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Gedankenspiel: Was wäre, wenn wir mit dem Wissen von heute in unsere eigene Vergangenheit reisen könnten? An einem bestimmten Punkt in unserem Leben noch mal neu ansetzen, Entscheidungen treffen, die nicht getroffen wurden, Irrtümer korrigieren, den Mut aufbringen, unserem Leben den entscheidenden Richtungswechsel zu geben?
Juliane (Nina Hoss) verbringt eben noch den Sommer mit ihrer großen Liebe August (Mark Waschke) in Finnland, als sie eines Morgens mitten im Winter in Berlin aufwacht: in der Wohnung, die sie sich mit Phillip (Lars Eidinger) teilt, ihrem immer-noch-Lebensgefährten, der tut als ob nichts wär.
Nur langsam begreift Juliane: Sie ist in die Zeit zurückgefallen, zurück in den letzten Winter. Ihre beste Freundin Emily (Fritzi Haberlandt) ist noch am Leben, der Job als Übersetzerin ist so ermüdend wie eh und je, und August weiß noch nicht einmal von Julianes Existenz. Juliane hat nur noch ein Ziel: dafür zu sorgen, dass sie ihre Vergangenheit genau so lebt wie schon einmal, um im Sommer wieder bei August zu sein. Doch das bedeutet auch, dass sie dieselben Fehler machen muss ... und dass Emily erneut verunglücken wird.
Nina Hoss glaubt nicht an Schicksal
Trotz des leicht schrägen Konzepts spielt Nina Hoss Julianes Reise durch die eigene Vergangenheit absolut überzeugend. "Mir ging es darum, die verschiedenen Facetten dieser Frau zu zeigen", erzählt sie uns im Interview. "Juliane macht eine große Entwicklung durch. Am Anfang ist sie schwach und unsicher. Sie weicht allen großen Entscheidungen aus, sie erträgt lieber den miesen Job und die vom Alltag erstickte Beziehung, als dass sie ihr Schicksal in die Hand nimmt. Durch die Zeitreise bekommt sie die Chance, die Dinge anders zu machen. Das ist das Plädoyer: Je bewusster du dein Leben lebst, je weniger du dem Schmerz ausweichst, desto gelassener wirst du am Ende sein."
Also ist das große Glück keine Frage des Schicksals? "Ich glaube nicht an Schicksal. Ich glaube, dass das Glück zu denen kommt, die bereit sind, sich auszuprobieren und immer wieder neue Wege zu entdecken. Du musst dir überlegen, was dir wichtig ist im Leben, und dann musst du danach handeln."
Fritzi Haberlandt: Keine Rollen fürs Hübschsein
Kollegin Fritzi Haberlandt, mit der Nina Hoss seit der Schauspielschule befreundet ist („Die Dreharbeiten waren ein bisschen wie Klassentreffen“), sieht das mit dem Schicksal ein bisschen lockerer. Die Mischung macht’s, meint sie: „Ich glaube, dass viele Dinge einfach so passieren. Aber das allein reicht natürlich nicht. Du musst deine Chancen auch nutzen. Wenn ich arbeitslos bin, dann kann ich nicht rumsitzen und glauben, dass der Job vom Himmel fällt. Dann muss ich Bewerbungen schreiben, viele Bewerbungen, um dem Schicksal überhaupt eine Chance zu geben. Mich ruft ja auch kein Regisseur an und bietet mir eine Rolle an, weil ich immer so hübsche Kleidchen trage. Der ruft an, weil ich vorher gute Arbeit geleistet habe. Von nichts kommt nichts.“
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Eva Spundflasche
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