Liebeskummer: Weit mehr als nur ein Teenie-Problem

Liebeskummer

 

Liebeskummer ist auch die Angst allein zu sein - und zu bleiben. - Liebeskummer
Liebeskummer ist auch die Angst allein zu sein - und zu bleiben.
Meist ist es die Sehnsucht nach Liebe, die uns verzweifeln lässt, wenn uns von einem Tag auf den anderen die Zuneigung des Partners entzogen wird. Aber es ist noch mehr als das: Wir haben Angst, alleine zu sein - und zu bleiben. Gemeinsamer Kinderwunsch, eine gemeinsame Wohnung und gemeinsame Lebensziele - unser Leben war für zwei geplant und nun stehen wir alleine da.

Wer mit 18 verlassen wird, kann sicher sein, dass die Welt und die Auswahl an potentiellen Partnern noch groß ist. Wenn man 30 und älter ist, ist das anders. Ab einem gewissen Alter sind viele Männer bereits vergeben und die wenigen männlichen Singles vielleicht nicht ohne Grund alleine. Hinzu kommt der Druck der Gesellschaft: Alle Freunde und Verwandten haben einen Partner, vielleicht eine eigene Familie und dementsprechende Tagesabläufe. Als Single fällt man plötzlich aus diesem System. Jeder Feiertag oder einsam verbrachte Sonntag wird zur Qual und das Gefühl der Einsamkeit unendlich. Der Partner hat eine Leere hinterlassen, die wir nicht zu füllen wissen.

Zu diesen Sorgen kommen noch individuelle Ängste und Traumata. Schließlich wurden wir als Mensch abgelehnt und sind dadurch verletzt und verunsichert. 'Der andere will mich nicht mehr' - dieser Gedanke beherrscht alles. Hinzu kommen Selbstvorwürfe. 'Warum habe ich nur ... wie konnte ich nur ...' Die Fehler werden nicht beim anderen gesucht, sondern bei sich selbst. Das alles zusammen macht es oft unmöglich, die neue Situation zu akzeptieren.

Die Trauer um das verlorene Liebesglück oder das, was vorher war, scheint meist unendlich. Eine Endlosschleife, so fühlen es die Betroffenen, aber auch die tröstenden Freunde, die irgendwann nach Monaten entnervt das Handtuch werfen und sich zu dem Satz verleiten lassen: „Jetzt muss es langsam aber auch mal wieder bergauf gehen“. Dass es das aber nicht unbedingt tut, steht auf einem anderen Blatt. Denn Liebeskummer dauert eben so lange, wie es sein muss. Und das kann von ein paar Wochen bis zu einem Jahr dauern, oder auch noch länger.

Die Phasen der Trauer 
Wichtig ist, dass sich der Liebeskranke selbst nicht festfährt, sondern in seiner Trauer Phasen durchläuft, die letztendlich zu einer Besserung führen. Forscher und Therapeuten sind sich hier einig: In unserer Trauer machen wir verschiedene Phasen durch. In Phase eins ist der Kummer groß, und wir wollen den Verlust nicht wahr haben. Ein Tal der Tränen. Phase zwei ist geprägt von unbändiger Wut auf den Partner. Dann beginnt irgendwann die Zeit, in der wir die Trennung akzeptieren können und bereit sind, uns neu zu orientieren.

Dr. Frauke Höllering, Allgemeinärztin mit Schwerpunkt Psychosomatik und Sexualmedizin, sagt: „Irgendwann ist es an der Zeit, dass die Betroffenen in eine neue Phase ihres Kummers eintreten: Wenn der Partner deutlich zeigt, dass er einen nicht mehr will, dann sollten Betroffene den Kontakt ganz abbrechen." Dann folgt früher oder später die Phase der Wut, und den Zorn auf den Ex-Partner sollte man für sich nutzen. "Ich rate meinen Patienten, aufzuschreiben, was sie nicht gut an ihrem Partner finden. Meist ist dies eine ganze Menge. Wenn man trauert, denkt man immer nur an die guten Zeiten und verdrängt das Schlechte, das es aber auch gegeben hat“, sagt die Expertin.

> Liebeskummer: Liebe als Droge




  
  

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Veröffentlicht von
am 08/11/2011
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