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Monster und die Angst vorm Fall: Der Albtraum in der Traumanalyse | |||||||||
Die Traumanalyse bringt Licht in die Deutung solcher Albträume. Jeder Traum ist eine ganz persönliche Angelegenheit, bei welcher die Psyche des träumenden Menschen Einblicke offenbart - bis an die Grenzen des Bewusstseins. In Träumen verarbeitet das Unterbewusstsein das Erlebte der vergangenen Tage (oder gar Jahre) ebenso wie die Wünsche, Hoffnungen und Ängste des Träumers. So vielfältig wie die Menschen selbst sind somit die Träume, die vom Träumer als Albträume empfunden werden.
Der Albtraum als Warnung
Generell können viele Traumgeschehnisse als Albtraum wahrgenommen werden. Typische Traumbilder in Albträumen können Unfälle und Gefahren für den Träumer oder nahestehende Personen sein, das Gefühl, ins Bodenlose zu fallen oder verfolgt und gejagt zu werden. Auch Situationen wie alleine und nackt in einer Menschenmenge zu stehen oder andere Situationen, die Angstgefühle auslösen, können im Albtraum auftreten.
Grundlegend sieht die Traumanalyse die Traumbilder bei der Deutung von Albträumen als Warnungen an. Instinktiv spürt der Träumer eine Gefahrensituation oder eine starke Gefühlsregung wie Angst, Zweifel oder Unsicherheit in seinem realen Leben, welche in Form von entsprechenden Traumbildern verarbeitet wird. Das Unterbewusstsein greift dabei gezielt auf extreme Traumbilder zurück, um den Träumer „wachzurütteln“, damit dieser in der Realität bewusst auf die Hintergründe des Traumes eingehen kann. Dabei muss jedoch in verschiedene Formen des Albtraums unterschieden werden, beispielsweise in Träume, die sich auf Erlebtes beziehen, scheinbar keine Zusammenhänge mit der Realität haben sowie wiederkehrende Träume. Wahr-Träume sind hingegen im Bereich der Albträume nur sehr selten zu finden.
Albträume in der Deutung
Um einen Albtraum deuten zu können, sind unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen. In der Traumanalyse sind alle Details wichtig, die dem Träumer im Gedächtnis geblieben sind. Dazu gehören neben den Orten, beteiligten Personen und dem Geschehnis selbst auch die Gefühle des Träumers. Gebäude im Traum stehen in der Regel für den Körper des Träumers, eine Straße oder die Fortbewegung in einem Fahrzeug für den Lebensweg. Bedrohungen jeglicher Art stehen in der Traumanalyse für Gefahren für den Träumer und/oder die im Traum auftretenden Personen wie Familienmitglieder oder Freunde. Bisweilen werden die Gefahren im Traum auch durch diese ausgelöst.
Gleichen die Geschehnisse des Traums einer real erlebten Situation, kann man davon ausgehen, dass es sich bei dem Albtraum um eine Verarbeitung der Geschehnisse durch das Unterbewusstsein handelt. Wird beispielsweise im realen Leben eine Gefahrensituation erlebt, in der das eigene Kind involviert ist, kann auch der gute Ausgang in der Realität bei den Eltern anschließend Träume auslösen, bei dem der Ausgang nicht so glimpflich geschieht. Man verarbeitet somit unbewusst im Traum die eigenen, bereits erlebten Ängste.
Vergleichbar sind Albträume, in denen man von kommenden Ereignissen träumt, in denen ebenfalls der Träumer selbst oder eine nahe stehende Person in Gefahr gerät. Auch hierbei werden Ängste verarbeitet, in diesem Fall sozusagen „vorsorglich“ und als Warnung. Die dadurch beim Träumer in der eigentlichen Situation hervorgerufene erhöhte Aufmerksamkeit lassen das Traumgeschehen dabei in der Regel vermeiden oder ins Gegenteil umschlagen.
Unfall, Gefahr und Bedrohung im Albtraum
So beängstigend die extremen Bilder in einem Albtraum wirken können, so sollte man diese Bilder jedoch stets auch als Chance ansehen. Dies gilt insbesondere für Albträume, die nicht auf den ersten Blick auf eine real vorliegende Situation bezogen werden können.
Unfälle mit einem Fahrzeug können entsprechend als eine Warnung verstanden werden, die für den persönlichen Lebensweg und die damit verbundenen Pläne des Träumers steht. In diesem Fall sollte man seine eigenen Pläne (beispielsweise im Bereich der Karriere oder geschäftlicher Pläne) auf ihre Umsetzungsmöglichkeiten sowie gegebenenfalls bisher nicht erkannte Hindernisse prüfen. Die Vorbereitung auf solche möglichen „Pannen“ kann somit die Pläne sichern.
Gefahrensituationen im Albtraum, bei denen der Träumer beispielsweise mit einem Flugzeug oder an einem Abgrund abstürzt, können vor Überheblichkeit und Hochmut warnen oder als ein Verlust gedeutet werden. Tränen können sowohl im Traum als auch beim Aufwachen eine „Erlösung“ aus einer schwierigen Lebenslage anzeigen.
Sich selbst im Traum bedroht zu sehen, ist zumeist mit dem eigenen Gefühlsleben in Verbindung zu bringen. Die Traumanalyse sieht hierin häufig dem Träume innewohnenden Eigenschaften, Meinungen oder Gefühle, die bisher verdrängt nun ans Tageslicht treten. Der Überfall findet somit im eigenen Inneren statt, die Gefühle überwältigen den Träumer. Ein Diebstahl hängt hingegen damit zusammen, dass sich der Träumer im realen Leben selbst etwas „stiehlt“ - zumeist die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse zugunsten Anderer.
Wiederkehrende Träume in der Traumanalyse
Wiederkehrende (Alb)Träume nehmen in der Traumanalyse einen besonderen Stellenwert ein. Bedenkt man die Warnung, welche das Unterbewusstsein mittels der Traumbilder auszusprechen versucht, kann es verschiedene Ursachen haben, dass die gleichen Traumbilder immer wiederkehren. Einerseits kann ein Nichtbeachten oder Verdrängen des Träumers im bewussten Zustand mit der Wiederkehr zusammenhängen, andererseits eine nicht verarbeitete Situation ursächlich für die Wiederkehr sein. Erst wenn der Träumer die Botschaft des Traums verstanden hat, wird der Traum nicht mehr wiederkehren.
Entsprechend wichtig kann in einem solchen Fall die Deutung des Traums mittels fachkundiger Traumanalyse sein. Gegebenenfalls sollte man sich hierbei auch die Unterstützung eines Fachmanns sichern. Als Unterstützung bieten sich dabei sowohl ein Traumtagebuch an, in welchem alle Träume notiert werden, als auch eine meditative Auseinandersetzung mit dem Traum, um in der Traumsituation das Bewusstsein einschalten zu lernen, um sich selbst aus dem Albtraum zu befreien.
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Veröffentlicht von der Psychologie-Redaktion am 14/11/2008 12:15:00 | |||||||||
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