliche Verhütung ist in puncto Sicherheit nicht mit anderen nicht-natürlichen Verhütungsmethoden vergleichbar. Wird eine dieser natürlichen Verhütungsmethoden (besser noch eine Kombination aus beiden) diszipliniert durchgeführt, kann die natürliche Verhütung dennoch gute Ergebnisse erzielen.
Der Vorteil der natürlichen Verhütung liegt zum einen darin, dass nicht in den Hormonhaushalt eingebriffen wird. Zum anderen wird die Wahrnehmung der Abläufe im eigenen Körper geschult. Die grundlegenden Vorgänge im menschlichen, explizit im weiblichen Körper, sind von der Natur hervorragend ausgerichtet. Die meisten Frauen erleben durch die Nutzung natürlicher Verhütungsmethoden nicht nur die Kontrolle über die fruchtbaren Tage und ein verbessertes Wohlbefindens während des Zyklus, sondern häufig sogar ein deutlich verändertes Verhältnis zum eigenen Körper. Natürliche Verhütungsmethoden sind vor allem deswegen unsicherer als die Einnahme von Hormonpräparaten, da sie leicht durch unregelmäßige Lebensgewohnheiten wie Schichtdienst oder wenig Schlaf, aber auch Alkohol- und Medikamenteneinnahme sowie diverse Erkrankungen mit Fieber beinflusst werden können. Auch auf Reisen und in stressigen Zeiten kann der natürliche Zyklus unregelmäßiger werden, was die Zuverlässigkeit der natürlichen Verhütungsmethoden einschränken kann.
Die Basaltemperatur-Methode, als eine der am meisten verbreiteten natürlichen Verhütungsmethoden, kann mit oder ohne Computer stattfinden. Am Morgen, vor dem Aufstehen, sollte möglichst immer zur gleichen Zeit und nach mindestens sechs Stunden Schlaf die Temperatur gemessen und in eine Temperaturtabelle eingetragen werden. Bei regelmäßiger Messung wird eine Kurve sichtbar, die einen geringen Temperaturanstieg um rund ein halbes Grad zeigt, die bis zur nächsten Menstruation anhält. Etwa einen Tag nach dem Temperaturanstieg findet der Eisprung statt und die Frau ist am fruchtbarsten. Ab dem dritten Tag der erhöhten Temperatur bis zur Menstruation liegen die sicher unfruchtbaren Tage.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass Spermien im Körper der Frau bis zu drei Tage überleben können. Um eine Schwangerschaft natürlich zu verhüten werden daher mindestens fünf bis sechs Tage vor dem Temperaturanstieg als kritische gewertet, in denen auf andere, auch nicht-natürliche Verhütungsmittel wie Kondome oder Pessare zurückgegriffen werden sollte.
Vorteil:
Nachteil:
Bei der nächsten natürlichen Verhütungsmethode, der Billings-Methode, die auf das gleichnamige Ärztepaar zurückgeht, wird das Scheidensekret (Zervixschleim) als Indikator für die fruchtbaren Tage genutzt. Während des weiblichen Zyklus schwanken die ausgeschütteten Hormonmengen, wodurch sich das Scheidensekret verändert. Während des Eisprungs wird der Zervixschleim dünnflüssiger, klarer und somit für Spermien durchgängiger. An den fruchtbaren Tagen kann der Schleim zwischen Daumen und Zeigefinger zu einem über 6 Zentimeter langen „Faden“ gezogen werden (der Schleim ist "spinnbar").
Durch die Beobachtung des Zervixschleims an jedem Morgen können Aufzeichnungen erstellt werden, anhand derer frau den eigenen Zyklus verfolgen und mit der Zeit deuten kann. Sobald das Scheidensekret klar wird, beginnen die kritischen Tage, an denen man neben den natürlichen auf zusätzliche Verhütungsmittel zurückgreifen sollte.
Vorteil:
Nachteil:
Natürliche Verhütung per Coitus Interruptus
Der Coitus Interruptus („unterbrochener Geschlechtsverkehr“) gilt als die älteste, aber auch unsicherste natürliche Verhütungsmethode. Hierbei zieht der Mann den Penis kurz vor seinem Orgasmus aus der Scheide heraus, um zu verhindern, dass die Spermien zur Eizelle gelangen können. Da jedoch bereits vor dem Orgasmus ein wenig Sperma austritt, der sogenannte „Sehnsuchtstropfen“, ist diese natürliche Verhütungsmethode nicht geeignet, um eine Schwangerschaft zu vermeiden, da das Risiko einer Befruchtung lediglich ein wenig reduziert wird.
