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Die richtige Narbenpflege: So werden die Beauty-Makel (fast) unsichtbar

Ga-Young Park
von Ga-Young Park Veröffentlicht am 22. Juli 2016

Keine bleibende Erinnerung: Tipps zu richtigen Narbenpflege.

Narben sind die Folge einer Verletzung der Haut. Doch oft hinterlassen sie auch seelische Wunden. Häufig werden sie als optisch störend empfunden. Je sichtbarer die Narbe, desto schlimmer fühlen sich Betroffene 'gezeichnet'.

Gerade Frauen ist eine makellose, glatte Haut wichtig. Nach einer Blinddarm- oder Kaiserschnitt-Operation beispielsweise leiden sie nicht zuletzt auch an den lange sichtbaren Narben. Doch die störenden Makel müssen nicht einfach hingenommen werden. Eine gute Narbenpflege kann ihr Erscheinungsbild erheblich verbessern. Worauf ihr bei der Narbenpflege achten müsst, zeigen wir euch hier:

Narbenpflege: Wie entstehen Narben?

Autsch! ihr habt euch beim Kochen geschnitten? Keine Sorge, solche Wunden hinterlassen normalerweise keine Narben. Verletzungen, die nur in diese oberste Hautschicht (Epidermis) reichen, können mit 'Originalzellen' repariert werden. Die Wunde verheilt ohne sichtbare Narbe. Wird die Haut jedoch in tieferen Schichten verletzt, kann dieser Reparaturmechanismus nicht greifen.


​Das Bindegewebe ist jetzt gefordert: Es produziert auf die Schnelle Zellen, um die Wunde zu schließen. Dieser 'Hautersatz' ist jedoch im Vergleich zum ursprünglichen Gewebe von minderer Qualität - und das sieht man ihm auch an. Die Zellen sind weniger gut durchblutet, hell bis weißlich und weniger elastisch. Die Haut heilt zwar, doch eine sichtbare Narbe bleibt zurück. Art und Umfang der Verletzung bestimmen ihre Form und Farbe. Manche Narben sind stark erhöht, andere liegen tiefer als die umgebende Haut und manchmal bilden sich sogar wulstige Narben. Juckreiz, Rötungen und Spannungsgefühle können auftreten.​

Die Dos und Dont's bei frischen Narben

Wegzaubern geht leider nicht, aber es gibt viele Mittel und Wege, um Narben so gut wie unsichtbar werden zu lassen. Eine gute Wundheilung ist der erste, wichtige Schritt bei der Narbenpflege. Sind die Wundränder geschlossen, solltet ihr Folgendes beherzigen, um die Narbenbildung günstig zu beeinflussen:

>Sonne, Hitze oder Kälte meiden
Sehr hohe oder sehr niedrige Temperaturen und intensive UV-Strahlung stören die Regeneration der Haut.

> Auf enge oder scheuernde Kleidung verzichten
Narbengewebe ist dünn und empfindlich. Es darf auf keinen Fall gereizt oder wundgescheuert werden. Rötungen oder Verhärtungen könnten die Folge sein.

> Dehnung vermeiden
Alles, was eine Zerrung oder Dehnung der Narbe auslösen könnte, ist tabu. Ändert gegebenenfalls euer Sportprogramm so ab, dass das neue Gewebe geschont wird.

> Narbe schützen
Schützt die frische Narbe, falls erforderlich, mit einem Verband. Achtung: Klebt keine Pflaster auf oder um die Narbe! Beim Entfernen könnte die empfindliche Haut zu sehr gedehnt werden.

​Narbenpflege mit Cremes

Narbencremes oder -gele (z.B. Contractubex) enthalten spezielle Wirkstoffe, die die Heilung der Haut positiv beeinflussen. Sie machen das neue Gewebe elastischer, beugen Rötungen und Juckreiz vor und verringern die Wahrscheinlichkeit, dass sich erhöhte Narben bilden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ihr bei der Narbenpflege Ausdauer beweist: Massiert mindestens zwei Mal täglich das Produkt in das vernarbte Gewebe sanft ein - und das über mehrere Wochen. Nur dann stellt sich auch der erhoffte Erfolg ein.


Außerdem gilt: Je früher ihr mit der Narbenpflege beginnt, desto besser! Aber auch ältere und bereits verhärtete Narben profitieren noch von dieser Pflege - vor allem, wenn sie über Nacht einwirkt. Tragt das Gel oder die Creme am Abend dick auf und deckt die Stelle mit einem Verband ab. ​

Narben behandeln mit invasiven Methoden

Ultraschall, Laser oder sogar Operationen: Neben Cremes gibt es noch weitere, so genannte invasive Methoden, die das Erscheinungsbild von Narben stark verbessern können:

> Therapeutischer Ultraschall
... bringt die Wirkstoffe in Narbencremes in tiefere Hautschichten.

> Laser
... tragen überschüssige Zellen ab oder veröden das vernarbte Gewebe. Ein Experte muss entscheiden, welche Lasertechnik sich für den jeweiligen Narbentyp am besten eignet.

> Operationen
... können mit der richtigen Schnitttechnik wulstige Narben entfernen.

> Kortison-Unterspritzungen
... reduzieren an der Stelle das Bindegewebe und die Narbe wird flacher.

> Dermabrasion
... ist das Abschleifen von Narben durch ein Spezialverfahren.

> Kollagen und Hyaluronsäure
... können tieferliegende Narben wieder auffüllen. Diese Substanzen werden allerdings vom Körper wieder abgebaut. Wiederholte Behandlungen sind also notwendig.

> Flüssiger Stickstoff
... vereist nicht nur Warzen, sondern auch Narben, die anschließend abgetragen werden können. Diese Methode ist jedoch nur für kleinere Narben geeignet. Eine Neubildung des Makels ist jedoch nicht ausgeschlossen.Mit diesen Behandlungsmethoden lassen sich Narben zwar nicht wegzaubern, aber in ihrer Ausprägung doch wesentlich verbessern. Dennoch ist keines dieser Verfahren ohne Risiko. Behandlungen mit Laser sind u.a. auch mit erheblichen Kosten verbunden.

​Narbenpflege für ein gutes Körpergefühl


​Nicht wenige Betroffene scheuen jedoch weder Kosten noch Mühen, um eine Narbe loszuwerden. Verständlich: Die Zeiten, in denen ein 'Schmiss', also eine willentlich zugefügte Narbe, als persönliche Auszeichnung galt, sind vorbei. Für Frauen kam diese Art der Körperkunst sowieso nie in Frage.

Gut, dass es heute viele Methoden gibt, die den körperlichen Makel Narbe in ein kleines, unauffälliges Mal verwandeln können. Die richtige und konsequente Narbenpflege ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

von Ga-Young Park

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