|
Freundschaft: Kaum etwas ist so wichtig für uns wie gute Freunde. Auf die Frage, was im Leben wirklich glücklich macht, antwortete in einer repräsentativen Umfrage die Hälfte aller Befragten spontan mit "Freundschaft".
Gute Freunde stehen zu uns, sie kennen uns mit all unseren Macken und Fehlern und mögen uns trotzdem. In einer Freundschaft können wir vertrauen, wir sagen uns ehrlich die Meinung, wenn es sein muss, und würden uns doch nie verletzen. Der beste Freund oder die beste Freundin ist etwas ganz Besonderes - da kann bei Einigen nicht einmal der eigene Partner konkurrieren. Klar: Ohne Freundschaft würden wir das Schönste im Leben verpassen.
Es gibt Freundschaften, die begleiten uns seit dem Sandkasten. Andere sind unterwegs zerbrochen. Wieder andere Freundschaften haben wir erst als Erwachsene geschlossen.
Doch wie entsteht eigentlich eine Freundschaft?
Wie hält man sie am Leben? Und vor allem: Warum gelingt es bei manchen Menschen trotz aller Sympathie nicht, eine echte Freundschaft aufzubauen?
Diesen Fragen geht der Psychologe Dr. Horst Heidbrink von der FernUni Hagen nach. Die Fähigkeit, Freundschaften zu haben, lernen wir demnach schon im Kleinkindalter. "Ab dem Zeitpunkt, wo ein Kind das erste Mal auf Gleichaltrige trifft, beginnt der Lernprozess", so der Psychologe. Während die Eltern den Nachwuchs beim Mensch-ärger-dich-nicht schon mal gewinnen lassen, wird der Knirps bei anderen Kindern auf Widerstand stoßen - eine Beziehung auf Augenhöhe also.
"Kinder haben die Gabe, einander blind zu vertrauen. Freundschaften werden innerhalb von Augenblicken geschlossen. Genauso schnell wird diese Freundschaft aber auch wieder aufgekündigt, wenn kurzfristig Enttäuschung oder Streit entsteht." Das Wesen von Freundschaft und die Fähigkeit, sie auch in schwierigen Situationen zu erhalten, muss also erst trainiert werden.
Als Teenager lernen wir dann eine weitere Lektion, nämlich: Freundschaften sind keine exklusiven Beziehungen. "Gerade junge Mädchen neigen dazu, ihre beste Freundin ganz für sich allein haben zu wollen. Da kommt es mitunter schon mal zu Eifersuchtsszenen, wenn die Freundin plötzlich auch andere Freunde hat." Eine Freundschaft unterscheidet sich in genau diesem Punkt von der Exklusivität der Eltern- und auch der späteren Paarbeziehung.
es
|