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Liebe & Psychologie

Liebe ist kein Ponyhof: 5 schwierige Beziehungsphasen, die JEDES Paar durchläuft

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 31. Januar 2016
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Von klein auf wird uns in jedem Märchen und in jeder Kino-Romanze gezeigt: Wenn zwei sich gefunden haben, ist alles gut und der Film vorbei. Happy End. Leider hat uns niemand gesagt, was danach kommt. Also wenn der Prinz mit seiner Prinzessin ein paar Jahre verbracht hat ...

Das Leben als Paar ist nicht immer filmreif. Es gibt Ereignisse, die einen Einschnitt bedeuten: Wenn man sich ein paar Jahre kennt, wenn man zusammenzieht, wenn man ein Kind bekommt ... Obwohl das schöne Momente sind, bergen sie auch Risiken. Die gute Nachricht: Gemeinsam Probleme zu meistern, schweißt beide Partner fest zusammen. Also keine Angst.

1. Das 3. Jahr

Nach etwa drei Jahren als Paar haben sich die rosa Wolken verzogen. Wir merken, dass wir den anderen in der anfänglichen Verliebtheit ein wenig idealisiert haben. Nun sehen wir klarer. Auch die Fehler des Partners. An diesem Punkt gibt es zwei Risiken: Entweder wir versuchen den anderen nach unseren Vorstellungen zu verändern - eine schlechte Idee. Oder wir versuchen uns die Illusion zu erhalten, indem wir alles, was uns an unserem Partner nervt, ausblenden. Auch nicht gut.

Was tun?

Wir sollten uns klar machen, dass wir unseren Partner erst jetzt wirklich als Mensch erfasst haben - ohne rosarote Brille. Um einander zu gefallen, hat man in der Vergangenheit vielleicht so einige echte Charakterzüge unterdrückt und dem Partner verheimlicht. Jetzt ist eine gute Gelegenheit authentisch zu werden und eine "echte" Beziehung zueinander zu entwickeln. Und: Zurückzukehren zu dem, was man war, bevor man sich begegnet ist. Das heißt auch: Freunde zu treffen, die man vielleicht über Jahre vernachlässigt hat. Diese Phase ist also auch eine Chance. Für sich und für die Beziehung.

2. Das verflixte 7. Jahr

Diese Phase kann schwer sein. Vor allem, wenn man die 3-Jahres-Klippe, also den Übergang von der anfänglichen Verliebtheit zur klaren Sicht und neuer, alter Selbstständigkeit, nicht wirklich gemeistert hat. Wenn man jahrelang die Augen verschlossen hat vor der Realität, wird sie einen zu diesem Zeitpunkt umso sicherer einholen. Spätestens jetzt muss man akzeptieren, dass die Leidenschaft der ersten Jahre etwas anderem Platz gemacht hat. Es geht nicht mehr um Schmetterlinge und feuchte Hände. Plötzlich fragt man sich, ob die Liebe zu freundschaftlich geworden ist. Ist die Leidenschaft für immer vorbei?

Was tun?

Keine Panik. Es geht nicht um das Ende der Liebe, sondern um das Ende der lodernden Leidenschaft. Das Paar muss verstehen, dass sich die Liebe im Laufe der Jahre verändert. Nun wird sie real, geerdet und begründet. Das ist etwas Positives, denn diese Liebe ist klar und ehrlich. Es gibt nicht nur Schwarz/Weiß, Leidenschaft vs. Langeweile. Routine ist etwas Schönes, denn es geht um die Gewohnheiten, die ein Paar zusammenschweißen.

​Es ist aber wichtig von Zeit zu Zeit aus dieser Routine auszubrechen, um den Spaß aneinander wiederzuentdecken und die Routine nicht zu Gleichgültigkeit werden zu lassen. Was auch wichtig ist: Dass man sich als Paar wieder Momente der Nähe schafft. Zum Beispiel über Sexualität oder indem man sich darauf besinnt, warum man sich in den anderen verliebt hat.

3. Das Zusammenziehen

Zusammenziehen ist das erste deutliche Zeichen, dass beide Partner ihre Beziehung auf ein solides Fundament stellen wollen. Ein kleines Versprechen für die Zukunft. Man zeigt sich als Paar, als Einheit. Aber während man sich zuvor in besonderen Momenten gesehen, sich für Dates mit dem Partner hübsch gemacht hat und an miesen Tagen ganz untergetaucht ist, gibt es jetzt nichts mehr zu beschönigen. Launen, schlechte Angewohnheiten und unterschiedliche Lebensgewohnheiten sind kaum mehr zu verbergen.

