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Die richtige Creme für mehr Hautfeuchtigkeit

Heike Schmidt
von Heike Schmidt Veröffentlicht am 2. November 2007

Trockene Luft, Wasser und Sonne: Diese Umwelteinflüsse lassen unsere Haut austrocknen, sprich: entziehen ihr Feuchtigkeit. Ihr bester Freund im Kampf gegen die Wasserräuber: Die Feuchtigkeitscreme. Sie gehört zu den wichtigsten Beauty-Produkten überhaupt, denn damit lassen sich Feuchtigkeitsdefizite in der Haut schnell und nachhaltig beheben - vorausgesetzt, Sie verwenden die richtige Feuchtigkeitscreme.

Denn einfach nur drauf loscremen, ist keine langfristige Lösung. Wir erklären, was eine gute Feuchtigkeitscreme auszeichnet und wie Sie das passende Produkt für Ihre Haut finden.

Schöne Haut braucht Feuchtigkeit
Eigentlich sind die Wasserreserven unserer Haut von Natur aus gut geschützt. Die sogenannte Hautbarriere verhindert, dass die Feuchtigkeit ungehindert nach außen „verdampft“. Wasserbindende Substanzen in der Epidermis (sogenannte Feuchthaltefaktoren) verhindern zusätzlich, dass Feuchtigkeit verloren geht. Außerdem dichtet das Hautfett die Hautoberfläche so ab, dass kaum Wasser verdunsten kann.

Dennoch ist feuchtigkeitsarme Haut ein weitverbreitetes Problem. Ihre Erkennungszeichen: Sie spannt und juckt, sieht fahl aus und schuppt sich sogar. Außerdem ist sie anfällig für Infektionen und Rötungen. Weil die Elastizität der Haut durch den Wassermangel nachlässt, bilden sich feine Linien um Augen oder Mund - sogenannte Trockenheitsfältchen.

Von den optischen Folgen mal abgesehen, setzt Feuchtigkeitsmangel auch einen unheilvollen Kreislauf in Gang: Die Haut braucht Wasser, um ihre Zellen mit Nährstoffen zu versorgen und sich gegen Einflüsse von außen zu schützen. Mindestens zehn Prozent müssen es sein. Ist es weniger, haben Wasserräuber noch leichteres Spiel und Keime können in die Haut eindringen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollte die Haut täglich gegen den Feuchtigkeitsverlust geschützt werden.

Das muss eine Feuchtigkeitscreme können
Unsere Haut schützt sich nach dem Prinzip: „Nach außen hin abdichten und das Wasser im Inneren festhalten“ vor Austrocknung. Genau das sollte auch eine gute Feuchtigkeitscreme leisten. Zum einen braucht sie Substanzen, die die Barrierefunktion der Haut stärken und solche, die sie nach außen hin abdichten: Hyaluronsäure bildet zum Beispiel einen Film auf der Haut, der luftdurchlässig ist, aber vor dem Austrocknen schützt.

Das gleiche gilt für Aloe Vera oder Algen-Extrakte. Ceramide, eine Lipid-Art, stärken die Hautbarriere auf natürliche Weise. Zum anderen sollte eine Feuchtigkeitscreme Substanzen enthalten, die die natürlichen Feuchthaltefaktoren der Haut stärken. Das leisten zum Beispiel Aminosäuren, Panthenol, Glycerin, Urea oder Milchsäure.

Achten Sie auf Ihren Hauttyp
Bei der Wahl der Feuchtigkeitscreme ist Ihr Hauttyp das wichtigste Kriterium. Wer von Natur aus trockene Haut hat, braucht eine andere Feuchtigkeitspflege, als jemand mit fettiger Haut. Kaufen Sie also nur Produkte, die speziell für Ihren Hauttyp bestimmt sind.

Von der falschen Creme geht zwar die Welt nicht unter, aber Sie riskieren schlimmstenfalls Irritationen, Rötungen oder Unreinheiten - bestenfalls eine Haut, die nicht so schön ist, wie sie sein könnte. Ob Sie die richtige Creme gefunden haben, zeigt der Praxistest: Wenige Minuten nach dem Auftragen sollte sich die Haut weich, geschmeidig und glatt anfühlen. Liegt ein fettiger Film auf der Haut, sollten Sie die Finger von der Creme lassen. Rötungen und Brennen sind natürlich absolute No-gos.

