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Grauer Himmel, trübe Stimmung: Die besten Tipps gegen Winterdepression

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 29. September 2017

Gerade die dunkle Jahreszeit schlägt vielen aufs Gemüt. Stimmungstiefs kennt natürlich jeder, doch ab wann spricht man von einer Winterdepression?

Draußen ist es trüb und grau und in der Seele sieht es ganz ähnlich aus. Die dunklen Wintermonate schlagen ziemlich auf die Stimmung. Bei manchen Menschen so sehr, dass sie an einer Winterdepression leiden.

Von vielen immer noch belächelt, hat sich die Winterdepression in der Medizin als eine echte psychische Krankheit etabliert. Sie ist eine selten vorkommende Form der normalen Depression und tritt, wie der Name schon sagt, vermehrt während der Wintermonate auf und wird auch als saisonal abhängige Depression (SAD) bezeichnet. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings ist sie meist wieder verschwunden.

Wer in der kalten Jahreszeit ständig müde, kraftlos und niedergeschlagen ist, der könnte an einer Winterdepression leiden und sollte einen Arzt aufsuchen. "Etwa 9 Prozent der Menschen leiden an dieser Krankheit", so Diplom-Psychologe Fritz Propach. "In den Mittelmeerländern deutlich weniger als in Skandinavien oder Deutschland." Es ist sehr unterschiedlich, wie stark ausgeprägt diese Form der Depression ist. Manche Menschen sind nur ein wenig niedergeschlagen und müde, andere können kaum ihren Alltag bewältigen.

Typische Symptome einer Winterdepression

Sobald die Tage kürzer werden, setzt sie ein: die Winterdepression. Im Gegensatz zur klassischen Depression leiden die Menschen jedoch nicht an Schlaf- und Appetitlosigkeit. Eher das Gegenteil.

Typische Symptome einer Winterdepression:

  • ständige Müdigkeit, obwohl man viel und lange schläft
  • gedrückte Stimmung an fast allen Tagen
  • großer Appetit, speziell auf kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Schokolade, Brot oder Kuchen
  • Gewichtszunahme
  • Antriebslosigkeit
  • Zurückziehen von Freunden und Familie
  • die Winterdepression verschwindet im Frühling von ganz allein wieder

Behandlung von Winterdepression: Vitamin D Präparate

Das mangelnde Tageslicht kann bei einigen Menschen zu einem Mangel an Vitamin D führen. Dieser Mangel gilt als ein Auslöser der Winterdepression. Eine Therapie-Möglichkeit ist deshalb die Gabe von hochdosierten Vitamin D Präparaten.

Schon nach wenigen Tagen können sich hier positive Effekte einstellen. Die Stimmung wird besser und das Energie-Level steigt. Ob diese Therapie in Frage kommt, ist immer individuell zu entscheiden und sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt sein.

Winterdepression mit Lichttherapie behandeln

Eine verwandte Therapie der Winterdepression ist die Behandlung mit Licht. Die Lichttherapie wird in der Regel beim Arzt durchgeführt. Der Patient setzt sich im Abstand von 80 Zentimetern vor eine Leuchte, die zwischen 2.500 und 10.000 Lux hat. Im Vergleich: Die normale Zimmerlampe hat nur etwa 300-500 Lux Leuchtkraft.

Vor dieser Lampe sitzt er 30 Minuten, bei schwächeren Lampen verlängert sich die Zeit entsprechend. Studien weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit in den Morgenstunden am besten ist. Klassischerweise wird bei der Lichttherapie weißes Licht genutzt. Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass blaues Licht noch effektiver sein soll. Das ist aber nicht abschließend wissenschaftlich bewiesen.

Im Handel sind auch spezielle Lampen für den Eigenbedarf erhältlich. Besser ist es jedoch, wenn die Behandlung unter der Aufsicht eines Arztes durchgeführt wird.

Nach ein bis zwei Wochen zeigen sich die ersten Therapie-Erfolge. Das Gute an dieser Winterdepression-Behandlung: Es gibt kaum Nebenwirkungen. Der Haken: Momentan werden weder die Kosten für die Lampe noch die Behandlung beim Arzt von der Krankenkasse übernommen.

Heilkräuter: Johanniskraut bei Winterdepression

Neben der Lichttherapie gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten der Winterdepression. Johanniskraut hat sich beispielsweise als pflanzliches Mittel bei leichten und mittelschweren Depressionen bewährt und kann auch bei Winterdepression eingesetzt werden. Da das Kraut die Lichtempfindlichkeit steigert, sollte dies bei einer Kombination mit einer Lichttherapie berücksichtigt werden. Zusätzlich muss genau auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneien geachtet werden, lasst euch vor der Einnahme also am besten von eurem Arzt oder Apotheker beraten.

Was tun bei einer Winterdepression? Kleine Tipps für den Alltag

Leichte Fälle von Winterdepression kann man mit ein paar Veränderungen im Alltag verbessern. Diplom-Psychologe Fritz Propach: "Ganz wichtig: Rausgehen! Auch durch den wolkenverhangenen Himmel kommt Sonne durch." Noch besser ist es natürlich, wenn sich die Sonne heraustraut und der Himmel blau ist. Immerhin um die 3000 Lux bringt ein wolkenverhangener Himmel.

Verbringt viel Zeit am Fenster, wenn ihr euch in der Wohnung aufhaltet. Rückt zum Beispiel einen Sessel zum Lesen ans Fenster. Sorgt zudem für eine ausreichende Beleuchtung der Räume.

Durch Sport werden Glückshormone ausgeschüttet. Nutzt dieses Wissen und bewegt euch ausreichend während der Wintermonate.

"Farbtupfer in der Wohnung - in Form von bunten Decken, Kerzen oder Blumen - helfen ebenfalls bei Winterdepression", so der Psychologe.

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