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Wer eifersüchtig ist, hat womöglich bereits schlechte Erfahrungen gemacht.
Wer eifersüchtig ist, hat womöglich bereits schlechte Erfahrungen gemacht.
Die Ursachen für geringes Selbstwertgefühl können vielfältig sein: Wer sich als Kind benachteiligt fühlte (etwa bei Bevorzugung eines Geschwisterteils), oder wer bereits schlechte Erfahrungen mit fremdgehenden Partnern gemacht hat, wird schneller eifersüchtig sein als jemand, der immer genug Aufmerksamkeit bekam und schon als Kind Mamis und Papis Liebling war.

In der Tat belegen Forschungen, dass wir bereits als Kind eifersüchtig darauf reagieren, wenn ein anderer Mensch mehr Aufmerksamkeit erhält. Eine Studie von Forschern um Sybil Hart (Texas Tech University) ergab, dass bereits sechs Monate alte Babys weinen und schreien, wenn sich die Mutter einer Babypuppe zuwendet. Wendet sie sich einem Buch zu, ist das Baby entspannt. "Dass Eifersucht schon bei so kleinen Kindern auftritt, legt nahe, dass es sich weniger um eine Charaktereigenschaft als vielmehr um eine angeborene Strategie handelt", so Forscherin Hart gegenüber dem Magazin 'Der Spiegel'. Liegt hier die Wurzel der Eifersucht?

Eifersüchtig aufgrund der Fortpflanzung?
Eine verbreitete These ist die, dass die Eifersucht einer evolutionären Logik folgt. Sie soll den Fortbestand unserer Gene garantieren. Demnach sind Frauen und Männer aus unterschiedlichen Gründen eifersüchtig: Frauen fürchten eher emotionale Untreue, wohingegen Männer Angst vor sexuellen Eskapaden ihrer Frau haben. Für Männer ist die Gefahr, Kinder aufzuziehen, die nicht ihre eigenen sind, viel größer. Männer sind demnach deshalb eifersüchtig, weil sie den Fortbestand des eigenen Erbguts sichern wollen.

Die Frau wiederum muss als Mutter dafür sorgen, dass sich der Partner nicht einer anderen Frau zuwendet, sondern die Fürsorge und Zuwendung dem Kind zukommen lässt. Deshalb fürchtet sie vor allem die emotionale Untreue des Partners. Klingt logisch - ist aber wissenschaftlich nicht eindeutig erwiesen.

Was tun bei Eifersucht?
Egal aus welchen Gründen wir eifersüchtig sind: Wer von Eifersucht beherrscht wird und seinen Ängsten ungezügelt nachgibt, riskiert seine Beziehung. „Man sollte offen sagen, was einen sorgt“, rät Diplom-Psychologin Elisabeth Raffauf aus Köln. "Vielleicht macht der Partner ja wirklich Sachen, die verunsichern, wenn er beispielsweise stark mit anderen flirtet.“ Unabhängig davon sind eigene Lebensinhalte und -ziele auch außerhalb der Paarbeziehung wichtig. Nur so kann die (ungesunde) Abhängigkeit vom geliebten Gegenüber eingedämmt werden. Und damit auch Eifersucht und Verlustängste.

Gibt es einen wirklich handfesten Grund dafür, eifersüchtig zu sein (ist der Partner bereits fremdgegangen), muss das verlorene Vertrauen erst wieder aufgebaut werden. Dafür muss der Fremdgeher dem hintergangenen Partner das Gefühl zurückgeben, wertvoll und genau die Person zu sein, mit der er sein Leben teilen möchte. Hier ist der Fremdgänger in der Bringschuld.

Wer selbst einen eifersüchtigen Partner hat, sollte gar nicht erst versuchen, Streitthemen und die Situationen, die die Eifersucht hervorrufen, zu meiden. Wer sich nur noch heimlich mit Freunden trifft, weil er Streit aus dem Weg gehen will, macht es nicht besser. Letztlich fühlt sich der Eifersüchtige nur bestätigt, weil er spürt, dass der Partner ihm etwas vormacht. Besser ist es, den eigenen Aktivitäten weiterhin offen und ehrlich nachzugehen. Wer sich verbiegt, weil sein Partner eifersüchtig ist, wird früher oder später unglücklich in der Beziehung.


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Veröffentlicht von
am 25/09/2011
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