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Liebe & Psychologie

Sexting: Wenn der Handy-Flirt zum Albtraum wird

von Redaktion Veröffentlicht am 4. Dezember 2015
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Sexting ist der größte Handy-Trend der letzten Jahre - und zugleich der gefährlichste! Stars wie Rihanna, Miley Cyrus und Kim Kardashian machen es vor und Millionen Teenager tun es ihnen gleich: Sie machen Nacktbilder von sich selbst und veröffentlichen diese im Netz. Mit fatalen Folgen!

Die Amerikanerin Amanda Todd war vor zwei Jahren eines der ersten Sexting Opfer. Im Videochat entblößte die Schülerin ihre Brust vor einem Unbekannten. Der erpresste sie daraufhin und veröffentlichte die Bilder im Internet. Über die sozialen Netzwerke verbreiteten sie sich wie ein Lauffeuer. Die Scham über ihre Nacktbilder im Internet trieb die erst 15-Jährige schließlich in den Selbstmord. Leider ist Amanda kein Einzelfall. Auch in Deutschland häufen sich die Schlagzeilen um Sexting Opfer - auch wenn es hier bisher meist 'nur' um Mobbing geht.

Was ist Sexting überhaupt?

Unter Sexting (zusammengesetzt aus 'Sex‘ und 'Texting‘) versteht man das Versenden von erotischen Selbstporträts, Videos und Kurznachrichten über das Smartphone. Besonders beliebt ist der Trend bei Teenagern und jungen Erwachsenen. Laut einer Studie der Universität Merseburg hat bereits jedes fünfte Mädchen zwischen 16 und 18 Jahren Nacktbilder von sich gemacht. Sechs Prozent davon haben diese Fotos danach ins Internet gestellt.

Eine Gefahr, die insbesondere junge Menschen noch nicht richtig absehen können. Denn einmal veröffentlicht, kursieren die Sexting-Bilder für alle Zeit im Netz. Sie wieder vollständig zu löschen ist quasi unmöglich. Im Gegenteil! Nicht nur Freunde, Bekannte, Schulkameraden oder Arbeitskollegen können die Bilder sehen, auch vollkommen Unbekannte erhalten Zugriff. Nicht selten landen die Bilder auf Porno-Seiten.

Nie zuvor war es so einfach, Fotos und Videos mit nur einem Tastendruck mit der ganzen Welt zu teilen. Social Media Portale wie Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat und Co. zielen mit ihren Smartphone Apps genau darauf ab. Die Fotos landen in Sekundenschnelle vom Handy direkt im Netz. Stars wie Kim Kardashian laden auf ihren Social Media-Seiten fast täglich Handy-Selbstporträts, sogenannte 'Selfies‘ hoch - oft in sexy Posen und mit viel nackter Haut. Viele Teenager tun es ihnen gleich.

Auf Facebook und Instagram finden sich daher zahlreiche anzügliche Bilder von minderjährigen Mädchen und Jungen. 14-jährige Schülerinnen in Spitzenunterwäsche, die lolitahaft zwischen Schulbüchern und Kuscheltieren im Kinderzimmer posieren.

Mit den aufreizenden Sexting-Fotos möchten sie im Grunde nichts anderes, als ihre prominenten Vorbilder auch: Aufmerksamkeit und Bestätigung. Die Eltern haben meist keine Ahnung, was ihre Kinder im Internet veröffentlichen. Sie bekommen die Problematik erst mit, wenn es bereits zu spät ist, und ihr Kind zum Beispiel von (Cyber-)Mobbing durch Schulkameraden betroffen ist. Auch an deutschen Schulen häufen sich derartige Vorfälle.

​Sexting, um den Freund scharf zu machen

Oft wird Sexting unter Pärchen betrieben, um sich gegenseitig scharf zu machen. Mit dem eigenen Partner wähnt man sich in Sicherheit - die erotischen Schnappschüsse schickt man schließlich nur ihm und sonst niemandem. Ein Trugschluss, schließlich kann man nie wissen, ob andere Personen vielleicht Zugriff auf sein Handy haben oder ob der Partner nicht sogar selbst die Bilder weiterschickt. Außerdem: Was passiert mit den Fotos, wenn man sich irgendwann trennt?

Zudem werden Bilder heute meist nicht auf dem Handy-Speicher selbst, sondern in sogenannten 'Clouds' im Internet gespeichert. Wer genau hier Zugriff hat, kann der Endverbraucher nicht wissen. Auch vor Hacker-Angriffen kann man beim Sexting nie 100 Prozent sicher sein.

Unvergessen sind die Badezimmer-Selbstporträts von Scarlett Johansson im Jahr 2011, auf denen die Schauspielerin nackt zu sehen ist. Angeblich waren die Fotos nur für ihren Freund gedacht. Ein Hacker veröffentlichte die Aufnahmen jedoch im Netz. Scarletts nackter Popo ging um die Welt! Das prominente Beispiel zeigt: Auch wenn man vermeintlich vorsichtig mit seinen Nacktbildern umgeht, kann man im Nachhinein eine böse Überraschung erleben.

Peinlich wird es auch, wenn man sich beim Sexting vertippt und aus Versehen den falschen Empfänger eingibt. So geschehen beim US-Politiker Anthony Weiner, der als Kandidat für das Bürgermeisteramt in New York ins Rennen gehen wollte. Der 46-Jährige startete einen heißen Handy-Flirt mit einer 21-jährigen Studentin und schrieb ihr: "Ich habe eine mächtige Beule in meiner Hose". Der Aufforderung, ihr ein Bild zu schicken, kam der Politiker gerne nach. Blöd nur, dass Weiner sich vertippte und das schlüpfrige Foto nicht an seine Angebetete, sondern an seine 56.000 Twitter-Follower schickte. Sein erigierter Penis in einer grauen Boxershorts? Ein Skandal im prüden Amerika! Zum Bürgermeister wurde er nicht mehr gewählt.

Vorsicht beim Sexting

Mehr Sicherheit und Privatsphäre beim Sexting will der Online-Dienst 'Snapchat‘ seinen Usern bieten. Das vor vier Jahren gegründete Unternehmen hat mittlerweile schon einen Marktwert von 19 Milliarden US-Dollar. Sogar Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zeigte bereits Interesse an Snapchat - erhielt jedoch einen Korb. Der Erfolg der App beweist: Der Sexting-Boom scheint noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht zu haben.

Die Foto-Sharing-App (oft auch als 'Sexting-App' bezeichnet) funktioniert ähnlich wie Instagram, jedoch zerstören sich die versendeten Bilder dank einer Timer-Funktion nach wenigen Sekunden von selbst. Mit relativ einfachen Mitteln ist es jedoch durchaus möglich, versendete Dateien innerhalb der Ordnerstruktur des genutzten Gerätes zu finden und wiederherzustellen. Das ist vielen Usern nicht bewusst. ​

Deshalb ist es generell besser, überhaupt keine anzüglichen oder gar nackten Bilder von sich zu versenden. Wer dennoch nicht auf den Trend verzichten will, sollte beim Sexting einige wichtige Tipps beherzigen:

  • Versende nur Bilder, auf denen dein Gesicht oder andere eindeutige Merkmale (z.B. Tattoos, Muttermale) nicht zu erkennen sind.

  • Bevor du eine Sexting-Nachricht versendest, überprüfe noch einmal genau den Empfänger - besser einmal zu viel als zu wenig.

  • Lösch erhaltene Sexting-Bilder sofort wieder, nachdem du sie erhalten hast. So können sie nicht in falsche Hände geraten.

Sex sells! Die anzüglichen Instagram Bilder der Stars:

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