Hier unser Feuchtigkeits-Guide für jeden Hauttyp:

> Feuchtigkeitspflege für normale Haut:
Normale Haut hat einen ausgeglichenen Fett- und Feuchtigkeitsgehalt. Damit das auch so bleibt, braucht sie eine Creme, die leicht rückfettend und gut feuchtigkeitsspendend ist. Geeignete Wirkstoffe sind zum Beispiel Ceramide, Hyaluronsäure oder Algenextrakte.

> Feuchtigkeitspflege für trockene Haut:
Trockene Haut braucht eine Pflege, die nach der Reinigung für eine gute Rückfettung sorgt. Nur so bleibt die von Haus aus etwas labile Hautbarriere intakt. Wer’s am Tag nicht ganz so fettig mag, sollte seine Haut zumindest nachts mit einer reichhalten Feuchtigkeitscreme verwöhnen. Übrigens: Ist Ihre Haut nach dem Eincremen immer noch nicht geschmeidig genug, sollten Sie nicht nachcremen, sondern zu einem Produkt mit höherem Fettanteil greifen. Natürliche Fette aus Pflanzen sollten Sie dabei den chemisch hergestellten vorziehen.

> Feuchtigkeitspflege für Mischhaut:
Das Zwitterwesen Mischhaut verlangt nach einer Feuchtigkeitscreme, die den fettigen Partien ausgleichende Substanzen und Feuchtigkeit liefert, die trockenen Stellen dagegen gut rückfettet. Ist die Mischhaut allerdings sehr ausgeprägt, ist die Anschaffung zweier unterschiedlicher Feuchtigkeitscremes (für fettige und für trockene Haut) sinnvoll.

> Feuchtigkeitspflege für fettige Haut:
Das im Überfluss vorhandene Hautfett bremst die Verdunstung von Wasser nach außen. Rückfettende Substanzen braucht die Feuchtigkeitspflege für diesen Hauttyp also nicht - im Gegenteil. Ölfreie Gele oder Cremes sind ideal. Ein empfehlenswerter Wirkstoff ist Milchsäure. Sie spendet Feuchtigkeit und bekämpft gleichzeitig Hautunreinheiten, für die die fettige Haut oft anfällig ist.
Unabhängig vom Hauttypen gilt übrigens: Cremes und Reinigungsprodukte sollten so wenig Emulgatoren wie möglich enthalten. Diese Substanzen schädigen die Hautbarriere und fördern so den Feuchtigkeitsverlust.

Hautfeuchtigkeit im Wechsel der Jahreszeiten
Wie viel Wasser unsere Haut enthält, hängt auch vom Wassergehalt der Luft um uns herum ab. Ist sie im Winter kalt und trocken (draußen) oder warm und trocken (drinnen), trocknet die Haut aus. Die Physik will es, dass mit sinkender Luftfeuchtigkeit auch die Verdunstung von Wasser aus der Haut zunimmt.

Die gleiche physikalische Regel begrenzt auch die Wirksamkeit von Feuchtigkeitscremes: Je trockener die Luft, desto schlechter wirken sie. Wird eine bestimmte Luftfeuchtigkeit unterschritten, gibt die Creme die enthaltene Feuchtigkeit nicht mehr an die Haut, sondern an die Luft ab. Sie wird wirkungslos. Dieser Grenzwert ist von Creme zu Creme unterschiedlich.

Doch weg von der physikalischen Theorie, hin zur kosmetischen Praxis: Passen Sie Ihre Feuchtigkeitscreme der Luftfeuchtigkeit beziehungsweise der Jahreszeit an. Im Winter reicht es oft nicht, der Haut feuchtigkeitsbindende Substanzen wie Urea oder Glycerin zuzuführen. Dann muss eine Creme auch an der Hautoberfläche dafür sorgen, dass die Verdunstung von Wasser eingedämmt wird. Das können Wirkstoffe wie Hyaluronsäure oder Alginsäure.

Im Winter sollte die Creme außerdem etwas reichhaltiger ausfallen als im Sommer, um die Hautbarriere zu stärken. Das gilt sogar für den fettigen Hauttyp. Die Talgdrüsen stellen ab null Grad und weniger nämlich die Produktion ein. Übrigens: Auch im Sommer kann die Luft trocken sein, zum Beispiel in klimatisierten Räumen. Für den nächsten Flug gehört also eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme ins Handgepäck!

von Heike Schmidt

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