|
Jede Arbeit verdient einen leistungsgerechten Lohn.
Sie fühlen sich unterbezahlt? Dann ist jetzt der richtige Moment gekommen, um eine Gehaltserhöhung anzusprechen. Mit unseren Tipps sind Sie für das Gespräch perfekt gewappnet!
Die (finanzielle) Situation des Unternehmens
Am Anfang gilt: Wer neu in der Firma ist sollte nicht unmittelbar nach der Einstellung große Ansprüche stellen. Eine Gehaltserhöhung will verdient sein: Sie benötigen also mindestens 6 Monate Firmenzugehörigkeit bevor Sie die Gehaltsfrage ansprechen können.
Um auf eine Gehaltserhöhung hoffen zu können müssen Sie erst überprüfen ob Ihr Unternehmen gute Zahlen schreibt. Umsatz, Wachstum, Entwicklungsperspektiven... diese Informationen sind von entscheidender Bedeutung.
Prüfen Sie Ihren Marktwert: Informieren Sie sich in Gehaltslisten über den markt- üblichen Verdienst einer Person in Ihrem Alter und mit Ihrer Berufserfahrung in derselben Region. In Zeitungen oder im Internet werden häufig Gehalts-Checks angeboten. Einen weiteren Hinweis geben die Tariflöhne der Gewerkschaften.
Rechnen Sie durchschnittlich mit einer Gehaltserhöhung zwischen 5 und 15%.
Der richtige Moment für das Gespräch
Das jährliche Mitarbeitergespräch ist eine gute Gelegenheit um das Thema Gehaltserhöhung anzuschneiden. Der einzige Haken: Sie sind nicht der Einzige,
der dieses Anliegen vorträgt. Die Mitarbeitergespräche finden meistens am Jahresanfang oder -ende statt. Außerhalb dieses Zeitraums wird Ihre Anfrage sicherlich mehr Gehör finden (weil sie atypisch ist) und die Gehaltserhöhung kann entsprechend höher ausfallen.
Bei einem Stellenwechsel innerhalb der Firma oder einer Erweiterung des Verantwortungsbereichs. Sie können Ihren Gehaltswunsch besser begründen, wenn Sie Ihre neuen Aufgaben auflisten.
Die Auswahl des Gesprächspartners
Wenden Sie sich direkt an Ihren nächsten Vorgesetzten. Er trifft die endgültige Entscheidung vielleicht nicht unbedingt alleine, aber Sie bekommen bestimmt keine Gehaltserhöhung ohne seine Zustimmung. Ihr nächster Vorgesetzter ist von allen Personen am besten in der Lage, Ihre Arbeit zu beurteilen und Ihren Wert einzuschätzen.
Die Vorbereitung auf die Gehaltsverhandlung
- Führen Sie ein kleines Simulationstraining durch: Legen Sie sich Ihre Argumente zurecht und überlegen Sie sich vorher, wie Ihr Gegenüber reagieren könnte.
- Schreiben Sie sich Beispiele auf, die beweisen, wie nützlich Sie für das Unternehmen sind.
- Geben Sie an, wie viel der Erfolg Ihrer Arbeit in Zahlen wert ist.
- Erstellen Sie eine Liste mit allen neuen Aufgaben, die Ihnen übertragen werden könnten.
- Rechnen Sie sich das gewünschte Monatsgehalt aufs Jahr um. Bei Gehaltsver-handlungen zählt meistens das Brutto-Jahresgehalt.
Während der Verhandlung: Der Leitfaden
- Sprechen Sie am Anfang über die Leistungen, die Sie für das Unternehmen gebracht haben, und über das, was Sie bisher alles erreicht haben.
- Präsentieren Sie anschließend Ihre künftigen Ziele.
- Bringen Sie jetzt das Thema Gehalt zur Sprache ohne auf eine ganz präzise Summe zu bestehen (üblich ist eine Gehaltsspanne oder eine Mischung aus Fixgehalt und Prämie bzw. Provision).
Auftreten und Gesprächsstil
Gehen Sie mit einer siegessicheren Einstellung in das Gespräch! Zeigen Sie sich von Anfang an positiv und - ganz wichtig - lächeln Sie dabei! Das beweist Ihre Motivation. Bleiben Sie hartnäckig ohne aggressiv zu werden. Setzen Sie auf den Dialog: Hören Sie Ihrem Gesprächspartner zu um sein Arbeitsverständnis zu begreifen.
Zu vermeidende Fehler
- Begeben Sie sich nicht in eine Konfliktsituation.
- Vermeiden Sie es um jeden Preis, im Gespräch eine konkrete Gehaltszahl zu nennen. Warten Sie ab, bis Ihnen Ihr Vorgesetzter eine Summe nennt.
- Keine Erpressungsversuche: „Wenn ich keine Gehaltserhöhung bekomme gehe ich“. Wenn Sie Ihre Drohungen im Ernstfall nicht wahr machen verlieren Sie Ihre Glaubwürdigkeit.
- Bringen Sie auf keinen Fall einen Vergleich mit anderen Angestellten. Damit kritisieren Sie die Funktionsweise Ihres Gesprächspartners.
Was tun, wenn die Gehaltserhöhung abgelehnt wird
Versuchen Sie andere Vorteile auszuhandeln: zusätzlichen Urlaub, individuell vereinbarte Arbeitszeiten, einen Geschäftswagen oder ähnliches.
Machen Sie deutlich, dass Sie gerne mehr Verantwortung und neue Aufgaben übernehmen möchten. Daran können Sie erkennen, was Sie Ihrem Chef wert sind. In ein oder zwei Jahren können Sie wieder eine Gehaltserhöhung ansprechen.
Wenn sich in den nächsten 6-12 Monaten nichts verändert liegt es an Ihnen sich zu entscheiden, ob Sie bleiben oder gehen möchten...
|