Was tun?

Beide müssen lernen, Perfektionismus und rosa Brillen abzulegen und die Eigenarten des neuen Mitbewohners mit Humor zu nehmen. Die offene Zahnpastatube, die herumliegenden Socken, der Toilettendeckel - das sind die typischen (Mini-) Konflikte des Alltags. Sie geben dem Zusammenleben sogar Farbe. Statt uns zu ärgern, sollten wir uns vom Partner überraschen lassen. Ja, er ist vielleicht in einigen Dingen anstrengender als wir gedacht haben. Aber das ist in Ordnung.

Wichtig ist, darauf zu achten, jetzt nicht in eine Art Paar-Winterschlaf zu verfallen. Das heißt: Nicht die Verbindung zu Freunden und Familie zu verlieren und darauf achten, sich das Netz aus Bekannten und Hobbys zu erhalten. Nur so bleibt die Beziehung auf Dauer spannend.

Auch wichtig: Eine neue Beziehung braucht eine neue Behausung. Ziehen beide Partner zur Familie des einen, in die alte Wohnung des anderen oder gar in die Wohnung, in der ein Partner vorher mit dem/der Ex gewohnt hat, kann das für Probleme sorgen.

4. Das Ende der Zweisamkeit

Das erste gemeinsame Kind. So lange hat man gehofft und gewartet. Jetzt ist das Baby da und wirbelt die gesamte Paarstruktur gehörig durcheinander. Ab jetzt wird das Baby seine Eltern körperlich und seelisch enorm fordern. Aus dem Paar muss eine Familie werden, aus Mann und Frau Vater und Mutter. Für die Frau ist das meist einfacher, da sie dank des Hormons Oxytocin von Anfang an starke Muttergefühle empfindet.

Was tun?

Vorsicht vor Gedanken wie: Das Baby ist unsere letzte Chance, um die Beziehung zu retten. Ein Baby verbindet zwei Menschen, ganz klar, aber es kann keine Beziehung kitten. Gerade in der Anfangszeit sind starke Nerven gefragt. Konflikte, die bereits vorher bestanden, treten noch eher zutage. Viele frischgebackene Eltern glauben zudem, dass alle anderen perfekt funktionieren, nur sie selbst nicht. Deshalb neigen sie dazu, ihre Ängste zu verschweigen, um nur ja nicht den Eindruck zu erwecken, mit der neuen Situation überfordert zu sein. Hier hilft nur, offen über die eigenen Gefühle zu reden. Sich gegenseitig zu stärken.

Zudem ist es wichtig auf Alarmsignale zu achten, die darauf hindeuten, dass man sich als Paar voneinander entfernt. Wenn Eltern merken, dass sie partout nicht in der Lage sind, sich mal für einen Abend von ihrem Kind zu trennen, sollten sie aufpassen. Sie müssen sich auch Zeit für sich nehmen, auch wenn das gerade in der Anfangszeit schwer ist.

5. Schwere Zeiten

Krankheit, Trauer, Enttäuschungen - es gibt Phasen, in denen sich eine Beziehung bewähren muss. Auch wenn es selbstverständlich klingt in solchen Phasen füreinander da zu sein: In der Realität bedeuten sie eine Prüfung, an der schon so manches Paar gescheitert ist. Kleiner Trost: Das Paar kann aber auch sehr wohl gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Was tun?

Eine Partnerschaft baut auf zwei Säulen: der Liebe und dem Willen ein Paar zu bleiben. In schlechten Zeiten ist es eben dieser Wille, der entscheidend ist. Wenn man jemanden liebt, muss man sich auf ihn verlassen und um Hilfe bitten können. Fälschlicherweise denken wir oft, unser Partner müsse spüren, dass wir seine Hilfe brauchen. Man sollte seine Wünsche und Bedürfnisse lieber klar formulieren und - auch wichtig - von seinem Partner keine Wunder erwarten. Auch er ist nur ein Mensch mit Ängsten und Unsicherheiten.

Wer seinem Partner in einer schweren Phase helfen will, sollte bedenken, dass das, was uns selbst hilft, nicht zwangsläufig auch für andere richtig sein muss. Es gibt kein richtig oder falsch. Das sollte der Partner erkennen und respektieren.

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