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Gut verhüllt!Schleier | |||||||||
Nach dem Glauben der alten Germanen sollte der Schleier die Braut davor schützen, dass Dämonen in sie schlüpfen und sie vor bösen, lüsternen Blicken bewahren. Zudem sollte der Schleier verhindern, dass der Bräutigam seine Braut vor der Eheschließung sehen kann. Nach altem Brauchtum darf die Braut ihren Schleier auch erst zurückschlagen, wenn die Trau-Zeremonie vollzogen ist und ein Kuss die Ehe besiegeln soll. Heute sind Schleier nicht mehr zum Verstecken gedacht. Hochkonjunktur hat der Schleier trotzdem. Hochzeitsexperten beobachten wieder einen Trend zu alten Traditionen, so eben auch dem, dass die Braut verschleiert an den Altar tritt. Altes Brauchtum und Aberglaube rund um den Schleier Noch vor der Hochzeit ist, altem Brauchtum zufolge, Vorsicht geboten, denn nur die Braut selbst darf sich demnach den Schleier ins Haar stecken. Sollte dies durch eine Freundin geschehen, so sei die Gefahr groß, dass diese Freundin den Bräutigam verführt. Ob dies allerdings auch für Friseure gilt, die heute hauptsächlich diese Aufgabe übernehmen, wagen wir mal in Frage zu stellen.
Der Aberglaube verlangt, dass der Schleier der Braut um Punkt Mitternacht nach der Trauung abgenommen wird. Früher bekam sie danach die Frauenhaube aufgesetzt, das untrügliche Zeichen dafür, dass die Braut nun kein Mädchen mehr, sondern eine Ehefrau war. Vorher sollte eine Braut gut auf ihren Schleier aufpassen, denn das Glück der Braut soll sich auf die Hochzeitsgäste übertragen, denen es gelingt, ein Stück vom Schleier zu ergattern. Sollte jemand auf Ihrer Hochzeit auf den traditionellen Schleiertanz bestehen, haben Sie lieber einen Ersatzschleier dabei, den Sie opfern können, denn dabei wird der Braut während eines Tanzes um Mitternacht der Schleier vom Kopf gerissen und von allen unverheirateten Frauen in Stücke gerissen, so dass ihr erbeutetes Schleierstück sie alsbald auch vor den Traualtar führen möge. Die mit dem größten Schleierstück hat demnach die besten Heiratschancen. Heute hat sich dieser Brauch insofern meist verändert, dass Sie als Braut keine Angst mehr vor zerstörerischen Schleierräubern haben müssen, sondern sich die Gäste kleine Tüll- oder Seidenschleifen an ihr Auto binden als Zeichen der symbolischen Verbundenheit mit dem Glück des Brautschleiers. Oder der Braut wird der Schleier abgenommen und die Augen verbunden, während alle unverheirateten Frauen im Kreis um sie versammelt sind - dem Mädchen, dem sie nun den Schleier aufsetzt, soll eine baldige Hochzeit sicher sein.
Ein kurzer Schleier, der vor dem Gesicht getragen wird, wird Blusher genannt. Im Trend liegt der spanische Mantilla, meist aus Spitze, der mit einem Kamm in der Brautfrisur befestigt wird. Ebenfalls oben auf der Trendliste: Ein Schleier aus zwei unterschiedlich Längen, wobei der kürzere Schleier über dem Gesicht getragen werden kann. Länger sind Schleier, die bis zum Ellenbogen reichen und deswegen auch Ellenbogenschleier genannt werden (mitunter auch Taillenschleier). Einen Schleier, der am Oberkopf gerafft ist und in mehreren Schichten den Kopf umspielt, nennt man Fontäne. Sehr elegant wirkt der Pouf, der durch Raffungen sehr hoch am Kopf sitzt. Auf eine beachtliche Länge bringt es der Kapellenschleier, auch Kirchenschleier genannt. Mit seiner Länge ersetzt oder legt er sich über die Schleppe des Brautkleides. Die Krönung: Der Kathedralenschleier, der länger als drei Meter ist und deswegen eher zu adligen oder pompösen Promi-Hochzeiten und einem nicht minder pompösen Kleid passt. Der perfekte Schleier für das eigene Brautkleid Form und Farbe spielen eine entscheidende Rolle beim Schleier, schließlich muss er perfekt zum Traumkleid passen und mit dem Stoff der Brautrobe harmonieren. Die meisten Schleier bestehen entweder aus Spitze, Tüll, Chiffon oder Seide. Auch die Frisur der Braut und ihre Gesichtsform sind bei der Wahl des Schleiers zu beachten.
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Inhaltsverzeichnis Der Schleier: Tradition oder nur Accessoire?
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