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Ich sitze nervös in der Lobby des Hotel de Rome in Berlin und versuche, nicht daran zu denken, was gleich passieren wird. Um mich herum: eine Heerschar aufgetakelter Frauen, viele mit High heels, einige in knappen Miniröcken. Worauf wir warten? Auf den einen, den unvergleichlichen, den smarten, den schönen, den wunderbaren Mr. Sexy Matthew McConaughey. Und der lässt auf sich warten.
Mal ganz neutral betrachtet: Eigentlich gibt es gar keinen Grund dafür, dass Matthew McConaughey von so vielen Frauen so sehr angehimmelt wird. Seine bisherigen schauspielerischen Leistungen in Filmen wie 'Der Womanizer‘ oder 'Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen‘ waren durchschnittlich wie die Filme selbst, sein Erfolg mit 'Die Jury‘ (1996) ist lange her.
Klar, er ist ein Sunnyboy, der gern sein Sixpack am Strand von Malibu präsentiert, und surfen ist sicher auch ein Hobby, das für viele Frauen an sich schon attraktiv ist. Aber ganz ehrlich: Welche Frau will schon einen dauergebräunten Surfer mit Zahnpastalächeln, der ein mittelmäßiger Schauspieler ist und zudem mit einem brasilianischen Model verheiratet ist? Eigentlich: keine. Heute im Hotel de Rome: wir alle. Der Mann hat wohl einfach das gewisse Etwas und was genau das ausmacht, versuche ich im Interview herauszufinden.
Matthew McConaughey hat keinen Lebensplan
"Welcome guys, have a seat!" McConaughey fühlt sich als Gastgeber in seiner Suite sichtlich wohl. Optisch erfüllt er diese Rolle allerdings nur bedingt. In schlabbriger Jeans, weitem weißen Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln und lederner Cowboyweste hängt er mehr als dass er sitzt auf seinem Stuhl und winkt uns näher.
Er ist barfuß, neben sich auf dem Tisch hat er eine Flasche Bier positioniert. Die Luft riecht nach Alkohol und durchzechten Nächten. „Ich hab’s letzte Nacht ordentlich krachen lassen“, freut er sich, "in Berlin kann man echt verdammt gut feiern!“ Auf die Frage, ob er sich denn auch vorstellen könne, in Berlin zu leben, entgegnet er, er überlege, sich hier ein Appartement zu kaufen. Er sei da ganz offen, was seine Lebensplanung angehe: "Wir sind da kein bisschen neurotisch, meine Frau und ich. Wir sind noch jung, haben das ganz Leben noch vor uns. Ich mache mir da keine Gedanken, auch nicht übers Altern."
Und genau das scheint eines seiner Geheimnisse zu sein. Denn trotz des fragwürdigen Looks, den tiefen Rändern unter den Augen und trotz des Biergeruchs hat McConaughey eine vollkommen entspannte Ausstrahlung. Diesen Mann, so scheint es, kann so leicht nichts aus der Bahn werfen. Und das kommt natürlich an.
Auch in seinem neuen Film 'Der Mandant‘ spielt McConaughey einen Mann, der sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen lässt. Als Nick Hall ist er zwar kein Anwalt, wie er im Buche steht, sondern ein äußerst zwielichtiger Geselle. Aber genau das passt zu zu ihm als Schauspieler und genau deswegen ist 'Der Mandant‘ seit langem mal wieder ein Film mit McConaughey, der wirklich spannend und sehenswert ist.
Als zwielichtiger Strafverteidiger fühlt sich McConaughey sehr wohl
In die Rolle des smarten Strafverteidigers, der seine Geschäfte lieber auf dem Rücksitz seiner dunklen Lincoln Continental-Limousine abwickelt statt in einem gediegenen Büro, hat sich McConaughey richtig reingekniet. "Ich liebe diese Rolle, weil Nick so ein schräger Typ ist und dabei so verdammt cool. Diesen Film zu drehen hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht!“, schwärmt er.
Überhaupt kann McConaughey ohne das Filmedrehen nur ganz schwer leben. "Wenn ich nicht drehe, bin ich gestresst, ich verliere dann ganz schnell den Focus und werde unzufrieden. Filme zu machen gefällt mir wirklich sehr gut, ich würde sogar sagen, es ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Aber nur eine.“ McConaughey grinst in sich hinein. Hätte er gezwinkert, wäre der Zauber dahin gewesen. So aber legt sich auf das Gesicht sämtlicher anwesender Frauen eine leichte Röte und ein verlegenes Grinsen. Mr. Sexy - er hat’s mal wieder geschafft, mit einer vollkommen banalen Andeutung die Herzen zum Klopfen zu bringen.
Matthew McConaughey hat einfach raus, wie er bei uns landen kann. Und für sein smartes Grinsen und seinen texanischen Akzent verzeihen wir ihm immer wieder gern sein gockelndes Auf- und Ablaufen am Strand von Malibu. Nur eines noch: Der Schnurrbart, mit dem wir ihn neulich auf dem Filmfestival in L.A. gesehen haben, der muss definitv wieder weg!
Matthew McConaugheys neuer Film ‚Der Mandant‘ ist ab 23. Juni 2011 bei uns im Kino zu sehen. Hier gibt’s den Trailer:
jw
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