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Dauerkrank! Warum bin ich ständig erkältet und was kann ich dagegen tun?

Christina Cascino
von Christina Cascino Veröffentlicht am 22. Dezember 2017
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Manche Menschen sind ständig erkältet, an anderen geht jede Grippewelle vorbei. Du gehörst zu der Kategorie "dauerkrank"? Erfahre hier, warum das so ist und was du dagegen tun kannst.

Schon die dritte Erkältung in diesem Winter, dauerhaft entzündete Nasennebenhöhlen und immer schlapp: Es gibt Menschen, für die sind Schnupfen und Halsschmerzen leider ständige Begleiter. Doch warum ist das so? Bedeutet ständig krank zu sein, dass man ein schwaches Immunsystem besitzt? Oder gibt es einfach Menschen, die besonders anfällig für Erkältungen sind?

Schon gewusst? Wir verbringen etwa drei Jahre unseres Lebens mit Erkältungen – ein Jahr davon im Bett.

Schwaches Immunsystem oder genetisch bedingt?

Gerade in der kalten Winterzeit begegnet man ihnen überall: Menschen, die husten, niesen und keuchen. Kommen wir mit Grippeviren in Kontakt, läuft unser Abwehrsystem auf Hochtouren. Schafft es die körpereigene Abwehr, die Erreger zu bekämpfen, bleibt uns eine Erkältung erspart. Scheitert es, werden wir in den nächsten Tagen von Halskratzen und Co. heimgesucht.

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Ob jemand häufig krank wird oder nicht, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Es gibt zum Beispiel Menschen, bei denen das Immunsystem genetisch bedingt nicht optimal funktioniert und die so einen Nachteil gegenüber "gesunden" Menschen haben. Zudem wirkt sich auch eine ungesunde Lebensweise negativ auf die körpereigene Abwehr aus. So können Stress, häufiger Alkohol- und Nikotinkonsum, Schlafmangel oder auch eine unausgewogene Ernährung daran Schuld sein, dass jemand anfälliger für Infekte ist.

Auch die Anatomie eines Menschen spielt eine Rolle. Bei einer schiefen Nasenscheidewand zum Beispiel werden die Nebenhöhlen nicht ausreichend belüftet, wodurch sich Wärme und Feuchtigkeit in der Nase anstauen - ein idealer Nährboden für Bakterien.

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Schwaches Lymphsystem als Ursache ständiger Erkältungen?

Ständig erkältet? Dann ist vielleicht euer Lymphsystem gestört! Eine aktuelle Untersuchung belegt, dass häufige Erkältungen in 40 Prozent der Fälle auf einen gestörten Lymphfluss zurückzuführen sind. Klingt logisch, schließlich funktioniert die Lymphe wie ein Abwasserkanal, der alle Stoffe abtransportiert, die sich im Gewebe ansammeln. Hierzu gehören zum Beispiel Stoffwechselendprodukte, Zellreste und Fremdkörper.

Zudem befinden sich in unserem Körper knapp 600 Lymphknoten. Die sind dafür zuständig, Abwehrzellen zu aktivieren, sobald Erreger in den Körper eindringen. Ist das Lymphsystem geschwächt, kann die Lymphflüssigkeit allerdings nicht mehr richtig fließen und staut sich in der Nase, den Nebenhöhlen und den Bronchien. Gleichzeitig wird unser Gewebe nicht mehr von Fremdstoffen gereinigt und Bakterien, Viren und Erreger können sich ungehindert ausbreiten. Die Folge: Wir werden krank!

Zu wenig Vitamin D

Ein weiterer Grund für Dauer-Erkältungen kann zudem ein Vitamin D-Mangel sein. Vitamin D ist genau genommen gar kein Vitamin, sondern ein Hormon, da der Körper es selbst produziert - mithilfe der Sonne. Und Sonnenlicht bekommen wir gerade im Herbst und Winter viel zu wenig. Wer dann auch noch täglich mindestens acht Stunden vorm PC verbringt, dem fehlt es in der dunklen Jahreszeit schnell am sogenannten Sonnenvitamin.

Es gibt Studien, die zeigen, dass zu wenig Vitamin D im Körper das Risiko an Erkältungskrankheiten erhöht. Menschen, die gerade im Winter ständig mit Schnupfen, Husten und Co. zu kämpfen haben, sollten daher ihren Vitamin D Haushalt gegebenenfalls mit Vitamin D-Tabletten, einer vitaminreichen Ernährung (Lachs, Hering, Eigelb und Pfifferlinge enthalten besonders viel Vitamin D) und ausreichend Bewegung an der frischen Luft auffüllen.

Dauerstress = dauerkrank

Sheldon Cohen, Professor an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, untersuchte in einer Studie, wie sich Dauerstress aufs Immunsystem auswirkt. Das Ergebnis: Von den besonders Gestressten entwickelten 47 Prozent Erkältungen, bei den entspannten Probanden hingegen nur 27 Prozent. Heißt konkret: Sind wir gestresst, hat dies einen negativen Einfluss auf unser Immunsystem.

Stehen wir ständig unter Strom und sind dauergestresst, schüttet unser Körper vermehrt das Stresshormon Kortisol aus. Und das ist alles andere als gut, denn Kortisol blockiert die Produktion von Antikörpern und schwächt somit die körpereigene Abwehr.

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Übrigens: Auch Menschen, die auf Dauer zu wenig schlafen (unter 6 Stunden pro Nacht), sind nachweislich häufiger krank, denn während der nächtlichen Ruhepausen tankt unser Körper und somit unser Immunsystem neue Energie.

Zu wenig Bewegung

Perfekt, um Stress abzubauen: Sport! Wer sich fit hält, bekommt nicht nur einen freien Kopf, sondern hält auch Belastungen besser Stand. Denn bei Menschen, die sich regelmäßig bewegen, gewöhnt sich der Körper an ein gewisses "Stresslevel" und reagiert so weniger heftig auf Viren oder andere Erreger. 30 Minuten täglich reichen vollkommen aus, um gesund zu bleiben. Besonders effektiv sind Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen. Aber auch Yoga oder andere Entspannungstechniken wirken wahre Wunder.

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Tipps, um Erkältungen zu vermeiden

Ein schwaches Lymphsystem, eine ungesunde Lebensweise oder zu viel Stress - wer regelmäßig krank ist und jede Erkältung mitnimmt, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, um andere Krankheiten und Faktoren ausschließen zu können. Um Bakterien und Viren möglichst auf Abstand zu halten, solltet ihr in jedem Fall:

  • mehrmals am Tag gründlich die Hände mit Seife reingen.
  • statt in die Hände in die Armbeuge niesen.
  • verschnupfte Taschentücher direkt beseitigen.
  • Kontakt mit Türgriffen, Haltestangen im Bus usw. vermeiden.
  • regelmäßig lüften, da die Heizungsluft die Schleimhäute austrocknet.
  • Finger vom Gesicht lassen.

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