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Micro-Needling: Ist das DIE neue Geheimwaffe gegen Falten?

Inga Back
von Inga Back Veröffentlicht am 28. August 2017
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Beim Microneedling wird die Haut mit feinen Nadelstichen bearbeitet. Das Ergebnis soll sofort jünger aussehende Haut sein. Wie genau der Dermaroller funktioniert und wieviel der Spaß kostet, erfahrt ihr in unserem Erfahrungsbericht.

Auch wenn eine Gesichtsbehandlung mit hunderten Nadelstichen auf den ersten Blick nicht sehr ansprechend wirkt, kann ich euch versichern: Es ist halb so wild und korrekt angewandt sogar äußerst effektiv! Ich war auch erst skeptisch, habe mich dann aber doch überreden lassen, Microneedling zu testen.
Ich habe die Methode für zu Hause getestet, also die Behandlung selbst gemacht und war absolut erstaunt darüber, wie stark die Resultate nach nur einer Anwendung waren. Klingt zu schön, um wahr zu sein, ist aber so. Erste Fältchen, schlaffe Haut oder einen fahlen Teint könnt ihr mit der Methode also wirklich reduzieren.

Was ist Microneedling?

Beim Microneedling wird ein sogenannter Dermaroller über die Haut geführt. Das ist ein Gerät, das ein bisschen aussieht wie eine kleine Tapezierrolle, nur dass sie mit ganz vielen, feinen Nadeln übersäht ist. Wenn die Nadeln in die oberste Hautschicht stechen, wird unserer Haut sugerriert, dass eine Verletzung vorliegt - ein bisschen ist es ja auch so - wodurch der Wundeheilungsprozess in Gang gebracht wird.

Das heißt: Unsere Haut beginnt sofort damit sich zu regenerieren, weil sie die entstandenen Schäden und Risse wieder auffüllen muss. So wird neues Kollagen und Elastin produziert, das dafür sorgt, dass die Haut praller, fester und glatter aussieht. Gerade wenn sich erste Fältchen bemerkbar machen, kann die Haut davon profitieren, da sie mit der Zeit immer weniger Kollagen produziert. Sie verliert also an Spannkraft. Indem wir sie zwingen mehr Kollagen zu produzieren, können wir die Alterserscheinungen verlangsamen.

Wer einen Dermaroller kaufen möchte, um die Behandlung selbst durchzuführen, hat eine sehr große Auswahl. Dermaroller können 10 aber 100 Euro kosten - die Bandbreite ist also riesig. Da es sich jedoch um Nadeln handelt, die ihr in eure Haut stecht, solltet ihr in diesem Fall lieber ein paar Euro mehr bezahlen und ein vertrauenswürdiges Produkt kaufen. Achtet unbedingt darauf, dass die Nadeln alle gerade, fein und vor allen Dingen gleich lang sind. Wenn ihr bereits mit dem bloßen Auge Mängel an der Rolle erkennen könnt, solltet ihr sie sofort zurückschicken.

Ein guter Cleaner ist zur optimalen Reinigung ebenfalls wichtig, denn ihr wollt auf keinen Fall Bakterien auf den Nadeln hinterlassen. Ein verunreinigter Dermaroller würde genau den Effekt erzeugen, den wir nicht wollen: Die Haut würde mit Unreinheiten und einem fahlen Teint reagieren. Außerdem verlängert ein guter Cleaner die Lebensdauer eures Dermarollers.

Microneedling gegen Narben

Microneedling wird sogar in der Behandlung von Akne-Narben verwendet. Auch hier profitieren wir, indem wir die hauteigene-Regenerationsfähigkeit nutzen und künstlich ein bisschen ankurbeln, so können sogar sichtbare Narben reduziert werden. Denn eine Narbe ist nicht gleich eine Narbe: Sie verändert sich noch bis zu zwei Jahre - so lange können wir also noch einiges dafür tun, dass sie möglichst unauffällig wird.

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Ein netter Bonus: Aufnahmefähigere Haut

Nach einer Microneedling-Behandlung wird für gewöhnlich ein reichhaltiges Hyaluronsäure-Serum und eine hochwertige Feuchtigkeitspflege aufgetragen. Grund dafür ist, dass durch die Einstiche Wirkstoffe besonders gut und besonders tief in die Haut eindringen können. Unsere Haut wird also aufnahmefähiger, sodass das Hyaluron zusätzlich seine Anti-Falten-Wirkung entfalten kann.

