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Das Geheimnis der Untreue: Die sechs wahren Gründe, warum Männer fremdgehen

Fiona Rohde Veröffentlicht von Fiona Rohde
Veröffentlicht am 11. September 2016

Auch wenn wir es nicht hören wollen: Wir sind ein untreues Völkchen. Rund jeder zweite Deutsche ist seinem Partner schon einmal fremdgegangen. Und das betrifft Männer wie Frauen gleichermaßen.

Viele Frauen suchen den Fehler bei sich, wenn der Partner untreu wird. In den meisten Fällen kommen jedoch einige Faktoren zusammen. Ein Grund für uns, einmal auf die Suche nach den wahren Ursachen zu gehen, weshalb Männer einen Seitensprung wagen.

Wenn wir einmal von der umstrittenen These absehen, dass der Mann nicht zur Monogamie taugt, lassen sich in der Tat typische Verhaltensmuster bei Fremdgängern erkennen. Natürlich trifft nicht alles auf jeden Mann zu, aber es gibt eine Handvoll Gründe, die in verdammt vielen Fällen Auslöser für die Untreue sind. Und in der Tat haben einige mit der aktuellen Beziehung zu tun. Andere jedoch nicht. Das bestätigt die Expertin Helen Croydon, Journalistin und Autorin mehrerer Beziehungsratgeber. Sie erklärt die sechs häufigsten Gründe, die Männer zum Fremdgehen verleiten.

Hier sind 6 Gründe, warum Männer fremdgehen. (Sie entschuldigen das Fremdgehen natürlich nicht, aber zumindest liefern sie eine Erklärung.)

Sexuell frustiert

Traurig aber wahr: Es ist leider oft sexueller Frust, der die Männer dazu bringt ihr Glück in fremden Betten zu suchen. Die Expertin Helen Croydon sagt: "Schlechter Sex in der Beziehung ist das am häufigsten vorgebrachte Argument von Fremdgängern. Vor allem von den Männern, die online nach einem Liebesabenteuer suchen." Gründe wie ‘das Körperliche war halt irgendwann weg' oder 'unser Sex war sehr routiniert und eingefahren' werden hier sehr oft genannt, so die Expertin.

"Sex ist für Männer das, was die emotionale Bindung für Frauen ist. Liebkosungen sind da leider kein Ersatz für den Mann. Wenn dein Partner sagt, dass sein Seitensprung nicht daran liegt, dass euer Sexleben eingeschlafen ist, dann ist er wahrscheinlich einfach nur diplomatisch und höflich", erklärt Helen Croydon. Ihr Rat: "Jeder ist eingespannt in Job und Terminen, aber sich Zeit für den Partner zu nehmen, und das heißt auch explizit für das Sexleben mit dem Partner, ist einfach enorm wichtig in jeder Beziehung. Wenn Sex und Leidenschaft in der Partnerschaft wegfallen, dann sollte man aktiv etwas dagegen tun!"

Sich ungeliebt fühlen

Das Gefühl, nicht geliebt und begehrt zu werden oder einfach selbstverständlich zu sein, ist ein weiterer Risikofaktor für Seitenspringer. Es mag wie ein Klischee klingen, aber Helen Croydon bestätigt: "Denk an gelangweilte Paare, wo er noch nicht mal bemerkt, dass sie eine neue Frisur hat. Oder den hart arbeitenden Mann, der am Wochenende noch zu allerlei Zusatzarbeiten im Haus verdonnert wird und die Kinder bespaßen soll. Genau diese Paare sind es, die sich beklagen, dass ihre Beziehung rein funktional geworden ist. Sie vermissen die Romantik von früher - und suchen sie sich letztlich woanders."

Alles, was dem anderen in der Partnerschaft das Gefühl gibt, geliebt und geschätzt zu werden, ist bei diesen Paaren unter den Tisch gefallen. Gewohnheit und Bequemlichkeit statt Aufmerksamkeit und Respekt. Und genau da fangen die Probleme an. Schließlich will sich jeder erwünscht fühlen, beachtet und geliebt. Die traurige Wahrheit ist, wenn einer von beiden dem anderen dieses Gefühl nicht geben kann, findet er das eben woanders.

In der Beziehung fehlt das gewisse Extra

Das ist jetzt hart, liebe Frauen, aber Helen Croydon fand bei ihren Recherchen heraus, dass ein nicht gerade kleiner Prozentsatz der Männer noch das 'gewisse Extra' sucht, wenn er fremdgeht. Die Expertin erklärt: "Ich war überrascht, wie viele Männer sagen, dass sie ihre Frau lieben und nicht verlassen wollen, aber dass ihnen irgendwie das gewisse Extra fehlen würde. Nicht unbedingt Sex, sondern Romantik und Dates, jemanden noch einmal ganz neu kennenlernen."

