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Häufiger Grund für unerfüllten Kinderwunsch: Das PCO-Syndrom

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 23. August 2017

PCOS: Vier Buchstaben, hinter denen sich eine Krankheit versteckt, die kaum bekannt, aber für sehr viele Frauen ein Problem ist.

Schätzungen zufolge leiden rund 1 Million Frauen in Deutschland an der Stoffwechselstörung PCOS. Das Polyzystische Ovarialsyndrom, eine Funktionsstörung der Eierstöcke, äußert sich in Zyklusstörungen und in Unfruchtbarkeit.

Beim PCO-Syndrom liegt eine Hormonstörung vor, bei der Frauen eine erhöhte Konzentration männlicher Hormone im Körper haben. Wodurch das Syndrom ausgelöst wird, ist unbekannt. Gene, Umwelteinflüsse und Übergewicht werden als mögliche Ursachen angesehen.

Was sind die Anzeichen des PCO-Syndroms?

Typisch für das Syndrom sind Zyklusstörungen: Bei der Hälfte der Erkrankten tritt die Monatsblutung selten auf (mit einem Zyklus von über 35 Tagen) oder sie bleibt komplett aus. Ansonsten kommt es oft zu Schmier- und Zwischenblutungen.

Die meisten Betroffenen leiden unter Übergewicht - hier ist unklar, ob es Ursache oder Folge der Erkrankung ist. Außerdem treten Unfruchtbarkeit, Diabetes oder Fehlgeburten bei Betroffenen auf. Auch eine vermehrte Behaarung im Scham-, Bein- und Bauchbereich kann ein Signal für die Krankheit sein: Der Überschuss an männlichen Hormonen sorgt für eine typisch männliche Körperbehaarung. Das kann sich auch an einem Oberlippenbart zeigen. Haarausfall, fettige Haut und Akne sind ebenfalls Symptome der Hormonkrankheit.

Wichtig: Es treten nicht zwangsläufig immer alle genannten Symptome auf.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass besonders Unfruchtbarkeit regelmäßig vorkommt. Deshalb leiden viele Frauen in der Folge unter depressiven Verstimmungen.

Die Diagnose des PCO-Syndroms

Bei Verdacht auf PCOS macht der Gynäkologe eine Tastuntersuchung. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung Klarheit schaffen. Das PCO-Syndrom liegt vor, wenn im Randbereich der Eierstöcke perlschnurartig aufgereiht viele kleine Eibläschen liegen. Der Ultraschall zeigt außerdem viele kleine schwarze Löcher auf den Eierstöcken der Patientin. Eine Blutuntersuchung zu Beginn des Zyklus kann außerdem helfen, Veränderungen im Hormonhaushalt festzustellen.

Das Syndrom liegt dann vor, wenn zwei der folgenden Symptome auftreten:

  • In den Eierstöcken befinden sich mindestens acht Zysten (sogenannte polyzystische Ovarien)
  • ​Eisprünge treten selten oder gar nicht auf (Regelblutungen in längeren Zeitabständen oder völlig ausbleibend)
  • Es liegt eine erhöhte Konzentration männlicher Sexualhormone vor


Allein das Vorliegen von vielen Zysten (polyzystischen Ovarien) bedeutet also nicht zwingend die Diagnose PCOS. Bei bis zu 23 Prozent aller Frauen (ohne weitere Beschwerden) werden polyzystische Ovarien gefunden, ohne dass ein PCO-Syndrom vorliegen muss.

Was kann man gegen das PCO-Syndrom tun?

Die Therapiemöglichkeiten beim PCO-Syndrom hängen davon ab, ob die erkrankte Frau Kinder bekommen möchte oder keinen Kinderwunsch hat. In erster Linie sollten die Symptome gelindert und der Stoffwechsel normalisiert werden. Außerdem sollten Probleme wie Diabetes und Übergewicht angegangen werden.

Besonders wichtig ist es, die Ernährung umzustellen, um dauerhaft an Gewicht zu verlieren und sich ausreichend und regelmäßig zu bewegen. Oftmals gelingt es schon dadurch, den Zyklus zu regulieren - Eisprünge setzen dann wieder ein.

Das beste Mittel gegen die Störungen im Hormonhaushalt ist die Pille. Sie stellt das Gleichgewicht wieder her. Übermäßige Behaarung, Kopfhaarausfall und Hautprobleme bessern sich. Großer Nachteil: die verhütende Wirkung der Pille. Frauen mit Kinderwunsch können statt der Pille alternativ Kortison einnehmen, um die männliche Hormonbildung zu hemmen und einen normalen Zyklus wiederherzustellen. Nicht jede Frau mit PCO-Syndrom muss also ihren Kinderwunsch endgültig aufgeben.

Weitere und ausführliche Informationen zum PCO-Syndrom findet ihr im Gesundheitsportal onmeda.de.
Hilfe und Beratung bietet die PCOS Selbsthilfe Deutschland e.V.

von der gofeminin-Redaktion

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