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Sexuelle Probleme: Belastung für Psyche und Beziehung


Fast jeder Mensch hat irgendwann in seinem Leben ein sexuelles Problem - Sexuelle Probleme: Belastung für Psyche und Beziehung
Fast jeder Mensch hat irgendwann in seinem Leben ein sexuelles Problem
Sexuelle Probleme sind meist besonders belastend, sie lösen Scham aus und werden häufig verheimlicht. Dabei hat eigentlich jeder Mensch irgendwann in seinem Leben ein Problem sexueller Natur. Das ist überhaupt kein Grund zur Scham, sondern ganz natürlich und lässt sich meist relativ einfach wieder beheben. Die Zeiten, in denen Sexualität, insbesondere weibliche Sexualität, ein absolutes Tabuthema war, sind zum Glück vorbei. Sexualität wird zunehmend enttabuisiert und auch sexuelle Probleme müssen nicht mehr im Verborgenen bearbeitet werden.
Weibliche sexuelle Probleme sind in der Regel Funktionsstörungen wie zum Beispiel Lustlosigkeit, mangelnde Orgasmusfähigkeit oder Vaginismus. Wesentlich seltener treten umfassendere Probleme wie eine sexuelle Identitätsstörung oder Probleme mit der sexuellen Orientierung auf. Im Zweifelsfall kann sich auch der Wunsch nach ausgefallenen sexuellen Praktiken zum Problem auswachsen.
Physische Ursachen sexueller Probleme
Die weibliche Sexualität ist komplex
Die weibliche Sexualität ist komplex
Die weibliche Sexualität ist komplex, Störfaktoren finden sich sowohl in der Psyche als auch unter den physischen Gegebenheiten. Sexuelle Probleme sollten nie einfach hingenommen werden, wenn frau so schnell Abhilfe schaffen kann:
Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, zum Beispiel, bezeichnet man zusammenfassend als Dyspareunie. Meist ist es ein schmerzhaftes Brennen oder Jucken, dessen Ursache leicht zu finden ist. Während des Zyklus verändert sich das Klima in der Scheide, sie wird nicht immer gleich stark durchblutet und so dauert es manchmal ein bisschen länger, bis sich auch der Unterleib auf den Geschlechtsverkehr vorbereitet hat. Wer Lust hat, sollte auch Sex haben, Gleitgel schafft genauso Abhilfe, wie ein ausgedehntes lustvolles Vorspiel.
Die Orgasmusfähigkeit ist ein besonders heikles Thema: Der weibliche Orgasmus ist ein Mysterium über das beständig geredet und gefachsimpelt wird. Jede Frau weiß für sich allein, was ihr fehlt oder was sie braucht, um einen Orgasmus zu bekommen. Da helfen keine schlauen Ratschläge und Fachsimpeleien. Das Erreichen eines Orgasmus ist in der weiblichen Sexualität nicht zwangsläufig mit dem Akt verbunden, doch vielen Frauen fehlt er schmerzlich. Sie erleben sein Ausbleiben als Makel. Sie schämen sich und täuschen ihn vor, um ihren Partner zufriedenzustellen. Auf Dauer bleiben die eigenen Wünsche so auf der Strecke. Dabei ist dieses sexuelle Problem manchmal ganz einfach zu beheben: Es könnte ein Hormonmangel sein, den der Frauenarzt sehr einfach diagnostizieren und therapieren kann.
Der weibliche Orgasmus ist ein Mysterium
Der weibliche Orgasmus ist ein Mysterium
Der erste Ansprechpartner bei einem sexuellen Problem sollte natürlich immer der eigene Partner sein, denn viele sexuelle Probleme lassen sich durch ein einfaches Gespräch schon lindern. Für den Partner ist es wichtig zu wissen, was in Ihnen vorgeht und warum sexuelle Probleme bestehen.
Bei körperlichen Beschwerden in Verbindung mit sexuellen Problemen ist der Gynäkologe der richtige Ansprechpartner. Des Weiteren kann sich der Besuch eines Sexualtherapeuten lohnen. Da „Sexualtherapeut“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist, sollte man jedoch besonders darauf achten, sich nur in die Hände eines ausgebildeten Psychotherapeuten oder Psychologen zu begeben.
