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Der Männer-Dutt: Vom Hipster-Look zur Mainstream-Frisur?

Heike Schmidt Veröffentlicht von Heike Schmidt
Veröffentlicht am 13. Februar 2014

Jared Leto trägt ihn, Jake Gyllenhall auch: Den Männer-Dutt - auch 'Man Bun' genannt. Jetzt zwirbeln nicht mehr nur Ballerinas oder Fashion-Blogger ihr Haar hoch, auch die Herren der Schöpfung lassen sich mit Haar-Knödel blicken - beim Sport, im Restaurant, aber auch auf dem roten Teppich. Ist das die neue Trend-Frisur für Männer? Und: Ist der 'Man Bun' eigentlich sexy oder eher strange?

Wie sich die Zeiten doch ändern: Vor wenigen Jahrzehnten galt schon ein kleiner Pferdeschwanz im Nacken bei den Herren der Schöpfung als subversiv. Heute tragen immer mehr Männer dieselbe Frisur wie eine Primaballerina: einen Dutt! Prominente Fans dieser Frisur sind zum Beispiel Harry Styles, Jake Gyllenhaal oder David Garrett. Doch nicht nur die jungen Wilden tragen 'Man Bun‘ – selbst der ehrwürdige Jeff Bridges nahm mit dieser Frisur kürzlich einen Preis entgegen. Doch so neu ist der Look gar nicht: Ein absoluter Dutt-Pionier war David Beckham, der den Look schon vor zehn Jahren spazieren führte und damit auch unter Fußballern salonfähig machte.

Was kennzeichnet den Männer-Dutt?
Mit den Dutts ihrer weiblichen Kollegen hat der 'Man Bun' nur das grundlegende Prinzip gemein: Das Haar wird zum Zopf gebunden und dann um das Haargummi herumgelegt. Die Sparversion des 'Man Bun' fixiert das Haargummi um den Zopf und zieht ihn dann nur noch ein zweites Mal hindurch. Meist sitzt der Haarknoten irgendwo zwischen Nacken und Hinterkopf. Wichtig: Um sich vom weiblichen Pendant wenigstens etwas abzuheben, muss der 'Man Bun' extrem lässig aussehen. Abstehende Haare, lose Strähnen und ein schief gewickeltes Haargummi sind also kein Versehen, sondern Absicht. In Extremfällen (z.B. bei Musiker Alex Ebert) ähnelt das Ergebnis einem Vogelnest bzw. dem, was wir Frauen uns mal schnell ins Haar knüddeln, bevor wir in die Dusche springen.

Steckt ein tieferer Sinn dahinter?
Aber klar doch! Von Mode-Bloggern einmal abgesehen, zwirbeln sich die meisten Frauen den schlampigen Dutt vor allem aus praktischen Gründen ins Haar. Nach dem Motto: "Schnell die Haar aus dem Gesicht, sieht jetzt gerade eh keiner". Bei Männern hat der Knödel aber durchaus Symbolkraft: Sein Träger möchte lässig, cool und ein bisschen verwegen wirken. Und: Er bekennt sich zu seiner weiblichen Seite. Kategorien wie 'Männerfrisur' – 'Frauenfrisur‘ sind ihm zu kleingeistig. Das Androgyne als Zeichen der Rebellion und Abkehr vom Mainstream. Nicht zuletzt erfreut sich der 'Man Bun' auch unter Kreativen und Künstlern wachsender Beliebtheit – besonders in Kombination mit einem Vollbart.

Der Männer-Dutt in der Praxis
Wer den 'Man Bun' mal am Freund, Bruder oder Kollegen testen möchte – hier sind unsere Styling-Tipps für den Männer-Dutt:

  • Das Haar sollte – auch wenn das Ergebnis lässig bis nachlässig wirken soll – niemals fettig oder filzig sein.
  • Das Haarband sollte schlicht, dunkel (auch bei blondem Haar) und ohne Metallstück sein.
  • Dutt und dünner werdendes Haar bzw. Geheimratsecken schließen sich leider aus.
  • Das Haar muss gepflegt sein. Spliss und stumpfe Längen sind auch bei Männern ein No-Go.


Männer-Dutts: sexy oder nur strange?
„Einen schönen Mann entstellt nichts“ – dieser Spruch lässt sich auch auf den Männer-Dutt anwenden. Jared Leto ist einfach eine coole Socke und darüber hinaus auch noch ziemlich heiß. Der Dutt setzt seiner Coolness einfach nur noch die Krone auf. Bei Schmacht-Streicher David Garrett sind wir uns da schon nicht mehr so sicher. Irgendwie verträgt sich der 'Man Bun' wohl nicht mit blonden Strähnchen. Kurz: Ob ein Mann cool und sexy wirkt mit dem Haar-Knödel entscheidet der Rest seiner Erscheinung, nicht nur der Dutt selbst.

Ob der Dutt von der Frisur der Rebellen und Kreativen bald im Frisuren-Mainstream ankommt, bleibt abzuwarten. Dafür spricht, dass bereits viele Fußballer die Frisur tragen und stilprägend für ihre Fans werden könnten. Einige Trend-Friseure sind außerdem der Meinung: Der 'Man Bun' hat seine beste Zeit als Hipster-Haarknoten schon wieder hinter sich. Dann wäre ja der Weg frei in Richtung Frisuren-Mainstream. Wir sind gespannt!

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