Immer mehr junge Menschen leben länger zu Hause. Das sog.
Nesthocker-Phänomen hat auch in Deutschland regelrecht Wurzel geschlagen: Laut dem statistischen Bundesamt ist die Zahl der 25-jährigen "Nesthocker" in den letzten
37 Jahren von 20% auf 29% gestiegen. Auch wenn das Nesthocker-Syndrom geschlechterübergreifend ist, so ist doch festzustellen, dass die Frauen das
Hotel Mama im Schnitt 2 Jahre früher
verlassen als die
Männer.
Doch zur
Nesthocker-Generation zählen nicht nur junge Menschen, bei denen sich der Auszug aus dem Elternhaus hinauszögert: Auch immer mehr Mitdreißigerinnen zieht es zurück ins Hotel Mama. Und das nicht nur in Deutschland.
Der Nesthocker-Trend hat sich so verbreitet, dass auch die Filmwelt nicht davon verschont blieb: Die bittere Komödie
Tanguy feierte schon 2001 internationale Erfolge, und sogar die Schauspieler selbst können dem Hotel Mama nicht widerstehen. Ob es wirklich ein Trost ist, dass es sogar
Stars wie Natalie Portman oder Anne Hathaway nach einer
Trennung zurück ins Elternhaus zog, ist eine andere Frage...
Aber bleiben wir in Europa: Wir wollten wissen, was erwachsene Frauen dazu bewegen kann, wieder zu den Eltern zu ziehen, und ob das wirklich funktioniert.
5 Nesthocker-Berichte und ein
Interview mit dem Soziologen Gérard Mermet sorgen für Aufklärung.