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Heiraten international: Das sind die schönsten Hochzeitsbräuche aus aller Welt

Esther Tomberg Veröffentlicht von Esther Tomberg
Veröffentlicht am 8. Oktober 2016

Andere Länder, andere Sitten. Das gilt auch für Hochzeitsbräuche und Traditionen.

Ringe tauschen und Brautstrauß werfen gehört bei deutschen Hochzeiten zum absoluten Standard-Programm. Diese Bräuche sind in anderen Ländern jedoch alles andere als selbstverständlich. Eine Hochzeit unterscheidet sich nicht nur von Brautpaar zu Brautpaar, sondern auch von Land zu Land.

Hochzeitsbräuche machen eine Hochzeit zu einem ganz besonderen und einzigartigen Ereignis. Die Rituale sind alte Traditionen, die auch modernen Hochzeiten einen ganz individuellen Touch verleihen.

Deutsche Hochzeitsbräuche

In Deutschland lieben wir das Werfen von Reis nach der Trauung beim Auszug des Brautpaars. Damit soll die Fruchtbarkeit des Paares unterstützt werden. Auch Baumstamm sägen, Herz aus einem Stück Stoff ausschneiden und die Braut über die Schwelle tragen, sind bei uns absolut angesagt. Diese Tradition besiegelt den ersten Schritt ins neue, gemeinsame Leben des Paares. Unter der Schwelle sollen angeblich Geister sitzen. Durch das Hinübertragen der Braut soll sie sicher und beschützt sein.

Zu den beliebtesten Bräuchen in Deutschland gehört auch Blechdosen an das Auto des Brautpaares nach der Hochzeit zu hängen. Durch den Lärm bekommen die Passanten mit, dass ein neu vermähltes Ehepaar unterwegs ist. Oft kommt auch noch ein Hupkonzert der Hochzeitsgäste dazu. Der Lärm der Dosen soll böse Geister vertreiben, die dem jungen Glück schaden könnten.

Griechische Hochzeitsbräuche

In Griechenland wird den Hochzeitsgästen die Einladung mit Süßigkeiten (Loukoumi) überreicht. Die letzte Woche vor der Hochzeit muss das Brautpaar ohne einander aushalten, da es Unglück bringt, sich in dieser Zeit zu sehen. Nach der Hochzeitszeremonie geht ein Verwandter der Braut herum und sammelt Geldscheine von den Verwandten und Freunden ein, die der Braut an ihr Kleid geheftet werden.

Mexikanische Hochzeitsbräuche

In Mexiko gehört eine Piñata zu jedem Hochzeitsfest dazu. Die Piñata ist eine große Figur aus Pappmaché, die mit Süßigkeiten und Geldgeschenken für das Brautpaar gefüllt ist. Das Brautpaar muss mit verbundenen Augen versuchen, die Piñata zu schlagen, bis die Geschenke herausfallen. Gäste und Freunde dürfen dem Paar dabei helfen.

Traditionell schenkt der Bräutigam seiner Braut 13 Goldmünzen. Sie stehen jeweils für ein Eheversprechen. Damit soll auch gezeigt werden, dass der Mann seiner Frau die Kontrolle über sein Vermögen gibt.

Türkische Hochzeitsbräuche

Türkische Hochzeiten werden oft sehr groß und mit hunderten Gästen gefeiert - gerne auch über mehrere Tage. Finanziert wird das Fest von den Eltern der Braut, den Eltern des Bräutigams und den Gästen, die Geld- und Goldgeschenke überreichen. Oft werden die Geldscheine mit Nadeln an die Kleidung des Brautpaars gepinnt. Den Abend vor der Hochzeit verbringt das Brautpaar getrennt. Die Hände und Arme der Braut werden dann mit roter Henna-Farbe verschönert. Bei der Hochzeitszeremonie trägt die Braut traditionell ein weißes Kleid mit einer roten Satinschleife, die laut Tradition für ihre Jungfräulichkeit steht.

Niederländische Hochzeitsbräuche

In den Niederlanden fließt der Champagner in rauen Mengen. Der Korken der Champagnerflasche, die während der Hochzeitszeremonie als Erstes geöffnet wurde, wird in der Hochzeitsnacht unter das Kissen des Brautpaars gelegt. Diese Tradition soll den Beiden ein ausgefülltes Liebesleben und Fruchtbarkeit bescheren.

