Der Begriff Immuntherapie bei Krebs steht für unterschiedliche Ansätze:
- Impfungen: beugen Infektionen vor, die eine Krebserkrankung auslösen können, z.B. Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (HPV-Impfung).
- Antikörper: lagern sich im Zuge einer Immuntherapie ganz gezielt an Krebszellen an und machen sie dadurch für das Immunsystem erkennbar und angreifbar.
- Zytokine (körpereigene Signalmoleküle): mobilisieren das Immunsystem gegen bestimmte Krebserkrankungen.
Antikörpertherapie
Antikörper sind Eiweiße, die gezielt an Tumorzellen binden, sie somit markieren und dadurch das körpereigene Abwehrsystem auf sie aufmerksam machen. Das auf diese Weise aktivierte Immunsystem greift die bösartigen Zellen an und zerstört sie. Die Markierung der Zellen muss sehr genau erfolgen, andernfalls besteht die Gefahr, dass fälschlicherweise auch gesunde Zellen markiert und in der Folge vom Abwehrsystem angegriffen werden. Ein Beispiel für einen solchen künstlich hergestellten Antikörper ist Trastuzumab.
Trastuzumab gegen Brustkrebs
Für die Behandlung von fortgeschrittenem (metastasiertem) Brustkrebs steht der Antikörper Trastuzumab zur Verfügung. Trastuzumab bindet an den sogenannten HER2-Rezeptor auf der Oberfläche der Tumorzelle und blockiert so dessen Wachstumssignal. Trastuzumab wirkt bei Brustkrebs allerdings nur dann, wenn die Brustkrebszellen der Patientin diesen Rezeptor auch in ausreichend großer Zahl ausbilden. Das bezeichnet man als HER2-Überexpression. Vor einem Einsatz von Trastuzumab muss deshalb der sogenannte HER2-Status der Patientin festgestellt werden. Mehr als ein Viertel aller Brustkrebspatientinnen tragen diesen Rezeptor auf den Zellen, sie haben HER2-positive Brustkrebs. Er kann durch den Einsatz des Antikörpers Trastuzumab wirksam behandelt werden.
Zytokine bei Krebs
Zytokine sind körpereigene Signalmoleküle, die das Abwehrsystem als Reaktion auf Erreger bildet. Zytokine beeinflussen unter anderem das Wachstum von Zellen. Zu den Zytokinen zählen auch die Botenstoffe
- Interferon und
- Interleukin.
Die beiden Signalmoleküle kommen in unterschiedlichen Formen vor. Die Krebstherapie mit Interferon und Interleukin nutzt die Funktion dieser Botenstoffe bewusst, um das Immunsystem zu aktivieren und gegen bestimmte Krebserkrankungen zu stärken. Als vorübergehende Nebenwirkungen einer Krebstherapie mit Interferon oder Interleukin können zunächst grippeähnliche Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen sowie später stärkere Beeinträchtigungen wie Depressionen und Verwirrtheit auftreten. Beispiele für Krankheiten, bei denen Interferon und Interleukin eingesetzt werden, sind: Non-Hodgkin-Lymphom, schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) und Nierenzellkarzinom.
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