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Hyaluronsäure: Der hauteigene Feuchtigkeitsspender

Heike Schmidt Veröffentlicht von Heike Schmidt
Veröffentlicht am 8. November 2007

Der Siegeszug der Hyaluronsäure als Beauty-Substanz begann schon vor einigen Jahren. Mittlerweile hat sie Anti-Falten-Klassikern wie Kollagen längst den Rang abgelaufen. Vor allem weil Hyaluronsäure eine Vielzahl unschlagbarer Vorteile auszeichnet. Wir stellen Ihnen das potente Mittel gegen Falten vor.

Was ist Hyaluronsäure eigentlich?
Hyaluronsäure ist eine transparente Substanz, die von Natur aus im Körper vorkommt - zu einem großen Teil in der Haut, wo sie (gemeinsam mit anderen Stoffen) die Hohlräume zwischen den unterschiedlichen Gewebefasern auffüllt. Eine herausragende Eigenschaft zeichnet Hyaluronsäure aus: Sie kann 1.000 bis 4.000 Mal so viel Wasser aufnehmen, wie sie selbst wiegt. Wie viel genau, darüber ist sich die Wissenschaft noch nicht einig. Fest steht: Auf diese Weise sorgt sie auch im Binde- und Knorpelgewebe für Elastizität und Dehnbarkeit.

Allerdings nimmt der Anteil der wasserbindenden Substanz im Körper mit zunehmendem Alter ab. Mit 50 Jahren besitzen wir nur noch die Hälfte unserer anfänglichen Hyaluronsäure-Reserven. Die Folgen dieses Schwunds werden vor allem an der Oberflächte deutlich: Unsere Haut büßt langsam aber sicher Feuchtigkeit, Straffheit und Elastizität ein. Falten sind die Folge.

Hyaluronsäure in der Kosmetik
Hyaluronsäure bildet in Verbindung mit Wasser ein elastisches Gel. Auf der Haut angewendet, bildet das durchsichtige Gel einen wasserbindenden, luftdurchlässigen Film. Dieser transparente Film verringert zum einen die Gefahr, dass Wasser aus den Zellen verdampft – ein häufiges Problem bei Menschen mit trockener, gereizter Haut. Zum anderen wird durch die Hyaluronsäure die Hautfeuchtigkeit erhöht.

Die Substanz wirkt außerdem wie ein optisches Bügeleisen: Sie verbindet sich mit dem Keratin in der Haut, so dass beim Verdunsten des Wassers eine leichte Spannung auf ihrer Oberfläche entsteht. Die Haut wirkt gestrafft, kleine Fältchen erscheinen wie weggezaubert.

Zusätzlich hebt Hyaluronsäure Fältchen leicht an, sodass sie weniger tief erscheinen. Aus der Anti-Aging-Kosmetik ist die Substanz darum nicht mehr wegzudenken.

Ein weiterer großer Pluspunkt: Weil Hyaluronsäure im Körper auf natürliche Weise vorkommt, ist sie als Zusatz von Beauty-Produkten optimal hautverträglich.

Ist kurzkettige Hyaluronsäure besser?
Die Hersteller von Cremes haben Hyaluronsäure natürlich längst als Wunderwaffe gegen Falten und feuchtigkeitsarme Haut entdeckt. Sie forschen ständig daran, ihre Wirkweise zu verbessern. Denn einen Nachteil hat Hyaluronsäure: Sie wird beim Waschen relativ leicht wieder entfernt und muss darum täglich neu aufgetragen werden.

Oft entsteht in der Werbung der Eindruck Hyaluronsäure würde tief in die Haut eindringen und dort wirken, wo sie an Elastizität verliert – nämlich in der Dermis (Lederhaut). Tatsächlich kann von außen aufgetragene Hyaluronsäure auf normalem Wege nicht einmal die oberste Hautschicht (Hornschicht) durchdringen. Immer wieder werden Produkte beworben, die besonders kleinteilige Hyaluronsäure enthalten.

Die winzigen Moleküle sollen die Hornschicht durchdringen können. Tatsächlich gilt dies als wahrscheinlich, wissenschaftliche Beweise existieren hierfür jedoch noch nicht. Leider hat diese auch als „kurzkettig“ bezeichnete Hyaluronsäure auch noch einen entscheidenden Nachteil: Sie kann weniger Wasser binden als ihr langkettiges Pendant.

Hyaluronsäure als Filler
Die ästhetische Medizin setzt auf Hyaluronsäure als Filler, das heißt, sie verwendet die Substanz, um Falten von innen aufzufüllen und damit zu glätten. Bei der Behandlung injiziert der Arzt das Hyaluronsäure-Gel in die Haut. Bei leichten Fältchen erfolgt die Injektion oberflächlicher, bei tieferen Falten wird das Gel in tieferliegende Hautschichten gespritzt. Der Filler füllt die Hautvertiefung auf und hebt das darüber liegende Gewebe an – die Falte ist korrigiert. Nach der Injektion verteilt der Arzt die Hyaluronsäure durch eine Massage gleichmäßig und gezielt in der Dermis der behandelten Gesichtspartie.

Außer gegen Falten werden Hyaluronsäurefiller auch eingesetzt, um Lippen zu vergrößern oder zu konturieren. Für den Wiederaufbau von Volumen im Kinn- und Wangenbereich sowie zur Modellierung von Gesichtskonturen ist der Filler ebenfalls geeignet.

Hyaluronsäure: Wunderwaffe gegen Falten?
Vor der Hyaluronsäurebehandlung per Injektion schrecken vielleicht noch viele zurück. Doch als Falten-Killer in Cremes macht sich das Gel immer mehr Freunde. Denn seine Vorzüge liegen einfach auf der Hand: Sofort sichtbare Glättung der Haut, Stabilisierung des Feuchtigkeitshaushaltes und dazu noch optimale Verträglichkeit.

Wichtig: Achten Sie bei Produkten auf die Konzentration des Wirkstoffes. Seien Sie misstrauisch gegenüber hohen Konzentrationsangaben von bis zu 20 Prozent. Häufig beziehen sich diese Zahlen auf den Anteil des Hyaluronsäure-Gels im Produkt. Diese Gele bestehen jedoch zu bis zu 98 Prozent nur aus Wasser. Die Konzentration an reiner Hyaluronsäure ist viel geringer.

Dabei ist eine Verdünnung mit Wasser nicht einmal notwendig. Hyaluronsäure kann auch pur aufgetragen werden und wirkt dann umso konzentrierter. Übrigens: Hyaluronsäure war lange Zeit ein No-go für Vegetarier, da tierischen Ursprungs: Ursprünglich wurde sie nämlich aus Hahnenkämmen extrahiert. Klingt eklig, doch diese Zeiten sind längst vorbei.

Heute wird die Substanz mit Hilfe von Mikroorganismen im Labor erzeugt. Ein Bakterium mit dem schönen Namen „Streptococcus zooepidemicus“ produziert für uns zum Beispiel erstklassige Qualität. Wir sagen danke!

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