Dänische Hochzeitsbräuche

In Dänemark wird bei der Hochzeitsfeier die Tradition gepflegt, dass Freunde und Verwandte die Braut und den Bräutigam küssen dürfen. Aber nur, wenn der andere Teil des Brautpaares den Raum verlässt. Wenn sich also zum Beispiel die Braut kurz frisch machen geht, ist der Bräutigam für alle weiblichen Gäste zum Küssen freigegeben. Aber nur solange, bis die Braut wieder da ist.

Russische Hochzeitsbräuche

Kaum eine russische Hochzeit kommt ohne den berühmten Schuhklau aus. Dabei muss sich eine Gruppe der Gäste als Zigeuner verkleiden. Die Zigeuner müssen dann zur passenden Musik in den Saal schreiten und einen Tanz aufführen. Dabei klettert einer unter den Brauttisch und klaut der eingeweihten Braut den Schuh. Wenn es Zeit für den Hochzeitstanz ist, ist die Braut über den Schuhklau zutiefst bestürzt.

Die Gäste müssen den Abend retten und den Zigeunern den Schuh abkaufen. Die Spender werden mit einem Schluck Wodka belohnt. Die Trauzeugen werden bestraft, da sie den Schuhklau nicht verhindert haben. Sie müssen strippen, Limbo tanzen oder Schnaps trinken. Sobald die Braut ihren Schuh zurückbekommen hat, kann der Hochzeitstanz stattfinden.

Englische Hochzeitsbräuche

Die Braut soll bei der Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues bei sich haben. Dieser Hochzeitsbrauch kommt ursprünglich aus Großbritannien, wird aber auch in Deutschland immer beliebter. Das Blaue ist meistens ein Strumpfband. Das Alte kann ein Schmuckstück sein, das an die Braut vererbt wurde. Das Neue ist natürlich das Hochzeitskleid. Das Geborgte ist oft auch ein Schmuckstück.

Das blaue Stück steht für Treue, das Geborgte für Freundschaft, das Alte für das bisherige Leben der Braut und das Neue für die glückliche Zukunft, die sie erwartet.

Schottische Hochzeitsbräuche

In Schottland dürfen weder das Brautpaar noch die Gäste grüne Kleidung tragen, weil diese Farbe den Elfen vorbehalten ist und diese nicht verstimmt werden dürfen. Deshalb sind auch beim Hochzeitsmenü alle grünen Lebensmittel von der Karte gestrichen und es gibt weder Salat noch Bohnen oder Brokkoli. Eine Ausnahme gibt es bei diesem alten Aberglauben jedoch: Im Brautstrauß darf ein wenig Grün vorkommen.

Italienische Hochzeitsbräuche

Italiener lieben es romantisch, wenn sie um ihre Zukünftige werben. Traditionell singt der zukünftige Bräutigam ein Abendständchen unter dem Fenster seiner Angebeteten. Ein weiteres Antragsritual: Er legt ihr einen Holzstamm vor die Tür. Nimmt sie den Antrag an, holt sie das Holz hinein. Lehnt sie ab, rollt sie den Stamm von ihrer Tür weg. Bei der Hochzeitsfeier gibt es traditionell ein Buffet mit Spanferkel oder gegrilltem Lamm. Anschließend werden vom Brautpaar gezuckerte Mandeln verteilt. Sie sollen das Süße und das Bittere in einer Ehe symbolisieren.

Rumänische Hochzeitsbräuche

In Rumänien muss der Bräutigam sportlich sein. Die Freunde der Braut hängen den Brautkranz in einen hohen Baum. Der Bräutigam muss ihn herunterholen und das auf ganz besondere Art und Weise: Seine Verwandten und Freunde bilden eine Pyramide. Der Bräutigam muss erst sie erklimmen, dann den Kranz holen und ihn seiner Braut aufsetzen.

Französische Hochzeitsbräuche

Bei vielen französischen Hochzeiten versteigert die Braut ihr Strumpfband meistbietend. Dabei bilden die Gäste einen Kreis um die Braut. Die Braut tanzt in der Mitte und beginnt ihren Rock ganz langsam höher zu schieben. Die männlichen Gäste bieten Geld für jeden Zentimeter mehr Bein. Wenn das Band zu sehen ist, erhält es derjenige, der zuletzt am meisten geboten hat. Das gesammelte Geld geht an das Brautpaar.

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