Das Immunsystem des menschlichen Körpers ist außerordentlich komplex. Es schützt unseren Körper vor krankmachenden Erregern, indem es ihn immun gegen deren Einflüsse macht. Dies geschieht dadurch, dass das Immunsystem zwischen "Fremd" und "Selbst" unterscheidet und eine entsprechende Immunantwort auslöst.
Die lymphatischen Organe
Die Immunität ist teils angeboren und wirkt von Geburt an (unspezifisches Immunsystem), teils wird sie durch einen Lernprozess erworben, bei dem das Immunsystem Moleküle entwickelt, die ganz spezifische Antigene erkennen können (spezifisches Immunsystem).
Viele verschiedene Organe und Zellsysteme sind an der Entstehung der Immunantwort beteiligt. Bei den Organen des Immunsystems wird zwischen zentralen, primären lymphatischen Organen und peripheren, sekundären lymphatischen Organen unterschieden. Zu den primären lymphatischen Organen gehören das Knochenmark und der Thymus, ein großes Organ im oberen Brustbereich. Diese Organe sind für die Bildung von Lymphozyten zuständig, die dann über das Blut zu den peripheren lymphatischen Organen transportiert werden. Dort werden die Immunantworten des erworbenen Immunsystems eingeleitet.
Zu den peripheren, sekundären lymphatischen Organen gehören die Lymphknoten, die Milz und die lymphatischen Gewebe des Magen-Darm-Trakts (Rachenmandeln, Blinddarm u.a.), der Lunge und anderer Schleimhäute.
Das angeborene (unspezifische) und das erworbene (spezifische) Immunsystem sind in ihrer Arbeitsweise eng miteinander verknüpft. Die meisten Krankheitserreger werden innerhalb weniger Stunden aufgespürt und durch die Mechanismen des unspezifischen Immunsystems zerstört. Da diese nicht antigenspezifisch ist, benötigt sie auch keine lange Anlaufphase. Wenn ein Erreger nicht von dieser ersten Verteidigung des Körpers vernichtet wird, kommt es nach einem Zeitraum von vier bis sieben Tagen zur spezifischen, erworbenen Immunantwort. Dann werden antigenspezifische Zellen gebildet, die speziell gegen diesen einen Erreger gerichtet sind.