Muttergefühle: Ist Liebe programmierbar?

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Muttergefühle: Ist Liebe programmierbar?

 
Muttergefühle: Mythos oder Wirklichkeit?
Muttergefühle: Mythos oder Wirklichkeit?

"Meine Tochter war mir am Anfang ganz fremd. Ich konnte nicht sagen, warum, und habe mich selbst nicht wiedererkannt", sagt Emma, junge Mutter aus Berlin. Kurz nach der Geburt war sie nicht in der Lage, Muttergefühle für ihr Baby zu empfinden. Ein Schock für Emma. Denn die Geburt ihres ersten Kindes sollte der schönste Tag in ihrem Leben werden. Monatelang hatte sie dem Augenblick entgegengefiebert, an dem sie ihr Baby endlich in die Arme schließen würde. In dem sie die Glücksgefühle spürt, von denen alle sprechen.

Die innige Beziehung zwischen Eltern und Baby, das sogenannte "Bonding", ist für Eltern oft ein überwältigendes Gefühl. Die Phase direkt nach der Geburt spielt hier eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund ist es für die Bindung zwischen Mutter und Kind nicht günstig, wenn beide direkt nach der Geburt getrennt werden. Aber auch die Zeit danach lässt durch die Interaktion zwischen Mutter und Kind Muttergefühle wachsen. Zu welchem Zeitpunkt sich die Bindung zwischen einer Mutter und ihrem Baby genau festigt, darauf gibt die Forschung bislang keine klare Antwort.

Nicht jede Frau fühlt sich glückselig und empfindet Muttergefühle, sobald sie ihr Baby das erste Mal sieht. Oftmals braucht es Zeit. Bei Emma dauerte es ein paar Wochen, bis sie wirkliche Muttergefühle spürte. Dennoch wird von jungen Müttern erwartet, dass sie ihr Kind vom ersten Moment an lieben und versorgen. Um diesem Bild der perfekten Mutter zu entsprechen, setzen sich viele Frauen unter Druck. Sie versuchen zu funktionieren, sodass von der Außenwelt verkannt wird, dass in Wirklichkeit akuter Hilfebedarf besteht.






PJO, FR  
Veröffentlicht von
am 28/11/2011
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