| Kultur |
| KinoMusikLesetipps10 Jahre gofemininKultur - TVAlle Artikel |
KinoRula Jebreal: Miral, eine wahre Geschichte | ||||||
Der Film 'Miral' basiert auf ihrem Buch, einer Art Autobiographie ihrer Kindheit in Jerusalem als Tochter eines palästinensischen Paars. Als die Mutter stirbt, gibt der Vater Rula - in Buch und Film heißt das Mädchen Miral - in ein Kinderheim. Nicht irgendein Kinderheim: Nach einem Bombenangriff der Isralis war es von der wohltätigen Hint gegründet worden, die eine Gruppe Waisenkinder aufgenommen hatte. Diese wären ansonsten verhungert. Die Wohltäterin wird in der Folge zur Mutter und Mentorin hunderter Mädchen - auch von Rula Jebreal. Rula Jebreal: Keine Bildung zu haben ist wie ein Todesurteil „Hint war eine Mutterfigur, sie war meine Heldin und meine beste Freundin. Ohne sie hätte ich nicht gesehen“, erklärt Rula. Als ich den Stapel Bücher bemerke, verstehe ich, was sie meint. „Hint lehrte uns, das war unsere Rettung. Ohne Bildung hat eine Frau in meiner Heimat nur zwei Möglichkeiten: Entweder macht sie sich einem Mann untertan – oder sie wird zur Selbstmordattentäterin.“ Bildung, sagt Rula Jebreal, ist das größte Geschenk, dass einem Kind gemacht werden kann. Und der größte Schutz gegen Krieg. Bildung war auch ihr Schutz: Rula studierte in Italien, arbeitete dort schließlich als Journalistin und TV-Moderatorin. Heute ist Rula Autorin - und nun auch Filmemacherin, ein wenig zumindest. Denn der Regisseur von 'Miral' ist Rula Jebreals Lebensgefährte: Julien Schnabel, das New Yorker Enfant terrible der Kunstszene. Julien Schnabel, selbst Jude, hat mit 'Miral' einen Film über das Schicksal palästinensischer Frauen gemacht. Zuletzt hatte Schnabel mit dem Drama 'Schmetterling und Taucherglocke' die Kritiker begeistert. Miral verliebt sich in einen Widerstandskämpfer Im Film wird Miral von Shooting-Star Freida Pinto gespielt. Diese ist zwar Inderin (bekannt geworden vor allem durch Slumdog Millionaire), aber die Ähnlichkeit zu Rula Jebreal ist verblüffend. Miral, die in Ostjerusalem aufwächst, einem Ort, in dem die Folgen von Krieg und Besetzung zum Alltag gehören, verbringt die Zeit in der Obhut der Lehrerin Hind. Als sie zu einer jungen Frau heranwächst, gerät Miral in eine Zwickmühle. Denn sie verliebt sich leidenschaftlich in den Aktivisten Hani und taucht in die Welt der Widerstandskämpfer ein. Schließlich muss sie sich entscheiden, welchen Weg sie gehen will. Im Oktober eröffnete Rula Jebreal das 'Women’s Forum' in Deauville, den Weltgipfel der Frauen. Ihre Worte klangen lange nach: „Jedes Mädchen braucht so eine Hint, wie ich sie gefunden habe. Sonst sind diese Mädchen für immer verloren. Vergesst uns nicht. Wir sind eure Zukunft." Miral, Großbritannien, Israel 2010, 108 Min., FSK o. A., von Julian Schnabel, mit Willem Dafoe, Freida Pinto, Hiam Abbas, Alexander Siddig smb | ||||||
![]()
Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 19/11/2010 | ||||||
Inhaltsverzeichnis Rula Jebreal: Miral, eine wahre Geschichte
|
» (0) |
|
| ||||||||||||||||||||||||||||||||