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Die Einstellung darüber, was eine Perversion (lat. perversus = verdreht, widersinnig, falsch) ist, hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte erheblich verändert und wurde von gesellschaftlichen Regeln und Werten geprägt. Vor hundert Jahren galten viele Sexualpraktiken als pervers, die heute toleriert oder anerkannt werden, so zum Beispiel die Selbstbefriedigung oder homosexuelle Handlungen. Umgangssprachlich benutzt man den Begriff der Perversion auch außerhalb der Sexualität für Taten und Meinungen, die als abartig oder gesellschaftlich unakzeptabel gelten. Heutzutage wird der Begriff Perversion in der Wissenschaft aufgrund der negativen Färbung in der Regel nicht mehr verwendet. Zudem kann man keine Aussage darüber treffen, welche sexuellen Praktiken als "falsch" und somit pervers gelten. Man spricht stattdessen von abweichendem Sexualverhalten oder auch von Devianz beziehungsweise Deviation. Im Bereich der Psychopathologie gelten nur suchtähnliche, spezielle Sexualpraktiken, welche für eine Person den ausschließlichen Weg der sexuellen Befriedigung darstellen, als Perversion.
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