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Heirat: Die schöne, schreckliche H-Frage

Julia Windhövel
von Julia Windhövel Veröffentlicht am 15. April 2010

Heirat - warum die H-Frage sehr schön, aber auch sehr schrecklich sein kann "Bis du heiratest, ist es wieder weg", hat meine Oma immer gesagt, wenn ich mir mal wieder die Knie aufgeschlagen hatte oder dank eines Zusammenpralls mit einer Schublade eine Narbe unter der Augenbraue zurückbehielt. "Bis du heiratest" wurde damit für mich zum Inbegriff des "Alles wird gut!" - Gefühls .

Egal, ob Narben, schlechte Laune oder zu wenig Taschengeld - wenn ich heiraten würde, würde ich strahlend schön sein und in Saus und Braus leben. Keine Heirat, keine Ehefrau werden? Auf gar keinen Fall! Doch was mit acht Jahren für viele kleine Mädchen so selbstverständlich und perfekt erscheint, ist im heiratsfähigen Alter gar nicht so leicht. Zu einer Heirat gehört eben mehr als verblasste Narben.

Heiratswütiges Umfeld, aber keine Heirat in Sicht
Den Job, Überstunden, Sport und die Abende mit den Freundinnen - heutzutage hat man eh schon Probleme, alles unter einen Hut zu bekommen. Und auch unsere Beziehungen sind komplizierter geworden. Um so nerviger sind die lieben Verwandten, vielleicht sogar die eigenen Eltern, die finden, man solle doch endlich mal an eine Heirat denken.

Egal, ob man zwar seit Jahren mit dem Freund zusammen ist, der aber auch noch keinen Gedanken an eine Heirat verschwendet, oder noch nicht mal ein heiratsfähiger Kandidat in Sichtweite ist: der Rat, zu heiraten, sorgt beim Betroffenen sicher nie für Freude oder gar eine neue Erkenntnis (sollten Sie eine Tochter, Cousine, Schwester oder Enkelin haben, glauben Sie mir und stellen Sie ihr niemals diese Frage!).

Zum einen setzt es die Betroffene unter Druck (bin ich wirklich schon so alt?), zum anderen könnte die Heirats-Frage implizieren, dass diejenige sich beeilen müsse, um überhaupt noch eine Kerl abzubekommen. Oder im schlimmsten Fall: Sie braucht dringend einen Kerl und eine Heirat, um sich selbst als vollwertiger Mensch zu fühlen. All das sind Dinge, die sich keine Frau gerne sagen lässt. Noch schlimmer wird es, wenn bereits alle Töchter aus dem Umfeld oder sogar die kleine Schwester einen Ring am Finger haben - manche Eltern scheinen dadurch regelrechte Panikattacken zu bekommen, ihre Tochter könne als alte, unverheiratete Jungfer enden.

Das zeigt, wie konservativ unsere Gesellschaft noch in vielen Teilen ist und wie sie es versäumt, mit dem Lauf der Zeit Schritt zu halten. Schließlich hat sich die Stellung der Frau in den letzten Jahrzehnten sehr gewandelt, man studiert, arbeitet sich selbst die Karriereleiter empor und wechselt häufiger seine Partner. Es geht nicht mehr darum, unter die Haube zu kommen, sondern selbst, egal ob mit Heirat oder ohne, sein eigenes Leben zu gestalten und eventuell mit einem Partner zu teilen.

Heiratswütige Freundinnen und andere Hochzeitsmonster
Haben Sie auch Freundinnen, die kein anderes Thema mehr kennen? Ich kann zum Glück sagen, dass ich zwar Freundinnen habe, die kurz vor einer Heirat stehen oder bereits verheiratet sind, aber genau wissen, dass es auch noch andere Themen im Leben gibt als Brautkleider, Tisch-Dekorationen oder das "Wi"e des Heiratsantrags. Es gibt nämlich auch zahlreiche Frauen, die plötzlich nur noch über ihre Heirat sprechen können, gerne mal gepaart mit "Schade, dass du noch keinen Mann hast" oder einem "wann ist es denn eigentlich bei euch soweit?"

Ich bin der Meinung, dass diese Bräute spätestens am Tag nach der Trauung in eine tiefe Depression fallen werden, weil sie nichts mehr zu besprechen haben. Es wäre interessant, was amerikanische Bräute dagegen tun würden, schließlich sind die ja sogar so verrückt, vor dem Heiratstermin in spezielle Bridal Bootcamps zu gehen, um sich vor der Hochzeit komplett rundum zu erneuern. Und auch in Großbritannien wollen einer Studie zufolge 91 Prozent der Bräute unbedingt vor einer Heirat Gewicht verlieren.

