Heiraten zivil: Die Standesamtliche Hochzeit

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Heiraten zivil: Die Standesamtliche Hochzeit


 - Heiraten zivil: Die Standesamtliche Hochzeit
Während die kirchliche Trauung die Kür ist, gehört die standesamtliche Hochzeit zur Pflicht. Ohne sie wird das verliebte junge Glück vor dem Gesetz nicht als Ehepaar anerkannt. Für immer mehr Ehepaare wird die standesamtliche Hochzeit auch zur einzigen offiziellen Zeremonie, die sie durchführen lassen können oder möchten. Sei es aus dem Grund, dass sie sich nicht zu einer Kirche zugehörig fühlen oder weil sie unterschiedlichen Religionen angehören. Gerade wenn die standesamtliche Hochzeit allerdings die einzige feierliche Zeremonie ist, soll sie nach Möglichkeit nicht trocken und bürokratisch, sondern auch romantisch sein. Bevor es allerdings losgehen kann, sind natürlich auch einige Formalitäten zu erledigen. Amt bleibt schließlich Amt - auch wenn das Standesamt wohl das Amt ist, zu dem man am liebsten gehen wird.

Unterlagen für das Standesamt

Damit eine standesamtliche Hochzeit angemeldet werden kann, müssen Sie einige Papiere zusammensuchen - aber zu zweit geht Ihnen sicherlich auch diese Aufgabe leicht von der Hand. Benötigt werden jeweils von beiden Partnern der Personalausweis bzw. der Reisepass und eine beglaubigte Abschrift des Familienbuches der Eltern. Letzteres kann schon ein wenig komplizierter werden: Die Abschrift wird nämlich nur bei dem Standesamt ausgestellt, dessen Zuständigkeitsbereich beim Wohnort der Eltern liegt. Für manch eine Braut und einen Bräutigam bedeutet dies eine kleine Reise. In einigen Fällen ist auch die Vorlage einer Abstammungsurkunde erforderlich, etwa wenn einer der Partner adoptiert wurde.

Sonderfälle: Besondere Unterlagen fürs Standesamt

Mehr Bürokratie kommt auf das verliebte Paar zu, wenn einer der Partner schon einmal verheiratet war, nicht immer die deutsche Staatsbürgerschaft besessen hat, eine andere Staatsangehörigkeit besitzt, minderjährig ist oder wenn bereits gemeinsame Kinder vorhanden sind. Da allerdings wohl in den wenigsten Fällen alle Aspekte auf ein Paar zutreffen, hält sich auch der hierdurch entstehende Aufwand in Grenzen.

War man schon einmal verheiratet, muss man dem Standesamt nachweisen, dass die vorherige Ehe aufgelöst ist. Dokumente wie eine Abschrift aus dem Familienbuch mit einem Auflösevermerk, Scheidungsurteile sowie ggf. Sterbeurkunden weisen dieses glaubhaft nach.

Wer die deutsche Staatsbürgerschaft nicht seit seiner Geburt besitzt, muss seine Einbürgerungsurkunde beim Standesamt vorlegen. Wer nicht Deutscher ist, hat mit mehr Papierkram zu tun: Hier werden Ledigkeitsbescheinigungen, Ehefähigkeitszeugnisse und unter Umständen auch weitere Dokumente benötigt, über deren Art Sie der Beamte des Standesamtes informieren wird.

Wer sich früh traut und schon vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres „Ja“ sagen möchte, darf auf keinen Fall vergessen, dass hierfür eine Erfordernisbefreiung vom Familiengericht notwendig ist. War die Partnerschaft bereits im wahrsten Sinne des Wortes fruchtbar, müssen auch Abstammungsurkunden des Kindes/der Kinder beim Standesamt eingereicht werden.

Kosten einer standesamtlichen Hochzeit

Natürlich sollte an einem solch wichtigen Tag, wie es der Hochzeittag ist Geld keine Rolle spielen. Dennoch ist es gut zu wissen, dass auch eine standesamtliche Trauung mit gewissen Kosten verbunden ist. Diese sind je nach Fall unterschiedlich hoch, mit 70 bis 100 Euro für das Aufgebot beim Standesamt muss man in den meisten Fällen allerdings schon rechnen.

