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Filmkritik

Tron Legacy

Wird Sam in 'Tron:Legacy' den Kampf gewinnen? © Disney Enterprises Inc. - Tron Legacy
Wird Sam in 'Tron:Legacy' den Kampf gewinnen? © Disney Enterprises Inc.
Zugegeben: Ich bin kein Fan von Science Fiction-Abenteuern und mit Kultfilmen wie ‚Stars Wars‘ oder ‚Blade Runner‘ kann man mich jagen. Entsprechend skeptisch stand ich folglich dem 3-D-Spektakel ‚Tron:Legacy‘ gegenüber, das mit Hi-Tech und dann auch noch einem Computerspezialisten in der Hauptrolle aufwarten wollte. Dass es sich zudem um die Fortsetzung eines Films aus dem Jahr 1982 handelte, machte die Sache nicht eben besser.

Es dauerte nicht einmal fünf Minuten und ich war eines Besseren belehrt. Das kann nicht an dem (zugegeben optisch sehr ansprechenden) Computerspezialisten Sam Flynn (Garrett Hedlund) liegen, denn der ist in der Rückblende der ersten fünf Minuten noch ein Kind. Was ist es dann, das meine Aufmerksamkeit fesselt und meine Gedanken wie durch einen langen dunklen Tunnel in den Film hineinrasen lässt? Ganz klar: Es ist die Musik. Und die kommt von niemand geringerem als von dem international zurecht gefeierten Duos ‚Daft Punk‘. Der Sound hat etwas Düsteres und ist beinahe unheimlich sphärisch. Während Sam auf seinem Motorrad durch die nachtschwarze Stadt rast lehne ich mich im Kinosessel zurück und beschließe, dem Film eine echte Chance zu geben. Trotz Science Fiction und trotz Computerspezialist.

Unheimliche Anziehung: Sam und Quorra in 'Tron:Legacy'. © Disney Enterprises Inc.
Unheimliche Anziehung: Sam und Quorra in 'Tron:Legacy'. © Disney Enterprises Inc.
In den nächsten knapp 90 Minuten begleite ich Sam in jenes bizarre Parallel-Universum, in das sein Vater vor vielen Jahren verschwand. Und dieser Trip ist wahrlich kein Spaziergang. Sam kämpft sich gleichsam eines Computercharakters durch verschiedene Spiellevels, seine Gegner sind mächtig und kampflustig. Halsbrecherische Verfolgungsjagden über Strecken, die zuweilen in ihrem Verlauf die menschliche Vorstellungskraft zu sprengen drohen, wechseln sich mit Kampfszenen ab. Scheinbare Menschen verwandeln sich in rasende Autos, es wird gedrängelt und zerstört. Blut fließt in dieser Welt selbstverständlich keines - die rätselhaften Cyber-Wesen zersplittern nach ihrem Game-Over schlicht in tausend kleine Teilchen und verschwinden.

Wäre der Film bei dieser geballten Portion Action - stest begleitet von immer wieder neuen Musik-Highlights von Daft Punk - dann wäre mein ästhetischer Anspruch sicherlich zu großen Teilen bereits befriedigt gewesen. Doch ‚Tron:Legacy‘ kann noch mehr. Sam trifft in dem durchdesignten Parallel-Universum mit der Hilfe einer mysteriösen Frau auf seinen vermissten Vater (Jeff Bridges). Dieser hat versucht, sich in der düsteren Computer-Welt ein einigermaßen menschenähnliches Leben aufzubauen. In seinem an ein Produkt aus dem Hause Apple erinnernen Luxus-Heim gibt es Betten, Bücherregale gefüllt mit den Klassikern aller Zeiten und etwas zu essen. Dennoch: Für Sam ist dieses Leben keine Alternative.

Wer ist das mysteriöse Wesen Quorra in 'Tron:Legacy'? © Disney Enterprises Inc.
Wer ist das mysteriöse Wesen Quorra in 'Tron:Legacy'? © Disney Enterprises Inc.
Und so beschwört er seinen Vater, den Rückweg in unsere Welt zu wagen. Gemeinsam mit dem rätselhaften Wesen Quorra (Olivia Wilde), die Sam zu seinem Vater führte und für die Sams Herz mehr und mehr zu schlagen beginnt, machen sich die drei auf eine gefährliche Reise zurück in jene Welt auf, der sie einst auf übernatürliche Art und Weise entrissen wurden. Wird ihnen die Rückkehr gelingen? Oder macht ihnen die von Sams Vater selbst ersponnene Computer-Welt einen Strich durch die Rechnung?


Sie dürfen gespannt sein und sich auf ein durch und durch ästhetisches, hervorragend designtes und immer wieder musikalisch überwältigendes Kinoereignis freuen, dem es trotz Science Fiction und Untergangsstimmung nicht an menschlichen Emotionen mangelt.

Start: 27. Januar 2011

Lesen Sie außerdem auf goFeminin.de:
>
Ein Clip aus 'Tron:Legacy'




jw

  

Veröffentlicht von
am 26/01/2011
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