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Sicher verhüten mit Diaphragma

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 13. November 2008

Das Diaphragma ist ein sehr zuverlässiges Verhütungsmittel, es ist eine Art Schutzwall gegen Spermien. Es wird über den Muttermund in der hinteren Scheidenwand gestülpt und bildet dort einen undurchdringlichen Verschluss. Das Diaphragma wird auch Portiokappe oder Scheidenpessar genannt, das Prinzip ist jedoch immer dasselbe.

Was genau ist ein Diaphragma?

Das Diaphragma wird als Alternative zum Kondom vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt. Es funktioniert mechanisch und trennt die Spermien vom Muttermund. Sein Aufbau erinnert auch entfernt an ein Kondom: Es besteht aus einem elastisch federnden Außenring, der mit einer Membran aus Latex oder Silikon überspannt ist. Wie beim Kondom befindet sich in der Mitte der Membran eine kleine Ausstülpung. Der Durchmesser des Diaphragmas liegt meist zwischen acht und zehn Zentimetern.

Wie verwendet man ein Diaphragma?

Der Einsatz eines Diaphragmas braucht eine gewisse Vorbereitung. Es ist deshalb nicht ganz so spontan anwendbar wie das Kondom, dafür hat frau jedoch die Kontrolle über eine funktionierende Verhütung und ist nicht von der Lust oder Unlust des Partners abhängig.

Da sich Frauen nicht nur äußerlich sondern natürlich auch im Inneren ihres Körpers anatomisch unterscheiden, muss die richtige Größe des Diaphragmas zunächst durch einen Fachmann bestimmt werden. Das ist in der Regel der Frauenarzt, manche Frauengesundheitszentren, Pro Familia u.ä., bieten diesen Service jedoch auch an. Bei der Gelegenheit lässt man sich über seinen Einsatz ausführlich beraten, denn für die Anfängerin ist der Einsatz zunächst ungewohnt. Das Diaphragma wirkt ja faktisch unsichtbar und kann auf seinen richtigen Sitz nicht optisch überprüft werden.

Vor dem Sex muss frau die Zeit finden und den Kopf soweit frei haben, das Diaphragma ordnungsgemäß einzuführen. Um den Schutz zu verstärken, wird es zuvor mit einer Verhütungscreme, einem sogenannten Spermizid, eingerieben. Diese Creme tötet die Spermien in der Scheide wirkungsvoll ab. Die Kombination aus Creme und Diaphragma gilt als ähnlich wirkungsvoll wie der Einsatz der Pille.

Das richtige Einsetzen übt man besser vor dem ersten Mal, denn auf Anhieb klappt es meist nicht. Man braucht Fingerspitzengefühl, nicht nur weil das Diaphragma mit den Fingern (oder einem Einführstab) eingeführt wird, sondern vor allem um es richtig zu platzieren. Einmal aufgesetzt, kontrolliert man besser, ob es sich auch wirklich nicht verschieben lässt. Sitzt das Diaphragma richtig, ist es nicht zu spüren, genauso wenig wie ein Tampon.

Risiken beim Einsatz eines Diaphragmas

Wie auch beim Kondom besteht beim Diaphragma die Gefahr einer allergischen Reaktion auf das verwendete Latex. Außerdem kann es durch den Gegenstand in der Scheide natürlich auch zu einer Reizung der Schleimhäute kommen. Grundsätzlich ist das Diaphragma jedoch eine vorteilhafte Verhütungsmethode, schon allein, weil in den weiblichen Hormonhaushalt nicht eingegriffen wird. Der Zyklus bleibt, wie er ist.

Im Gegensatz zum Kondom schützt das Diaphragma jedoch nicht vor einer HIV-Infektion oder Geschlechtskrankheiten. Einen wirksamen Schutz bildet einzig und allein das Kondom.

Timing beim Diaphragma-Einsatz

Damit das Diaphragma optimal schützt, sollte es nicht länger als zwei Stunden vor dem Sex eingesetzt werden. Diese Zeitspanne lässt jedoch ein gewisses, vorteilhaftes Maß an Planung zu. Natürlich kann es auch direkt vor dem Sex eingeführt werden, dann sollte man allerdings besonders behutsam vorgehen und sich nicht von der eigenen Lust zur Unachtsamkeit verleiten lassen. Nach dem Geschlechtsverkehr sollte das Diaphragma dann noch wenigstens acht weitere Stunden eingeführt bleiben, damit sich auch wirklich kein Spermium mehr in den Gebärmutterhalskanal verirrt.

Der Hormonring: Alternative zum Diaphragma

Wie das Diaphragma wird auch der Hormonring in die Scheide eingeführt und über den Muttermund gestülpt. Er funktioniert jedoch nach dem Prinzip der Pille. Der Hormonring bildet keinen Verschluss und kann deshalb auch nicht verrutschen. Er verhindert eine Empfängnis hormonell und wirkt für maximal vier Wochen. Ein Hormonring gilt als ähnlich zuverlässig wie die Pille, hat dabei jedoch einen klaren Vorteil: Man muss nicht jeden Tag an ihn denken - ein Kreuzchen im Kalender reicht.

von der gofeminin-Redaktion

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