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Liebe & Psychologie

Vergiss SMS & Co: So schreibt man einen richtigen Liebesbrief

Michaela Moses
von Michaela Moses Veröffentlicht am 4. November 2010

In Zeiten permanenter Befindlichkeitsmeldungen auf Social Networks kommen sie zu kurz: die klassischen Liebesbriefe.

Egal, ob Sie schon jahrelang in einer glücklichen Beziehung oder gerade frisch verliebt sind: Liebesbriefe sind sie eine wunderbare Gelegenheit, sich mal ganz ausführlich mit den eigenen Gefühlen zu beschäftigen, und bleiben eine lebenslange Erinnerung. Versuchen Sie es doch einmal, Liebesbriefe sind leichter geschrieben, als Sie denken ...


1. Die Umgebung für's Liebesbriefe schreiben

Um einen Liebesbrief schreiben zu können, muss man in der richtigen Stimmung sein. Diese wird an einem lauten Ort in der Öffentlichkeit schwer einzurichten sein. Ziehen Sie sich zurück und sorgen Sie mit Musik und gedimmten Licht für eine angenehme Atmosphäre. Lassen Sie Ihre Gedanken um den Adressaten des Liebesbriefs schweifen und machen Sie sich ein lebhaftes Bild von ihm. Denken Sie an seinen Duft, sein Lächeln, seine Vorlieben und daran, was Sie an ihm lieben. Nur so werden Liebesbriefe glaubhaft und persönlich.

2. Die Optik

Liebesbriefe sollte auf schönem, sauberen, schlichten Papier daherkommen. Eselsohren und abgeranzte Ecken sind hier ebenso fehl am Platz wie schnörkelige Rahmen oder gar lila Schriftfarbe. Ein schlichtes, weißes oder beiges Blatt ist optimal.

Auch Liebesbriefe per Mail können den Empfänger erfreuen, am schönsten sind aber immer noch, oder gerade jetzt, handgeschriebene Liebesbriefe. Schließlich zeugen sie davon, dass man sich Zeit genommen hat, und haben gleich auf den ersten Blick eine persönliche Note.

3. Formalitäten

Versehen Sie den Liebesbrief mit einem Datum. Es soll ein Dokument der Zeit werden, das immer wieder gerne herausgeholt und gelesen wird, womöglich noch nach Jahren. Beginnen Sie mit einer direkten, formlosen Anrede und schreiben Sie den Geliebten mit seinem Vornamen an. Wenn Sie den Brief zunächst im Computer formulieren, können Sie eine Rechtschreibprüfung nutzen und Flüchtigkeitsfehler vermeiden.

4. Der Ausdruck

Versuchen Sie nicht, krampfhaft literarisch zu klingen. Liebesbriefe müssen so natürlich wie möglich rüberkommen, ohne banal zu werden. Wählen Sie Worte, die zu Ihnen passen und die nicht ungewohnt für Sie sind. Ausnahme: Sie verwenden Zitate, in dem Fall sollten Sie aber den Autor nennen, sonst sieht es aus, als wollten Sie das Werk eines anderen für Ihres verkaufen.

5. Der Anfang...

...ist bekanntlich schwer. Warum versuchen Sie es nicht gleich mit einem Kompliment? Das hört jeder gern, wenn es ernst gemeint und nicht zu abgedroschen klingt. Statt der „Augen wie Sterne“ eignen sich dafür zum Beispiel auch kleine, liebenswerte Schwächen der Person. So ist einem Mann, der öfter in den Spiegel guckt als manche Frauen, diese Tatsache vielleicht etwas peinlich, doch Sie können ja auch schreiben, dass Sie ihn gut verstehen, schließlich können Sie auch nicht aufhören, ihn anzuschauen.

6. Der Inhalt

Ist der Anfang erst einmal gemacht, gibt es unendlich viele mögliche Inhalte, die in Liebesbriefe einfließen können. Sie können von anderen Dichtern, aus Filmen oder Songs zitieren, an einer Liebesbotschaft haben sich schließlich wirklich schon einige Künstler vor Ihnen versucht. Es sollte nur passen, sowohl zu Ihnen als auch zu der geliebten Person.

​Wer wie Moritz Bleibtreu in dem Roadmovie „Im Juli“ seiner Liebe hinterher reist, könnte sich zum Beispiel des schönen Zitats aus dem Film bedienen: „Meine Herzallerliebste, ich bin Tausende von Meilen gegangen, ich habe Flüsse überquert, Berge versetzt. Ich habe gelitten und ich habe Qualen über mich ergehen lassen. Ich bin der Versuchung widerstanden und ich bin der Sonne gefolgt, um Dir gegenüber stehen zu können und Dir zu sagen: Ich liebe Dich.“

Konzentrieren Sie sich beim Inhalt hauptsächlich auf den Empfänger des Liebesbriefes und langweilen Sie den Leser nicht mit zu vielen Informationen über sich selbst. „Ich mache ...“, „Ich denke ...“, „Ich finde ...“ sollten nur gelegentlich vorkommen.

Weitere Ideen für den Inhalt Ihres Liebesbriefs:

  • Eigenschaften, die die Person von allen anderen Menschen unterscheiden
  • Kleine Schwächen und Besonderheiten der Person
  • Besondere Momente, die Sie geteilt haben
  • Die Gefühle, die die Person bei Ihnen auslöst
  • Der Moment, als Ihnen Ihre Liebe bewusst wurde

Seien Sie nicht zu flapsig, Sie wollen schließlich ernst genommen werden, seien Sie selbstbewusst in Ihren Äußerungen. Es ist nicht leicht, seine innersten Gefühle offen zu äußern und gar schriftliche niederzuschreiben. Schon alleine, dass Sie es tun, ist ein Grund, stolz zu sein!

7. Der Schluss

Setzen Sie den Empfänger nicht mit einem „Ich erwarte sehnsüchtigst deine Antwort“ unter Druck. Lassen Sie ihm Zeit, auf die Emotionen zu reagieren. Ein schlichter, liebevoller Abschiedsgruß ist das beste Ende für Ihren Liebesbrief.

Und wenn Ihnen nichts anderes einfällt, wählen Sie einfach die magischen drei Worte: Schlichter und schöner geht es nicht!

von Michaela Moses

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