Eine Zwillingsschwangerschaft bedeutet doppelte Freude, aber auch doppelte Organisation. Hier bekommen Sie alle nützlichen Informationen, wenn Sie mit Mehrlingen schwanger sind, damit Sie ihre zwei, drei (oder noch mehr) Babys ohne Zweifel und Panik erwarten können.
Wann kann man feststellen, ob es Zwillinge sind?
Mit Hilfe der Ultraschalltechnik wird meistens schon im Frühstadium erkannt, ob sich mehrere Embryonen im Bauch befinden. Dadurch kann von Anfang an eine optimale Betreuung für die werdende Mutter gewährleistet werden. Das ist sehr wichtig, denn eine Mehrlingsschwangerschaft wird im Gegensatz zu einer Einlingsschwangerschaft vom Arzt automatisch als Risikoschwangerschaft eingestuft.
Was ist anders bei einer Zwillingsschwangerschaft?
* Für die Babys gibt es hauptsächlich zwei Unterschiede:
- Das Risiko einer Frühgeburt ist deutlich höher als bei einer „einfachen“ Schwangerschaft, da die Gebärmutter stärker gedehnt wird.
- Bei eineiigen Zwillingen, die sich eine Plazenta teilen, kann es zu einer ungleichen Blutversorgung kommen: Ein Zwilling erhält zu viel Blut, der andere zu wenig. Dieses Phänomen heißt fetofetales Transfusionssyndrom (FFTS). Bei eineiigen Zwillingen werden die Wachstumsentwicklung und die Herztätigkeit daher besonders intensiv überwacht.
* Für die Mutter:
- Müdigkeit ist stärker
- Es besteht eine erhöhte Gewichtszunahme
- Die mit einer Schwangerschaft verbundenen Unannehmlichkeiten treten häufig geballt auf: Übelkeit, Krampfadern, Schwangerschaftsstreifen, Atemlosigkeit...
- Es kommt häufiger zu Bluthochdruck
Bei Mehrlingsschwangerschaften wird außerdem überdurchschnittlich oft per Kaiserschnitt entbunden: Erstens aufgrund der Geburtslage der Babys und zweitens weil die Gefahr besteht, dass der Mutterkuchen an der falschen Stelle in der Gebärmutter festgewachsen ist (Placenta praevia).
Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?
- Wenn Sie Zwillinge erwarten ist Erholung ein Muss!
- Legen Sie sich hin, machen Sie eine Pause, lassen Sie sich bei Haushalts- arbeiten helfen und zögern Sie nicht, Ihre Familie um Unterstützung zu bitten!
- Akzeptieren Sie es, wenn Sie von Ihrem Arzt krank geschrieben werden!
- Es werden mehr Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt: Ab dem 6. Monat alle zwei Wochen, wenn alles normal verläuft. Falls es einen Anlass zur Beunruhigung geben sollte oder das geringste Problem auftritt werden zusätzliche Untersuchungen anberaumt.
- Führen Sie alle Labortests durch, die Ihnen verschrieben werden. Der Urintest ist besonders wichtig, weil eine erhöhte Konzentration des Eiweißes Albumin im Harn ein Hinweis auf Schwangerschaftsdiabetes sein könnte.
- Ihr Frauenarzt stellt Ihnen eventuell ein individuelles Ernährungsprogramm zusammen, um eine übermäßige Gewichtszunahme zu vermeiden, die sowohl für Sie als auch für Ihre Babys schädlich ist. Halten Sie sich unbedingt an diese Vorgaben!
Mehr Ultraschalluntersuchungen
Bei Zwillingsschwangerschaften finden meistens mehr als die üblichen drei Ultraschallkontrollen statt. Dabei kann zum Beispiel auch der Zustand des Muttermundes überprüft werden.
Die Geburt
- Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie vor dem errechneten Geburtstermin entbinden werden. Häufig rät der Arzt dazu, die Geburt in der 39. SSW künstlich einzuleiten, um sicher zu gehen, dass die Entbindung unter bestmöglichen Bedingungen verläuft.
- Beginnen Sie frühzeitig damit, sich ein Krankenhaus für die Entbindung auszusuchen. Achten Sie darauf, dass das Krankenhaus ebenfalls über eine Frühchen-Intensivstation und eine chirurgische Abteilung verfügt.
- Ganz wichtig: Melden Sie sich schnell für einen Geburtsvorbereitungskurs an. Dort finden Sie eine Anlaufstelle für alle möglichen Fragen und werden während der restlichen Schwangerschaft professionell unterstützt.
- Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob Sie die Möglichkeit haben, während Ihrer Schwangerschaft zu Hause von einer Hebamme betreut zu werden. Fragen Sie auch Ihren Arzt, welche zusätzlichen Hilfsangebote für Zwillingsmütter existieren.
Nützliche Adressen:
In Deutschland haben sich Zwillings- oder Mehrlingseltern oft zu regionalen Vereinen zusammengeschlossen. Erkundigen Sie sich im Jugendamt nach örtlichen Elterninitiativen. Hier ein paar Beispiele von vielen:
- Mehrlingseltern im Internet: Mehr als eins
- Für Drillinge, Vierlinge, Fünflinge: Der ABC Club
- Engelchen & Bengelchen e.V. in Nordbayern
- Doppeltes Lottchen in Würzburg
- Nimm zwei... und mehr in Hessen
- Die Zwillikrabbler aus Worms
- Der Zwillingsstammtisch in Weiden
- Zwillingsgrunde Darmstadt
-Zwei dabei in Stuttgart
- Mehrlingselternverein in Österreich
- Liste der Zwillingsclubs in der Schweiz
|