Cholesterin: Der Kampf zwischen Gut und Böse

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Ernährung

Cholesterin: Der Kampf zwischen Gut und Böse


Cholesterin ist eine den Fetten ähnliche Substanz, die chemisch zu den Alkoholen gehört. Es kommt in allen Zellen des menschlichen Körpers vor und übernimmt verschiedenste Aufgaben und Funktionen. Der Körper nimmt es zum Teil aus der Nahrung auf; andererseits produziert er es in Leber und Darm selbst.

Cholesterin wird zum Teil über die Nahrung aufgenommen. - Cholesterin: Der Kampf zwischen Gut und Böse
Cholesterin wird zum Teil über die Nahrung aufgenommen.
Wo findet sich Cholesterin im Körper?
Cholesterin hat im Körper mehrere Jobs: es ist Chauffeur, Bauingenieur und Baustoff selbst, Produzent und Gesundheitsspezialist. Cholesterin befördert bestimmte Botenstoffe in die einzelnen Zellen - genau dahin, wo sie gebraucht werden. Zellwände sind mit einem Cholesterinbaustein aufgebaut, sie brauchen Cholesterin für ihre Stabilität. Vitamin D produziert der Körper mithilfe von Cholesterin, ebenso Gallensäure. Cholesterin ist die Vorstufe vieler Hormone, beispielsweise von Östrogen oder Testosteron. Dabei muss man aber genau
unterscheiden, denn Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin!

Wie viel Cholesterin hat man im Körper – und wo?
Ein gesunder menschlicher Körper enthält ca. 140 bis 250 Gramm Cholesterin. Es findet sich vor allem im Gehirn, in der Nebenniere, in Eierstöcken und Hoden in höherer Konzentration.

Hätten Sie das gewußt: Cholesterin gehört zur Gruppe der Alkohole
Hätten Sie das gewußt: Cholesterin gehört zur Gruppe der Alkohole
Cholesterin wird zum Teil über die Nahrung aufgenommen. Den größten Teil von rund 90 Prozent produziert der Körper aber selbst. Pro Tag bildet der Körper ein bis zwei Gramm, durch die Nahrung nimmt er täglich ca. 0,1 bis maximal 0,5 Gramm auf. Enthält die aufgenommene Nahrung größere Mengen Cholesterin, drosselt der Körper normalerweise die Eigenproduktion.

Überschüssiges Cholesterin scheidet der Körper über die Leber aus - unabhängig davon, wie viel Cholesterin man über die Nahrung aufnimmt, erhöht sich der allgemeine Cholesterinspiegel mit steigendem Lebensalter.

HDL, LDL - was bist das?
HDL und LDL sind keine Abkürzungen der Jugendsprache, sondern die Namen der Trägereiweiße (sog. Lipoproteine), die das Cholesterin durch den Blutkreislauf transportieren. Cholesterin ist nicht wasserlöslich und wird daher an solche Eiweiße gekoppelt im Blut transportiert. Dabei gibt es Lipoproteine mit höherer Dichte und solche mit niedrigerer. Die Cholesterinform richtet sich danach, in welchem Lipoprotein das Cholesterin gebunden ist. Beim HDL-Cholesterin liegt es gekoppelt an High-Densitiy-Lipoproteine vor; beim LDL-Cholesterin gekoppelt an Low-Density-Lipoprotein mit niedriger Dichte.
Warum gibt es "gutes" und "böses"
Cholesterin ist in unterschiedlichen Lebensmiteln enthalten.
Cholesterin ist in unterschiedlichen Lebensmiteln enthalten.
Cholesterin?
LDL-Cholesterin (Eselsbrücke: L= Lästig) wird umgangssprachlich als das böse Cholesterin bezeichnet. Die LDL-Partikel transportieren Cholesterin im Blut von der Leber in die Zellen. Wird besonders viel davon transportiert oder sind das Gleichgewicht und der Transportmechanismus gestört, kann sich das Cholesterin in den Gefäßen ablagern und so zu Arterienverkalkung führen.

