Ratschläge des Psychotherapeuten |
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Der Psychotherapeut Jean-Michel Begny zeigt uns, wie wir am besten mit dieser Uneinigkeit in einer Liebesbeziehung umgehen.
- Wie kann man zum Partner ehrlich sein, ohne ihn zu beleidigen?
Indem Sie betonen, dass Ihre Entscheidung nichts mit Ihrer Beziehung zu tun hat und ihm sagen, dass Sie ihn lieben (sofern das der Fall ist). Sie müssen ihm erklären, dass Sie, wenn, dann nur mit ihm ein Kind haben wollten, dass Sie sich zum jetzigen Zeitpunkt aber einfach noch nicht für ein Kind entscheiden können.
- Wie kann eine Schuldzuweisung vermieden werden?
Wenn Sie sich aufgrund Ihrer Entscheidung unwohl fühlen, nehmen Sie sich ein wenig Zeit, um in Ruhe Bilanz zu ziehen. Listen Sie Ihre Argumente auf. Es handelt sich um eine persönliche Entscheidung, bevor es zu einem partnerschaftlichen Entschluss werden kann. Fällen Sie keine Entscheidung Ihrem Partner zuliebe und ändern Sie auch nicht Ihre Meinung, um Ihrem Partner damit zu gefallen.
- Ist durch die Uneinigkeit im Punkt „Kinderwunsch“ eine Trennung vorprogrammiert?
Sie müssen nicht, weil Sie sich gegen ein Kind entscheiden, auf ein Leben in Partnerschaft verzichten. Sie haben natürlich das Recht auf Zweisamkeit. Das Problem ist, herauszufinden, wie der Lebensplan Ihres Partners aussieht, ob er sich ein Kind mit Ihnen wünscht und ob seine Liebe zu Ihnen stark genug ist, um die Kinderlosigkeit zu akzeptieren.
- Welche Risiken gibt es für das Sexualleben des Paares?
Es werden möglicherweise Probleme auftreten. Oftmals versperrt sich der Partner und beschließt, dass eine sexuelle Beziehung sinnlos ist, wenn Sie kein Kind wollen. Manchmal ist diese Reaktion völlig unbewusst und der Wunsch, sich zu verweigern, existiert ohne wirklich genau zu wissen, warum. Es muss darüber gesprochen werden, aber geben Sie Acht, dass Sie das Thema nicht herunterspielen, da ansonsten Frustrationen die Beziehung aus dem Gleichgewicht bringen könnten.
- Muss professionelle Hilfe zu Rate gezogen werden?
Nicht zwingend! Vorher sollte versucht werden, klärende Gespräche unter vier Augen zu führen. Eine dritte Person könnte die eh schon geschwächte Zweierbeziehung völlig aus dem Gleichgewicht bringen. Auf professionelle Hilfe sollte nur in extrem schwierigen Fällen zurückgegriffen werden.
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