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Die Emotionen in der Schwangerschaft
Wie oft hört oder liest man, dass die Hormone für so manches Wechselbad der Gefühle verantwortlich sind. Stimmungsschwankungen und unausgeglichenes Verhalten werden von den hormonellen Umbrüchen ausgelöst, aber auch von psychologischen Veränderungen und Ängsten, die mit Ihrem neuen Zustand zusammenhängen.
Ihr Leben, Ihr Alltag und Ihre Zukunft sind völlig aus den Fugen geraten. Mit der freudigen Nachricht keimt bei vielen Schwangeren auch ein beunruhigendes Gefühl auf und bei manchen Gedanken - zum Beispiel an die Entbindung - kann Ihnen Angst und Bange werden. Es gibt also viele Gründe, die Ihre aktuelle Verwirrung erklären können.
Schwangerschaft, Gefühle und Hormone
Wie hängen diese drei Faktoren wirklich zusammen? Die Hormone, die von den endokrinen Drüsen ausgeschüttet werden, erreichen während der Schwangerschaft Spitzenwerte. Manche dieser körpereigenen Substanzen wirken sich anscheinend auch auf Ihre Launen aus. Adrenalin kann Stress oder Nervosität hervorrufen. Endorphine lösen einen Wohlfühleffekt aus. Das Powerhormon Kortisol und das Milchhormon Prolaktin sind für den Körper angeblich regelrechte Dopingmittel. Auch Östrogene haben eine aufputschende Wirkung. Und all diese Energiespender prallen auf das müdigkeitsfördernde Hormon Progesteron.
Unsere Hormone stehen also in Wechselwirkung zueinander, ergeben ein Ungleichgewicht und damit ein chemisches Klima, das spontane Stimmungsschwankungen begünstigt: Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt, ein wahres Wechselbad der Gefühle: hypersensibel, euphorisch, dann wieder gestresst, besorgt oder deprimiert.
Es gibt keine Regel: Die Emotionen können plötzlich vehement ausbrechen.
Darüber sprechen
Schwangere Frauen werden heutzutage sehr gut medizinisch betreut und auf die Geburt vorbereitet. Aber die völlig natürlichen Sorgen und Zweifel einer Mutter werden leider oft totgeschwiegen.
Wenn Sie sich besonders verletzlich fühlen oder Ihre Schwangerschaft als negativ empfinden, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme darüber sprechen oder eine Fachberatung aufsuchen (Pro Familia, einen Psychologen, ...). Das heißt nicht, dass Sie gleich eine umfangreiche Psychotherapie beginnen müssen. Sie brauchen einfach nur eine Person, die Ihnen zuhört und Ihre Ängste versteht.
Eine Schwangerschaft ist nicht immer einfach. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen, besonders wenn es für Sie das erste Mal ist. Es hilft Ihnen bestimmt, darüber zu sprechen. Es ist unsagbar wichtig, in der Schwangerschaft Unterstützung zu bekommen. Eine werdende Mutter ist psychisch "transparent".
Daher ist es leicht möglich, zu den tiefer liegenden Gefühlen vorzudringen, die sonst kaum erreichbar sind, weil sie verdrängt werden. Außerdem sind manche Angstzustände in der Schwangerschaft behandelbar, sodass die Entstehung von eventuellen Bindungsstörungen zum ungeborenen Kind von vornherein verhindert werden können.
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