Vorteil:
Nachteil:
Neben der Temperatur gilt auch der Hormongehalt im Körper als deutliches Zeichen für die beginnende fruchtbare Phase. Mit der Hormonmessung bietet sich eine natürliche Verhütung anhand des Gehalts an Östrogenen und LH- Hormonen an. Das LH-Hormon ist für die Auslösung des Eisprungs verantwortlich. Der Östrogengehalt steigt in dieser Zeit ebenfalls an, um einer befruchteten Eizelle die Einnistung zu erleichtern. Beide Hormone können über den Morgenurin nachgewiesen werden.
Mittels entsprechender Mini-Computer kann frau ihren Morgenurin auf einem Teststäbchen, beginnend vom ersten Tag der Regel an, auf Hormone untersuchen. Zu Beginn der Menstruation wird ein Knopf gedrückt und es erscheint ein grünes Licht. Nach einigen Tagen wechselt die Farbe von grün zu gelb. Das Aufleuchten des gelben Lichts signalisiert, dass der Teststreifen, welcher vorher durch kurzes Eintauchen in den Morgenurin Hormone aufgenommen hat, in das Gerät eingeführt werden soll. Im ersten Monat müssen 16 Messungen, in den folgenden Monaten nur noch acht Messungen vorgenommen werden. Wenn am Gerät die grüne Lampe leuchtet, kann mit der vorgegebenen Sicherheit eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Ein rotes Licht zeigt dagegen die fruchtbaren Tage der Frau an. Leuchtet das gelbe Licht, so muss eine erneute Messung mit einem neuen Teststreifen durchgeführt werden.
Der Computer berechnet aus diesen Werten die fruchtbaren Tage, während derer auf mechanische Verhütungsmittel zurückgegriffen werden sollte, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Vorteil:
Nachteil:
Die Knaus-Ogino- oder Kalender-Methode ist eine weitere natürliche Verhütungsmethode, die sich auf den Kalender stützt. Bei dieser natürlichen Verhütung werden mehrere Monatszyklen mit einem Kalender dokumentiert, um den persönlichen Zyklus zu ermitteln. Nur wenn der Zyklus sehr regelmäßig ist, kann er entsprechend seiner Länge an die Durchschnittswerte in der Berechnung der fruchtbaren Tage angepasst werden.
Die fruchtbaren Tage liegen bei einem durchschnittlichen Zyklus von 28 Tagen zwischen dem 12. und dem 18. Tag ab dem Tag des letzten Menstruationsbeginns (erster Tag der Periode = Tag 1). Während dieser Zeit sollte auf Sex verzichtet oder auf zusätzliche Verhütungsmittel zurückgegriffen werden, wenn kein Nachwuchs geplant ist.
Vorteil:
Nachteil:
Die Symptothermale Methode, auch als Rötzer-Methode bekannt, kombiniert zwei natürliche Verhütungsmöglichkeiten: Die Basaltemperatur- und die Billings-Methode. Beide Messdaten werden in eine entsprechende Tabelle eingetragen, um den Zyklus zu dokumentieren. Zu dieser Kombination kommt eine regelmäßige Untersuchung des Muttermundes durch die Frau, der ebenfalls untrügliche Zeichen für das Vorliegen der fruchtbaren Tage aufweist.
Der Muttermund ist an den fruchtbaren Tagen deutlich weicher, mit mehr Zervixschleim bedeckt und lässt eine leichtere Ertastung der nun größeren Muttermundöffnung zu. An den nicht-fruchtbaren Tagen ist der Muttermund hingegen deutlich trockener, die Öffnung härter und kleiner. Die Kombination aus Temperaturmessung und Billingsmethode gilt als sehr sicher und hat einen Pearl-Index von 0,3.
Über die Sicherheit der verschiedenen Verhütungsarten können Sie sich auf unserem Gesundheitsportal Onmeda informieren. |
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