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Horoskop

Mondkalender – Alles Aberglaube oder ein wertvoller Ratgeber?

Julia Windhövel
von Julia Windhövel Veröffentlicht am 3. Februar 2010

Wo immer Archäologen auf uralte Zeugnisse menschlicher Kulturen stoßen, finden sie Belege für deren Beschäftigung mit dem Mond.

Der Mond ist nicht nur ein Himmelskörper, der von der Erde aus leicht zu beobachten ist; sein Einfluss auf das Leben auf der Erde ist belegt und unbestritten. Deshalb sind Mondkalender, in denen man vom Einfluss des Mondes auf den Menschen ausgeht, nicht einfach Hokuspokus.

​Man geht davon aus, dass die Einteilung in eine Sieben-Tage-Woche auf die Veränderung des Mondes aus Erdenperspektive (nämlich Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond) zurückzuführen ist. Damit geht die Aufteilung des Jahres in Monate auch auf den Mondkalender zurück.

Mondkalender werden von Menschen schon seit Jahrhunderten genutzt

Warum der Mond für den Menschen schon immer eine besondere Bedeutung hatte, ist nicht schwer nachzuvollziehen. Der Mond ist ein Erdtrabant und ein Himmelskörper, der sich uns beinahe jeden Abend zeigt. Magische Kräfte werden ihm nachgesagt, und in der Wissenschaft aber auch in der Literatur spielt er seit vielen Jahrhunderten eine besondere Rolle. Mit Hilfe des Mondes können Zeitspannen beschrieben werden und es lag somit auf der Hand, nach seinem Maß einen Kalender zu erstellen.

Doch aus welchem Grund ist man bei uns irgendwann auf den Sonnenkalender umgestiegen? Zum einen ist das Sonnenjahr ist mit seinen 365,25 Tagen etwas länger als ein Mondkalender-Jahr. Dazu kommt, dass sich in einem Sonnenjahr die Jahreszeiten regelmäßig wiederholen - und deren Wiederkehr ist beispielsweise für die Landwirtschaft von großer Bedeutung.

Mondkalender findet man auch unter religiösen Kalendern, beispielsweise wenn es um die Berechnung von Festtagen geht. Das hat nur zur Folge, dass Feste durch unser Kalenderjahr wandern. Das ist etwa beim islamischen Opfer- oder beim Zuckerfest der Fall, die je nachdem auf immer unterschiedliche Tage im Jahr fallen.

Kombinationen aus Mond- und Sonnenkalendern

Im antiken Athen gab es einen Mondkalender, der an das Sonnenjahr angeglichen war. Und auch der jüdische Kalender funktioniert auf diese Weise (man spricht von lunisolaren Kalendern. Luna ist der Mond, Sol die Sonne).
Auch das christliche Osterfest richtet sich nach dem Mondkalender: Seit vielen Jahrhunderten findet Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond statt. Bei den Buddhisten wird der Feiertag zur Geburt Buddhas jährlich mit einem Mondkalender bestimmt.

Wo Mondkalender bestehen, den Jahresrhythmus, die Festtage, die Feiertage und Zeremonien bestimmen, ist der Mond natürlich von großer Bedeutung. Auf der Himmelsscheibe von Nebra ist der Mond zu sehen und Stonehenge, das Weltkulturerbe im Süden Englands, soll, so vermutet man, einmal als Mondobservatorium gebaut worden sein. In vielen Kulturen war der Mond ein wichtiger Gott bzw. eine Göttin: Bei den Kelten stehen der Mond und seine Veränderung aus Erdenperspektive beispielsweise für den Zyklus der Frau.

Der Mondkalender heute

Der Mond hat direkten Einfluss auf unser Leben. Die Gezeiten (Ebbe und Flut) werden vom Mond bestimmt. Wissenschaftler gehen darüber hinaus davon aus, dass der Mond die Rotation der Erde stabilisiert und dadurch dafür sorgt, dass es überhaupt einigermaßen vorhersehbare Wetterwechsel auf der Erde gibt. Weniger bekannt ist. dass der Mond einem Staubsauger gleich viele Festkörper, die durch das Weltall fliegen und die Erde treffen könnten, abfängt.

Viele Menschen lassen sich noch heute vom Mond leiten, indem sie auf Mondkalender vertrauen. Viele, die Erfahrung im Umgang mit einem Mondkalender haben, sind überzeugt davon, dass der Mond einen starken Einfluss auf unser Leben hat. Die Mondphasen beeinflussen Tiere und Pflanzen, und es gibt viele Menschen, die überzeugt davon sind, dass besonders ihre Ruhephasen vom Vollmond gestört werden. Andere nutzen Mondkalender, um zu bestimmen, wann sie sich ihre Haare schneiden lassen oder Brot backen sollten.

Auch für Landwirte sind Mondkalender seit vielen Jahrhunderten von großer Bedeutung. Wann gesät wird und wann die Ernte eingeholt wird, ist natürlich immer auch eine Frage äußerer Umstände. Der Stand des Mondes ist dabei immer auch ein Omen. In der frühen Neuzeit gab es sogar Gesetze, die festlegten, dass die Nutzholzgewinnung nur nach dem Mondkalender zu geschehen hat. Und auch die frühe Kräuter- und Heilkunde kam nicht ohne Mondkalender aus.

Mondkalender bilden Zyklen ab

Die im Mondkalender abgebildeten Zyklen sind der Rahmen, auf dem sich bestimmte Erfahrungswerte abbilden lassen. Das heißt, der Mondkalender steht weniger für die magische Kraft des Mondes als vielmehr für die Möglichkeit, uraltes Wissen zu nutzen und weiterzugeben.

In unserer Zeit, in der sich viele Menschen nach alten Werten zurück sehnen, werden Mondkalender immer beliebter. Sie können bei Diäten genutzt werden (wann sollte ich eine Diät beginnen? Wann sollte ich welche Lebensmittel meiden?) oder sogar Termine für Amts- und Bittgänge vorschlagen. Mondkalender regulieren die die Hausarbeit und geben vor, wann am besten renoviert werden sollte. Und auch für die Liebe hält der Mondkalender Tipps bereit (soll ich an einem Dienstag heiraten? Ist heute ein guter Tag für einen mutigen Flirt?). Es gibt kaum eine Angelegenheit oder Lebenslage, für die der Mondkalender keinen Tipp und Ratschlag bereit hält.

von Julia Windhövel

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