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Liebe & Psychologie

Studie beweist: Deswegen sind Singles gesünder als vergebene Menschen

Ann-Kathrin Schöll
von Ann-Kathrin Schöll Veröffentlicht am 24. Juli 2017

An alle, die glauben, Langzeit-Singles ginge es schlechter als Beziehungsmenschen: NO!

Wer schon lange Single ist, wird in seinem Freundeskreis oft mit Samthandschuhen angefasst, mit mitleidigen Blicken bedacht oder von übereifrigen Beziehungsmenschen sogar zu gut gemeinten Pärchenabenden eingeladen. Frei nach dem Motto: "Wir müssen nett zu ihr sein, sie ist doch schon so lange Single."

Genau DIESEN Menschen solltet ihr diesen Artikel schicken, liebe Single-Ladies. Denn er beweist: Single zu sein hat große Vorteile.

​Genauer gesagt beweist es die US-amerikanische Psychologin Bella DePaulo. Die 63-Jährige ist Single - schon immer. Und nicht etwa, weil sie niemanden findet, sondern schlichtweg, weil sie es so will. DePaulo, die an der University of California in Santa Barbara lehrt, ist eiserne Verfechterin des Single-Daseins und widmet diesem Thema sogar ihre psychologische Arbeit.

Mehr als zehn Jahre lang untersuchte sie Singles und wertete für ihre Forschung über 800 Studien zu dem Thema aus. Dabei kam sie zu einem erstaunlichen Ergebnis: Von wegen einsame Eigenbrötler - Singles, so DePaulo, hätten stabilere soziale Bindungen als Menschen in einer Beziehung und seien sogar gesünder. Nehmt das, ihr glücklichen Pärchen!

"Der Glaube, dass Singles unglücklich und einsam sind, keine Liebe bekommen und nichts mehr wollen, als eine Beziehung einzugehen, ist lediglich ein Mythos", schreibt die Psychologin in ihrem Blog 'Psych Central'.

Singles sind hilfsbereiter und geselliger

Wir kennen es doch alle: Kaum hat Freundin X einen Freund, verschwindet sie komplett von der Bildfläche. Tschüss spontanes Feierabendbier, Tschüss Feiern bis zum Morgengrauen, Tschüss Mädelsurlaub. Stattdessen wird zu zweit gekocht, gekuschelt und sich in die Pärchen-Komfortzone verzogen.

Unser Gefühl, dass Beziehungsmenschen ihre Freunde öfters mal hängen lassen, deckt sich auch mit den Ergebnissen einer im Jahre 2015 durchgeführten Untersuchung. Die beiden Sozialwissenschaftlerinnen Natalia Sarkisian und Naomi Gerstel fanden heraus, dass Singles nicht nur mehr und häufiger mit ihren sozialen Kontakten agieren, sondern auch hilfsbereiter sind als Verheiratete.

Singles sind fitter

In einer anderen Studie fanden Forscher heraus, dass Menschen in Langzeitbeziehungen und Ehen dazu neigen, sich körperlich gehen zu lassen. Stichwort Beziehungsbäuchlein. Nach einer Befragung von 13.000 Männern und Frauen zwischen 18 und 64 Jahren deckten die Wissenschaftler auf, dass Singles häufiger Sport machen als ihre verheirateten (oder geschiedenen) Kollegen.

Singles entwickeln sich gerne weiter

Und nicht nur in Sachen Fitness sind Singles den Pärchenmenschen voraus - auch in Sachen Horizonterweiterung. Während sich verheiratete Paare nicht so gerne aus ihrer Komfortzone herausbewegen würden, seien Singles eher bereit, über sich hinaus zu wachsen. Das belegt eine Datenanalyse der US-amerikanischen National Survey aus dem Jahr 1998. Sie verglich mehr als 1.000 Langzeit-Singles mit 3.000 verheirateten Menschen.

Das passt auch zur Erkenntnis, dass sich das Alleinsein nicht etwa negativ auf unsere Psyche auswirke, sondern im Gegenteil sogar unsere Kreativität und Produktivität fördere. Läuft bei den Singles, würde ich sagen.

Single-Sein ist das, was du draus machst

Klar, die Erkenntnisse von DePaula klingen toll - allerdings hängt es vor allem an der inneren Einstellung, ob man mit seinem Leben als Single glücklich oder unglücklich ist. Es ist völlig legitim sich (trotz der vermeintlichen Vorteile) als Langzeit-Single nach einer Beziehung zu sehnen.

Genauso in Ordnung ist es aber auch, aus seinem Inneren heraus rundum zufrieden mit seinem Single-Dasein zu sein. Und darüber sollte wirklich niemand ein Urteil fällen.

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von Ann-Kathrin Schöll

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