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Zartbitter, zuckersüß, raffiniert aromatisch - bei der Herstellung verführerischer Schokoladenkreationen ist Angélique äußerst erfinderisch. Ganz anders in ihrem Privatleben: Denn Angélique fällt in Ohnmacht, sobald sie jemanden ansprechen muss. Als sie ihren Job verliert, ist sie fest entschlossen, ihre extreme Empfindsamkeit endlich in den Griff zu bekommen. Todesmutig besucht sie ein Treffen der 'Anonymen Romantiker', einer Art Selbsthilfegruppe.
Anders Jean-René, der eine Schokoladenmanufaktur führt, aber im Umgang mit Menschen regelmäßig in Panik gerät. Während Angélique ihrer übergroßen Empfindlichkeit also in Gruppengesprächen zu Leibe rückt, versucht Jean-René seine Hemmungen mithilfe seines Therapeuten zu überwinden.
Verwicklungen auf Französisch
Wie es der Zufall will, treffen beide aufeinander, ohne von der Artverwandtheit des Anderen etwas zu ahnen. Aufgrund einer Verwechslung tritt Angélique in Jean-Renés Manufaktur die neue Stelle als Vertriebskraft an. Die Hürden, die sie hierbei überwinden muss, sind enorm. Doch verglichen mit Jean-Renés Angst vor den eigenen Gefühlen ist ihre Lage fast ein Kinderspiel. Denn die unerwartete Zuneigung zu seiner neuen Mitarbeiterin ist für Jean-René eine fast nicht zu meisternde Herausforderung - eine Herausforderung, der Jean-René mit den unorthodoxen Tipps seines Therapeuten begegnen will ...
Jean-Pierre Améris’ Komödie mit Isabelle Carré („Hideaway“, „Rückkehr ans Meer“) und Benoît Poelvoorde („Nichts zu verzollen“, „Coco Chanel“, „Mann beißt Hund“) ist ein wunderbar besetzter, typisch französischer Liebesfilm. Wie immer wird hier viel geredet und das vor allem über Zwischenmenschliches. Letzten Endes finden die beiden Protagonisten als charmantes aber extrem scheues Paar ihr ganz persönliches Rezept für die Liebe.
Ernster Hintergrund
So komödiantisch der Film die Schüchternheit seiner Hauptdarsteller verpackt, so ernst ist das Thema: Denn als psychisches Krankheitsbild gibt es die Hochsensibilität tatsächlich. Allein in Deutschland gehören nach Schätzungen 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung dazu.
Die Betroffenen sind nicht einfach besonders schüchtern oder ängstlich, vielmehr nimmt ihr Nervenkostüm Reize der Umwelt sehr viel intensiver wahr als das ihrer Mitmenschen. Das Umfeld ist über das eigenartig scheue Verhalten der Betroffenen meist erstaunt und hält hochsensible Personen schlichtweg für „überspannt“ oder extrem schüchtern. Regisseur Améris selbst gehört nach eigenen Aussagen zu diesen Hochsensiblen, weshalb es ihm ein Bedürfnis gewesen sei, diesen Film zu machen.
Filmstart: 11. August 2011
Alle Infos auch unter: www.die-anonymen-romantiker.de
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