Beziehungsleben ohne Kind, Jean-Michel Begny, Grégory Deshusses |
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 © La Redoute | Die Meinung von Jean-Michel Begny, Psychotherapeut
Linda hat den Vorschlag ihres Mannes vielleicht überinterpretiert. Er hat sie gefragt, ob sie die Mutter seiner Kinder werden möchte. Und das hat sie ohne Zweifel aufgeschreckt. Aber sie sollte sich daran erinnern, dass sich die Zeiten geändert haben und vor allem ist sie nicht ihre Schwiegermutter. Es besteht überhaupt kein Grund zu der Annahme, sie könne nach exakt demselben Schema durch das Leben gehen, wie seine Mutter.
Um sich etwas anzufreunden mit der Vorstellung, Mutter zu werden - denn schließlich sagt sie mit keinem Wort deutlich, dass sie keine Kinder haben möchte - bräuchte sie ein anderes Leitbild. Sie sagt eigentlich nur, dass sie nicht so werden will wie ihre Schwiegermutter.
Wenn Linda einer Mutter mehrerer Kinder begegnen würden, der es gelungen ist, dabei sexy zu bleiben, würde sie sehen, dass das durchaus möglich ist, und vielleicht umdenken.
Die Meinung von Grégory Deshusses, Soziologe
Das ist genau das, was wir den sogenannten Generationsgraben nennen. Jeder Generationswechsel führt zu Aufruhr. Sitten verändern sich ständig und in immer höherer Geschwindigkeit. Im Erwachsenenalter beobachten wir eine junge Generation, die nichts mehr mit der unseren gemeinsam hat. Und wir blicken zurück auf eine Elterngeneration, die uns ebenfalls fremd ist. Die heute 30-Jährigen scheinen ihre Bezugspunkte verloren zu haben. Sie sind weder die Kinder des Millenniums, noch haben sie die 70er Jahre bewusst erlebt. Sie müssen ihre eigenen Gesellschaftsmodelle schaffen und ihr eigenes Beispiel werden.
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