Psychische Ursachen sexueller Probleme
Körperliche Ursachen für sexuelle Probleme sind viel seltener als psychische. Krankheit oder Stress, aber vor allem die fehlende Kommunikation mit dem Partner befördern sexuelle Probleme bei Frauen. Weibliche Sexualität ist allgegenwärtig, der Erwartungsdruck ist dementsprechend riesig. Dabei hat die eigene, selbst erlebte weibliche Sexualität meist nur wenig mit dem in der Werbung vermittelten Bild der Frau zu tun. Es ist schwer sich diesem Einfluss zu entziehen und einen Weg zu finden, die eigene weibliche Sexualität zu entdecken.
Nur selten die Ursachen für sexuelle Probleme körperlich bedingt
Nur selten die Ursachen für sexuelle Probleme körperlich bedingt
Wer zum Sex gar nicht in der Lage ist, weil sich die Muskeln in der Scheide oder im gesamten Beckenboden unwillkürlich zusammenziehen, leidet unter Vaginismus, dem sogenannten Scheidenkrampf. Oft liegt der Grund in einer überzogenen Angst vor Schmerzen, die schon im Elternhaus vermittelt wird. Vaginismus bedeutet in der Regel, dass nichts in die Scheide einführbar ist, auch kein Tampon oder Finger. Vorschnelle Ratgeber empfehlen ein Gläschen Sekt zur Entspannung oder vermuten einen verdrängten sexuellen Missbrauch. Eine Sexualberatung hilft stattdessen genauso wie ein langsames Erfahren der eigenen Sexualität.
Wer unter Depressionen leidet, dem ist sexuelle Erregung ein Fremdwort und sexuelle Probleme nur allzu vertraut. Die Erregung ist einfach nicht vorhanden. Sie fehlt nicht nur dem Partner, sondern auch der Beziehung, doch die Einnahme von Antidepressiva vermindert den Sexualtrieb nachhaltig. Manche Patientin hat aus genau diesem Grund bereits eine Therapie abgebrochen. Bis zu 70 Prozent der Patientinnen, die Antidepressiva einnehmen, sind von sexuellen Problemen betroffen. Ein Wirkstoff, der bislang als Bestandteil des Potenzmittels Viagra bekannt wurde, ist im Gespräch, auch Frauen die Lust wiederzugeben. Es fehlen allerdings noch die letzten bestätigenden Studien.
Sexuelle Probleme durch Routine
Arbeiten Sie an Ihrer Beziehung!
Arbeiten Sie an Ihrer Beziehung!
In längeren Partnerschaften verliert man häufig den sexuellen Draht zueinander. Alltag und Stress verringern die Zahl körperlicher Begegnungen. Berührungen kommen nur noch selten vor und sind kaum mehr als ein Abschieds- oder Begrüßungskuss. Zu diesem Zeitpunkt sollte man schleunigst handeln: Nicht um in erster Linie seinen Hormonhaushalt auf Touren zu bringen, sondern um der Beziehung willen. Die emotionale Bindung beruht schließlich zu einem großen Teil auf Berührungen und Körperlichkeit, wie einem jede Phase der Verliebtheit bewusst macht.
Bei sexuellen Problemen in langjährigen Partnerschaften (oder auch vorbeugend) heißt es, sich neu kennenzulernen, sich aufeinander einzulassen, auch wenn das bedeutet, etwas von sich preiszugeben. Das Teilen der eigenen Lust mit dem Partner ist (in der Regel) ein Privileg der Beziehung und gibt ihr Stabilität. Auch wenn einem körperliche Extase im Augenblick ziemlich abwegig erscheint, sollte man versuchen, sich einander anzunähern, dann kommt das körperliche Begehren zurück und damit alle verbundenen positiven Effekte.

Veröffentlicht von der Liebe-Redaktion
am 13/11/2008 16:24:00
Die Lesernote: 3.9/5
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