Das ist in der Tat mehr als ernüchternd. Wenn es nur um Sex ginge, wäre das vielleicht einfacher zu verkraften als die Suche nach Romantik und Flimmern. Aber letztlich werden wir alle auch zugeben müssen, dass uns in längeren Beziehungen einfach das Aufregende, Neue fehlt. Der langjährige Partner ist halt bekannt und gewohnt. Helen Croydon sagt: "Traurig aber wahr: Zu viel Vertrautheit kann die Leidenschaft abklingen lassen. Und das, obwohl wir uns alle danach sehnen, mit jemandem wirklich vertraut und nah zu sein. Kleiner Trost: Es ist gar nicht so schwer, die eigene Partnerschaft wieder wegzubringen von gemeinsamen Fernsehabenden in Jogginghose, Haushaltsplänen und Kuschelromantik in Socken."

Das 'noch ein letztes Mal'-Syndrom

Dem anderen zu zeigen, dass man mit ihm sein Leben verbringen möchte, und das eventuell auch für immer, ist eine wunderbare Sache. Sie kann aber leider auch dazu führen, dass beim Gegenüber Torschlusspanik ausbricht. Helen Croydon sagt: "Männer denken, dass sie es sich schuldig sind, noch einmal so wie früher sein zu dürfen. Noch einmal ihr altes Leben leben zu dürfen. Und dieses letzte Mal, so denken sie irrtümlicherweise, soll ihnen dann helfen, auch langfristig treu zu sein." Ein großer Irrtum. Denn ein letzter Seitensprung wird niemandem das Gefühl geben, erfahrener zu sein oder sich ausgetobt zu haben.

Wer glaubt, dass der eigene Mann diese Ängste und Gedanken hat, der sollte seine Lust auf Sex und Eroberung für die eigenen Zwecke nutzen, rät die Expertin. "Frag ihn, was er vermisst und versuch einen gemeinsamen Weg zu finden. Warum nicht ein richtig schön verruchtes Sexwochenende mit ihm planen, so als hätte man sich gerade erst getroffen? Und sei es nur in einem Hotel um die Ecke."

Flucht vor Beziehungsproblemen

Wir alle haben gute und schlechte Phasen in unserer Beziehung. Das ist ganz normal. Und es wäre zu einfach, in solchen Momenten direkt an der kompletten Beziehung und der Liebe zu zweifeln. Aber es verwundert auch wenig, dass dies trotzdem einer der Hauptgründe für Männer ist, ihr Glück woanders zu suchen und fremdzugehen. Helen Croydon sagt: "Es ist ziemlich dumm, wenn sich jemand, der Probleme in der Beziehung hat, in eine Affäre stürzt. Man lenkt damit die Aufmerksamkeit kurzzeitig auf den neuen Menschen und meint so die eigenen Probleme lösen zu können." All diese Energie, die in den Seitensprung gesteckt wird, könnte besser zur Rettung der Beziehung genutzt werden. Das würde langfristiger helfen als ein schnelles Abenteuer.

"Deshalb sollte man die Probleme in der Beziehung offen ansprechen. Der Partner sollte es wert sein, dass man mit ihm redet", sagt Helen Croydon. "Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte seinen Partner freigeben. Viele haben hier einfach viel zu viel Angst vorm Singledasein und verharren in kaputten Beziehungen. Aber es kann sehr befreiend sein, wenn man sich von einem Partner löst, der einen letztlich nur unglücklich macht."

Die gute Gelegenheit

Die klassische Angstsituation ist ganz klar die: Wir sind nicht in der Stadt, er zieht mit seinen Kumpels um die Häuser, trifft eine Frau und landet prompt mit ihr im Bett. Das passiert natürlich auch, aber ist eher selten der Fall. Helen Croydon sagt: "Zum Glück gehen Männer nicht unbedingt fremd, sobald sich die Gelegenheit bietet, so wie viele Frauen glauben. Wer die erste, sich bietende Situation nutzt, um fremdzugehen, der hatte diese Gedanken bereits vorher oder hat geheime Wünsche unterdrückt. Kaum jemand springt mit der nächstbesten Damenbekanntschaft ins Bett. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Männer, die auf diese Art und Weise fremdgehen, es auch schon vorher getan, beziehungsweise bereits vorher darüber nachgedacht haben."

Der Tipp der Expertin: "Vertrauen schafft Respekt, und es gibt keinen besseren Schutz davor betrogen zu werden als gegenseitiger Respekt. Deshalb sollte man seinem Partner Luft und Freiraum geben. Wenn er alleine ausgeht, sollte er das nicht als Chance sehen, nicht mehr von dir observiert zu werden, sondern er sollte dich vermissen. Gib ihm dazu die Gelegenheit."

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