Die Gefäße verengen sich, können sogar verstopfen. Mögliche Folgen sind Herzinfarkt und Schlaganfall. Die HDL-Teilchen übernehmen den Part des "Good Guys" und bringen Cholesterin zurück in die Leber, wo es abgebaut wird.

Es gilt also, den LDL-Cholesterinwert niedrig zu halten und den HDL-Cholesterinwert hoch, um sich vor Erkrankungen des Kreislaufsystems, die in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen gehören, zu schützen.

Warum sind Transfette schlecht?
Transfette finden sich vor allem in Fast Food und werden deswegen von vielen Ernährungsexperten verteufelt, da sie den Hormonspiegel beeinflussen und die LDL-Cholesterinwerte im Blutt erhöhen. Diese Transfette entstehen bei der industriellen Fetthärtung, wenn Öle besonders stark erhitzt werden, also in fast allen Fast-Food- und Fett-Leckereien, vom Donut bis zum Käseburger.

Lebensmittelhersteller, beispielsweise von Nussnougatcreme oder Margarine, haben reagiert und den Gehalt an Transfettsäuren in ihren Produkten im Lauf der Jahre reduziert.

In welchem Zusammenhang stehen Fette und Cholesterin?
In welchem Zusammenhang stehen Fette und Cholesterin?
Wie wird der Cholesterin-Wert bestimmt?

Von einem hohen oder niedrigen Cholesterinwert zu sprechen gibt generell noch keine Hinweise auf mögliche Erkrankungsrisiken. Es gilt, den Cholesterinspiegel genau und in seinen einzelnen Bestandteilen unter die Lupe zu nehmen. Hinweise zu den jeweiligen Richtwerten findet man beispielsweise auf der Seite der "Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V." (www.dge.de). Den Arzt interessieren nicht nur die HDL- und LDL-Werte, sondern auch die Blutkonzentration anderer Fette: der Triglyceride.

Kann ich meinen Cholesterinwert also nicht beeinflussen?
Doch, Untersuchungen haben ergeben, dass manche Lebensmittel bei manchen Menschen den Cholesterinwert erhöhen können. Aber eben nicht müssen. Warum dies so ist und warum welche Menschen davon betroffen sind, ist noch nicht geklärt. Daher sollte jeder seinen eigenen Cholesterinspiegel im Blick haben und gegebenenfalls vom Arzt abklären lassen.

Kann Kaffee vor den negativen Folgen von Cholesterin schützen?
Kann Kaffee vor den negativen Folgen von Cholesterin schützen?
Es gibt auch generelle Empfehlungen zu Ernährung, die sich positiv auf die Bluttfettwerte auswirken kann. So konnte beispielsweise kürzlich in Versuchen mit Mäusen bewiesen werden, dass Koffein, also der Genuss von Kaffee, das Gehirn vor den negativen Folgen von zu viel und falschem Cholesterin schützen kann.

Fakt ist jedoch, dass die Ernährung beim Cholesterinspiegel nicht unbedingt die Hauptrolle spielt. Auch die Gene können für einen erhöhten LDL-Spiegel verantwortlich sein. Das selbe gilt für Erkrankungen wie beispielsweise einer Unterfunktion der Schilddrüse oder Erkrankungen von Leber oder Nieren.

Der Arzt kann Medikamente verordnen, die den LDL-Cholesterinspiegel senken. Zu niedrige Cholesterinwerte können auf eine Überfunktion der Schilddrüse oder andere Erkrankungen hinweisen. Zudem steht ein zu niedriger Cholesterinspiegel im Verdacht, eventuell Krebsentstehungen zu begünstigen oder durch eine Krebserkrankung verursacht zu werden.

Es empfiehlt sich also generell und im Verdachtsfall ganz besonders, mit seinem Hausarzt über die eigenen Cholesterinwerte zu sprechen. Nicht zu vergessen: Wer sich gesund ernährt und ausreichend bewegt, fördert seine Gesundheit.
textkern/jw

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