Militärischer Drill für den angeblich schönsten Tag des Lebens? Seine Freundinnen vergraulen, nur weil man sein ganzes Leben um 24 Stunden kreisen lässt, nämlich den Hochzeitstag? Nein, danke. Zeigen Sie Verständnis für die Heiratsvorhaben Ihrer Freundinnen, egal ob Sie ein Heiratsfan sind oder nicht, zücken Sie aber die rote Karte wenn aus potentiellen Bräuten echte Hochzeitsmonster werden.

Heirat - warum meine Oma und Hollywood es uns schwer machen
Genau wie meine Oma mit ihrer "Bis du heiratest, ist alles gut"-Leier, macht uns Hollywood das Heiraten schwer. Ob "Pretty Woman" oder "Romeo und Julia", in Hollywood sind die Liebe und eine Heirat immer perfekt, rosarot und schmecken nach Zuckerwatte. Genauso wie das, was meine Oma mir weis machen wollte. Ich bin sicher, meine Oma wusste, dass die Liebe nicht immer nach Zuckerwatte schmeckt und eine Heirat nicht die Lösung für alle Probleme ist. Sie muss sicher gewesen sein, dass ich die Wahrheit irgendwann selbst herausfinde und rosarote, zuckersüße Liebe dann nur noch auf der Leinwand und nicht mehr im richtigen Leben erwarte.

Trotzdem hat sie an die Ehe geglaubt, und auch ich möchte irgendwann heiraten. Dann aber nicht, weil es mein Umfeld von mir verlangt, nicht, weil sich erste Falten in meinem Gesicht zeigen oder weil ich um jeden Preis einen Mann an mich binden möchte. Und schon gar nicht als Hochzeitsmonster. Ich möchte aus Liebe jemanden heiraten, der mich aus den selben Gründen heiraten möchte. Und das scheint, gottseidank, auch vielen anderen so zu gehen. Immerhin gaben in einer Amazon-Umfrage über 93 Prozent der Befragten, Männer wie Frauen, an, es noch nie bereut zu haben, sich für eine Heirat entschieden zu haben. Und das sind doch schöne Aussichten, egal ob mit Narbe oder ohne.


Berühmte, schöne und unverheiratete Frauen

Wenn es Ihnen mit dem Heiratsfieber mal wieder zu bunt wird: Hier kommen die besten Vorbilder, dass man auch unverheiratet eine schöne und erfolgreiche Frau sein kann:

  • Coco Chanel: Sie hat unsere Mode geprägt, ist eine Mode-Ikone und hat zahlreiche Männer verrückt gemacht. Da Ihre große Liebe aber eine andere heiratete, blieb sie Zeit ihres Lebens allein, stand eine Heirat für sie nie zur Debatte.
  • Greta Garbo: "Ich sehe mich nicht als Ehefrau - ein hässliches Wort", sagte Greta Garbo mit 23 Jahren und sollte Recht behalten. Trotz zahlreicher Liebschaften hat die Schauspielerin nie geheiratet.
  • Oprah Winfrey: Seit fast 20 Jahren zusammen, aber Stedman Graham und die US-Talkerin denken gar nicht an eine Heirat. "Wenn wir je geheiratet hätten, wären wir heute nicht mehr zusammen", so Oprah. Das hatte sogar schon zu Gerüchten geführt, sie sei lesbisch, was sie aber stets dementierte.
  • Vanessa Paradis: Immer wieder gibt es Gerüchte, dass die 37-Jährige und Johnny Depp, mit dem sie seit über zehn Jahren liiert ist, den Bund der Ehe eingehen wollen. Glücklich zu sein scheint sie aber auch ohne eine Heirat.
  • Cameron Diaz: Heiratsgerüchte begleiten ihre Beziehungen immer. Doch noch sieht es so aus, als wenn eine Heirat für die 37-Jährige nicht aktuell ist.
  • Kylie Minogue: Sie ist inzwischen 41 Jahre alt, glücklich liiert, doch eine Heirat hält Kylie Minogue für ausgeschlossen: "Kind und Karriere, ja, Hochzeit nein!", so Kylie.

von Julia Windhövel

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