Hinzu kommen optionale Kostenpunkte: Wollen Sie sich zum Beispiel an einem Freitagnachmittag oder an einem Samstag das Ja-Wort geben, verlangen die Standesämter in der Regel einen Aufschlag, sodass sich die Kosten schnell verdoppeln. Wenn Sie planen, einen Doppelnamen zu führen oder mehrere Exemplare der Heiratsurkunde benötigen, steigen die Kosten weiter. Auch die Wahl des Stammbuchs - hier gibt es verschiedenen Ausführungen - kann die Kosten für eine standesamtliche Hochzeit erhöhen.

Übrigens: Aufgrund des höheren Aufwands und eventuellen Kosten für eine Anmietungen müssen Sie in der Regel auch einen Zuschlag zahlen, wenn Sie an einer speziellen Außenstelle - etwa in einem Schloss, auf einem Leuchtturm oder in einer Burg - heiraten möchten.

Ablauf einer standesamtlichen Hochzeit

Eine standesamtliche Trauung wird oft nicht ganz so romantisch wie eine kirchliche Trauung oder eine selbst gestaltete freie Zeremonie empfunden. Dennoch, auch bei einer standesamtlichen Trauung bleibt ein gewisser Spielrahmen: Sie können Ihren Standesbeamten zum Beispiel bitten, persönliche Einzelheiten mit in die Rede einzubauen oder vor oder nach dem Ja-Wort ein spezielles Musikstück spielen. Der Kern einer jeden standesamtlichen Hochzeit ist natürlich die Frage des Standesbeamten an beide Partner, ob sie die Ehe eingehen möchten. Die standesamtliche Trauung dauert dabei insgesamt in etwa 30 bis 40 Minuten.

Manche Standesämter machen dem jungen Glück, das Verwandte oder Freunde in der ganzen Welt an ihrer Trauung teilhaben lassen will, eine ganz besondere Freude: Sie stellen Webcams zur Verfügung, welche die Trauung live ins Internet übertragen. Auf diese Weise wohnen indirekt auch die Gäste der standesamtlichen Hochzeit bei, die nicht anreisen konnten.

Übrigens: Wer es auf einen ganz besonderen und begehrten Termin wie den 09.09.09 abgesehen hat, sollte früh aufstehen. Allerdings nicht zu früh: Terminreservierungen sind immer erst sechs Monate vor dem Termin, an dem die standesamtliche Hochzeit stattfinden soll, möglich. Vergessen Sie hierbei aber nicht, dass sie bei der Terminwahl auch darauf achten sollten, dass dann möglichst alle engen Verwandten und Freunde Zeit haben.

Wo kann eine standesamtliche Hochzeit stattfinden?

In der Regel finden standesamtliche Trauungen in den Trauzimmern des zuständigen Standesamtes statt. Viele Städte sind dazu übergegangen, das Standesamt aus diesem Grund in einem schönen Gebäude unterzubringen - die schönsten von ihnen haben hohe Decken, Stuckverzierungen oder ähnliche tolle Verzierungen, die für ein wenig romantische Stimmung sorgen. Leider ist dies aber nicht immer der Fall, sodass sich manch ein bundesdeutsches Standesamt in doch eher nüchternen Gebäuden wiederfindet.

Manche Standesämter haben allerdings besondere Außenstellen - etwa in den alten Gemäuern von Schlössen, in Freilichtmuseen, in Leuchttürmen oder in Burgen. Allen Trauzimmern der Standesämter ist aber zumeist gemein, dass sie nicht sehr groß sind. Wer also einen riesengroßen Saal voller Gäste eingeplant hat, wird in der Regel enttäuscht sein. Aus diesem Grund wohnen der standesamtlichen Hochzeit zumeist nur enge Verwandte und Freunde bei. Alle anderen, die aber dennoch etwas von dem freudigen Ereignis haben sollen, warten in der Regel vor dem Standesamt. Dort findet dann häufig ein Sektempfang statt.


Veröffentlicht von der Hochzeit-Redaktion
am 17/11/2008 16:07:00
Die Lesernote: 3.5/5
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