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Es gibt zahlreiche Bücher über die weibliche Sexualität. Warum haben Sie ein neues geschrieben? Ist mittlerweile nicht schon alles gesagt ?
Natürlich gibt es schon viele Veröffentlichungen zu diesem Thema. Aber wenn diese Bücher darauf abgezielt haben, den Frauen den Weg zum weiblichen Orgasmus zu erleichtern, dann sind sie gescheitert. Ich habe im Laufe meiner Karriere viele Frauen kennen gelernt, das können Sie sich sicher vorstellen. Und im Gegensatz zu dem, was die Medien verbreiten, ist die Mehrheit der Frauen frustriert.
Ein Buch über den Orgasmus hat für mich einen gemeinnützigen Charakter. Aber ich wollte natürlich auch einen neuen Beitrag zu dem Thema leisten. Die meisten Bücher beschränken sich auf technische, fast schon medizinische Anleitungen. Ich bringe eine neue Dimension ins Spiel: Eine erotische, poetische aber auch konkrete Zusammenfassung der Liebeskunst.
Die Umfragen zum Sexualverhalten französischer Frauen zeigen jedoch, dass die weibliche Lust in den Vordergrund gerückt und die Praktiken immer freizügiger werden...
Das Problem ist, dass diese Umfragen das Alter der befragten Frauen nicht berücksichtigen. Glauben Sie wirklich, dass eine 18-jährige Anfängerin dieselbe Orgasmusfähigkeit besitzt wie eine 35-jährige Frau, die ihre volle sexuelle Reife erreicht hat? Und dann unterscheiden diese Statistiken nicht zwischen dem klitoralen und dem vaginalen Orgasmus. Letzterer kommt viel seltener vor. Millionen Frauen haben bei der Penetration keinen Orgasmus. Und darin wird sich auch durch Partnertausch oder Sadomasochismus nichts ändern. Das sind Perversionen. Man muss zum ursprünglichen Körper zurückfinden, so wie er schon seit der Urgeschichte existiert: nackt, ohne künstliche Attribute. Die Finger, der Mund, diese ganz "natürliche" Ausstattung müsste genügen, um zum Orgasmus zu kommen.