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Spirale: Dauerhaft und sicher verhüten | |||||||||
Das Intrauterinpessar, kurz IUP genannt, ist das im Volksmund als Spirale bekannte Verhütungsmittel, welches vom Gynäkologen in die Gebärmutter eingepflanzt wird (intra = innen, uterin / uterus = Gebärmutter). Moderne Intrauterinpessare sind T-förmige Plastik-Träger, um die ein Kupfer- oder Kupfer-Gold-Draht gewickelt ist.
Wirkungsweise der Spirale
Die Platzierung der Spirale in der Gebärmutter ermöglicht eine lokale Wirkungsweise, welche keinen Einfluss auf andere Organe oder Körperfunktionen als die gewünschten hat. Das auf die Spirale aufgebrachte Kupfer gibt Kupferionen an das Umfeld ab, welche einerseits eine toxische Wirkung auf die Eizelle und gegebenenfalls eindringende Spermien hat, andererseits jedoch auch eine sterile Entzündung der Gebärmutterschleimhaut verursacht, wodurch die Einnistung einer eventuell doch befruchteten Eizelle verhindert wird.
Während Spiralen in der Vergangenheit häufig so konzipiert waren, dass das Kupfer nur im Bereich der Gebärmutter wirken konnte und somit Eileiterschwangerschaften begünstigte (Einnistung der befruchteten Eizelle im Eileiter), wirken moderne Kupferspiralen auch auf die Eileiter und den Zervixschleim, wodurch die Spirale als ein besonders sicheres Verhütungsmittel gilt.
Einsetzen des Intrauterinpessars / IUPs
Einer der wenigen Nachteile der Spirale als Verhütungsmittel ist die Tatsache, dass die Frau sie nicht selbst verwenden kann. Das Intrauterinpessar wird grundsätzlich vom Gynäkologen eingesetzt, was wiederum einen Anwendungsfehler nahezu unmöglich macht.
Dem Einsetzen der Spirale geht zumeist eine Weitung des Muttermundes voraus, welche mit Hilfe von Hegarstiften vorgenommen wird. Bisweilen wird der Einsatz auch während der Menstruation vorgenommen, da in dieser Zeit der Muttermund von Natur aus ein wenig weiter ist als zu anderen Zeiten des Zyklusses. Die Spirale wird nun in den Muttermund eingeführt, bis das T-Stück in der Gebärmutter sitzt. Die sich nun entfaltenden Arme des T-Stückes verhindern dabei ein Herausrutschen der Spirale, deren Kupferdraht im Muttermund verbleibt. Anschließend erfolgt die Kontrolle des richtigen Sitzes mittels Ultraschall.
Bei richtigem Sitz kann die Spirale bis zu 5 Jahre im Uterus verbleiben und gewährleistet während dieser Zeit einen sicheren Empfängnisschutz. Als Komplikationen können jedoch Entzündungen oder Erkrankungen im Bereich des Unterleibs ursächlich dafür sein, dass die Spirale vorzeitig entfernt werden muss (ebenfalls vom Arzt). Hierfür ist die Spirale selbst jedoch nur in Ausnahmefällen der Auslöser.
Eine moderne Weiterentwicklung der Kupferspirale stellt die Kupferkette dar, welche aus einer Kette mit vier kleinen Kupferzylindern an einem Kunststofffaden besteht. Die Kupferkette wird vom Arzt im Gebärmuttermuskel fixiert. Die Wirkungsweise gleicht dem der Kupfer-Spirale.
Variation Hormonspirale
Auch die Hormonspirale wird zu den Intrauterinpessaren (IUP) gezählt. Bei der Hormonspirale ist jedoch kein Kupferdraht aufgebracht, sondern in dem Kunststoffkörper der T-Form ein kleines Reservoir eingebracht, welches in gleichmäßigen, geringen Mengen das synthetische Gestagen Levonorgestrel abgibt, welches seine Wirksamkeit bereits in zahlreichen anderen Verhütungsmitteln wie Antibabypillen, Mikropillen sowie der „Pille danach“ unter Beweis gestellt hat. Gestagene sind Gelbkörperhormone, die zu den weiblichen Geschlechtshormonen zählen.
Durch die lokale Anwendung des Hormons direkt im Uterus ist eine deutlich geringere Menge notwendig als bei der Anwendung in Pillenform. Damit eine Schwangerschaft durch dieses Hormon verhindert werden kann, ist jedoch die regelmäßige Zufuhr von Nöten, die bei Anwendungsfehlern in der Pillenform zu unerwünschten Schwangerschaften führen kann. Die Hormonspirale kann entsprechend zu mehr Regelmäßigkeit in der hormonellen Verhütung verhelfen, ist jedoch nicht ganz so sicher wie die Kupferspirale.
Sicherheit der Spirale
Die Sicherheit von Verhütungsmethoden wird im so genannten Pearl-Index festgehalten. Der Pearl-Index wird nach einer speziellen Formel berechnet und besagt, wie viele Frauen bei der Nutzung einer Verhütungsmethode im Verhältnis zu nicht verhütenden Frauen schwanger werden. Berücksichtigt werden dabei neben den schwanger gewordenen Frauen auch die Zahl der Nutzerinnen sowie das Alter der jeweiligen Frauen.
Der Pearl-Index der normalen Kupferspirale wird mit 0,9 - 3 angegeben, der Wert der Kupfer-Gold-Spirale liegt bei 0,5 - 1. Für die Hormonspirale liegt der Wert bei 0,16, während die Kupferkette auf einen Wert zwischen 0,1 und 0,3 eingestuft wird. Somit liegen alle Formen der Intrauterinpessare in einem guten Bereich, der für Sicherheit in der Familienplanung spricht.
Verhütungsmethode für jede Frau?
Entgegen der weitläufigen Meinung eignet sich die Spirale als Verhütungsmethode für jede Frau, soweit keine gravierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen dagegen sprechen. Durch die lange Wirkungsdauer der Spirale von bis zu 5 Jahren ermöglicht die Spirale eine langfristige Familienplanung bzw. eine Nicht-Planung von Kindern. Wird die Spirale vorzeitig entfernt, ist frau umgehend im Rahmen ihres Zyklusses wieder empfängnisbereit.
Während sich die meisten Frauen erst nach der Geburt eines oder mehrerer Kinder für eine dauerhafte Empfängnisverhütung entscheiden, kann die Spirale theoretisch auch von jungen Frauen genutzt werden, die noch keine Kinder bekommen haben. Auch direkt nach einem Schwangerschaftsabbruch oder einem Abort kann die Spirale umgehend eingesetzt werden.
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Veröffentlicht von der Liebe-Redaktion am 13/11/2008 17:21:00 | |||||||||
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