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Die Entdeckung der so genannten Immunität (lat. immunitas = Freisein von) war einer der entscheidenden Fortschritte der Medizin. Infolge dieser Entdeckung wurde die Impfprophylaxe gegen die gefürchtete und verbreitete Pockenkrankheit im 18. Jahrhundert eingeführt. Im Orient und in Westafrika wurde bereits eine Methode der Pockenimpfung praktiziert, bei welcher der Verlauf der Pockenerkrankung durch Impfung mit echten Pocken abgeschwächt wurde, jedoch kam es Berichten zufolge nach solchen Impfungen immer wieder zu heftigen Krankheitsausbrüchen. Der englische Landarzt Edward Jenner (1749-1823) entwickelte Ende des 18. Jahrhunderts eine weniger gefährliche Impfmethode. Er hatte beobachtet, dass Landarbeiter, die sich bereits mit den harmlosen Kuhpocken infiziert hatten, häufig von den gefährlichen, meist tödlich verlaufenden Menschenpocken verschont blieben. Er schlussfolgerte daraus, dass Menschen durch eine gezielte Infektion mit Kuhpocken in Form einer Impfung (= Vakzination) vor der Erkrankung geschützt werden können. 1796 führte Jenner die erste Impfung dieser Art durch und begründete somit die Methode der so genannten aktiven Immunisierung, bei der das Immunsystem des Körpers zur eigenständigen Bildung spezifischer Abwehrstoffe angeregt wird. Trotz Jenners Erfolge dauerte es fast zwei Jahrhunderte, bis die Schutzimpfung gegen Pocken überall auf der Welt eingeführt wurde. Erst seit 1979 gelten die Pocken als ausgerottet. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war trotz der eingeführten Impfung noch nichts über Krankheitserreger und Immunologie bekannt. Erst 1876 bewies Robert Koch (1843-1910) anhand des Milzbranderregers Bacillus anthracis, dass Infektionskrankheiten auf Mikroorganismen zurückzuführen sind, von denen jeder eine spezifische Krankheit oder einen bestimmten Krankheitsverlauf verursacht. Weltruhm erlangte Koch, nachdem er im Jahr 1882 den Tuberkelbazillus entdeckte.
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