An dieser Stelle sei jedoch auch gesagt, dass empfindliche Haut genau deshalb noch gereizter reagieren kann als sonst. Die Haut ist durch die Nadelstiche bereits beansprucht, daher sollte im Anschluss nur hochwertige Pflege verwendet werden - am besten solche, die bereits vorher getestet wurde und die die Haut immer gut angenommen hat.

Tipp: Nach dem Microneedling sind eure Poren etwa zehn Minuten geöffnet und somit geradezu prädestiniert für eine Tuchmaske! Legt also nach dem Auftragen des Serums eine Tuchmaske auf, ihr werdet staunen wie gut eure Haut die Pflegestoffe geradezu aufsaugt.

Wer auf eine Tuchmaske nach dem Serum verzichtet, wird schnell merken, dass sich die Haut gereizt anfühlt und das ist nicht sehr angenehm. Ihr werdet die Tuchmaske also brauchen, um die Haut zu beruhigen. Durch das Tuch mariniert ihr die Haut quasi in der Pflege und die Poren bleiben durch Feuchtigkeit und Wärme noch länger geöffnet, sodass sie noch mehr Wirkstoffe aufnehmen können. Das Ergebnis ist dann eine optimal gepflegte und strahlende Haut!

Ist Microneedling schmerzhaft?

Micro-Needling tut nicht weh... oder zumindest sollte es das nicht. Wenn ihr die Behandlung zu Hause selbst durchführt und dabei Schmerzen habt, drückt ihr wahrscheinlich zu fest mit dem Dermaroller auf. Druck solltet ihr bei der Behandlung sowieso nicht ausüben, es reicht mit dem Dermaroller leicht über die Haut zu fahren. Die Nadeln werden trotzdem in die Haut eindringen.

Micro-Needling für zu Hause

Der Ablauf einer selbstgemachten Behandlung ist eigentlich ganz einfach:

  • Gesicht reinigen
  • Mit dem Dermaroller über die Haut fahren
  • Serum auftragen
  • Feuchtigkeitspflege/ Tuchmaske auftragen
  • Dermaroller reinigen

Wer Microneedling selber machen möchte, muss darauf achten, dass er mit dem Dermaroller gleichmäßig über das Gesicht fährt. Das heißt, nicht nur gleichbleibend wenig Druck ausüben, sondern auch ein gleichmäßiges Stichmuster erzeugen. Fahrt dafür jeweils horizontal, vertikal und diagonal in beide Richtungen mit dem Dermaroller über die Haut. Augen und Mund werden dabei natürlich ausgespart.

Nach der Behandlung tragt ihr dann ein nährendes Serum und anschließend eine hochwertige Tuchmaske auf.

Danach muss der Dermaroller gereinigt werden. Dafür solltet ihr ihn erst einmal mit heißem Wasser abspülen und dann mit dem Cleaner einsprühen. Anschließend lasst ihr den Roller einfach trocknen.

Die Kosten

Wie so oft hat Qualität seinen Preis: Eine gute Microneedling-Behandlung ist daher nicht gerade billig. Beim Dermatologen oder Kosmetiker kostet die Behandlung pro Sitzung schon mal 100 bis 300 Euro. Die gute Nachricht dabei ist jedoch, dass man oft schon nach der ersten Sitzung Ergebnisse sieht.

Wer die Behandlung lieber selbst zu Hause durchführen möchte, kann dafür 30 Euro bezahlen - aber auch 300. Letztlich bleibt es einem selbst überlassen, wie viel Geld man dafür ausgeben möchte. Wichtig ist jedoch, dass qualitativ hochwertige Produkte genommen werden, da man der Haut sonst eher Schaden als helfen würde.
In jedem Fall handelt es sich dabei jedoch um Anschaffungskosten. Wer sich erst einmal mit Roller, Cleaner, Serum und Masken eingedeckt hat, hat lange Freude daran. Ein guter Dermaroller, der ordentlich gehandhabt und gereinigt wird, hält ein bis zwei Jahre - je nachdem, wie oft er verwendet wird.

Mein Fazit: Ich bin jetzt ein absoluter Microneedling-Fan. Die Ergebnisse sind erstaunlich und die Behandlung ist einfach. Außerdem muss die Tuchmaske bis zu einer halben Stunde auf dem Gesicht bleiben und in dieser Zeit kann man sich endlich mal vom stressigen Alltag entspannen. Danach fühlt ihr euch wie neu geboren.

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