 Die Kinderarmut in Deutschland nimmt jährlich rasant zu. | Fröhlich löffelt ein Kind im Kreis anderer Kinder seine Suppe. Ein normales Bild am Familien-Mittagstisch, könnte man meinen. Bis man den Satz hört: "Cool, endlich mal wieder was Warmes!" So sieht der Alltag in ehrenamtlichen Tageseinrichtungen aus, die von Kinderarmut betroffene Kinder betreuen. In Deutschland sind das 2,5 Millionen Einzelschicksale, das heißt jedes 6. Kind ist derzeit von Kinderarmut betroffen. Und jährlich werden es mehr, obwohl die Geburtenraten sinken: Seit 1965 hat sich die Geburtenrate etwa halbiert. Die Kinderarmut ist in dieser Zeit um das 16fache angestiegen.
Armut kann in Deutschland über verschiedene Wege ermittelt werden. Zum einen gilt als arm, wer mit weniger als 60% des mittleren Nettoeinkommens zurechtkommen muss. Das bedeutet, eine Alleinerziehende mit einem Kind unter 15 Jahren ist arm, wenn sie weniger als 1.144 Euro monatlich zur Verfügung hat. Für eine Familie mit zwei Kindern liegt die monatliche Grenze bei 1.847 Euro.
Eine andere Grundlage für vielfältige Statistiken ist die Anzahl derer, die Sozialleistungen empfangen. Mit Hartz IV bekommt ein Kind monatlich 208 Euro – darin enthalten sind 86 Cent für Spielsachen und 1,76 Euro für Schulmaterialien. Jährlich haben diese Kinder also rund 10 Euro für Spielsachen und 21 Euro für die nötigen Schulsachen. Für die Ernährung stehen einem Kind nach Hartz IV 3,42 Euro täglich zur Verfügung – nach Angaben des Forschungsinstituts für Ernährung in Dortmund benötigt ein Kind 4,68 Euro für Lebensmittel aus dem Discounter. Lebensmittel aus dem Supermarkt kommen noch teurer (7,44 Euro).
Egal welchen Berechnungsweg man wählt: Jedes Kind, das in Armut lebt, ist eines zu viel.
svh
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