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Marion (31), Notarin
„Das war mein erster Job in einer Notarkanzlei. Konkret hieß das wenig Platz und wenig Kollegen. Meine zwei Arbeitgeber waren jeweils 55 und 40 Jahre alt. Ich dachte sofort, dass ich mit dem Jüngeren der beiden, den ich beim Vorstellungsgespräch nett gefunden hatte, gut auskommen würde.
Doch im gesamten ersten Monat hat er praktisch nie mit mir geredet, und das obwohl er mir Akten zum Bearbeiten geben und mir meine Aufgaben erklären musste… Er hat mich einfach mir selbst überlassen, ich war absolut hilflos.
Später einmal haben wir zusammen zu Mittag gegessen, da hat er mir sehr persönliche Fragen gestellt. Ich habe das Spiel mitgespielt und ihm geantwortet, da ich gehofft habe so sein Vertrauen zu gewinnen und ihn dazu zu bringen sich zu öffnen. Das war verlorene Zeit. Der Herr blieb stumm und wollte absolut nichts Preis geben.
Aber erstaunlicher Weise ist mit dem Lauf der Zeit, viel Geduld und genauem Beobachten meinerseits eine Art gegenseitiger Respekt entstanden. Wir haben einige angenehme kollegiale Momente miteinander erlebt, ganz einfach weil ich mich extrem bemüht habe.“