Clarissa (30), Stadtangestellte
Ich bin
schüchtern. Wirklich krankhaft
schüchtern. Seit jeher. Schon in der Schule verbrachte ich die Pausen allein in der hintersten Ecke im Pausenhof. Wenn mich jemand ansprach hatte ich solche Angst, dass ich oft gar nicht antwortete. Seither habe ich an mir gearbeitet. Ich antworte jetzt - aber so leise, dass es niemand hört.
"Ich schlage die Männer in die Flucht"
Manche
Männer sollen das ja süß finden, schüchterne Frauen.... Ich glaube aber, dass es sie vor allem in die Flucht treibt. Wenn mir ein Mann gefällt, dann tue ich natürlich absolut nichts, um ihm das zu zeigen. Ich schweige und warte, dass es vergeht. Und meistens passiert dann auch nichts. Ganz einfach.
Kompliziert wird die Sache, wenn ich einem Mann gefalle: Er geht auf mich zu und ich fühle mich so unwohl in meiner Haut, verhalte mich so ungeschickt, dass er mich für ein Dummchen hält. Nur wenn ich ein bisschen getrunken habe schaffe ich es, mich etwas gehen zu lassen. Einmal habe ich sogar zugelassen, dass mich ein Mann küsst. Aber als er mir vorgeschlagen hat, zu ihm zu gehen, habe ich mich nicht getraut, ja zu sagen.
Das ist ein wahrer Teufelskreis. Ich weiß, dass mir eine sexuelle Erfahrung helfen würde, meine Schüchternheit zu überwinden. Aber um mit einem Mann zu schlafen, müsste ich schon ein bisschen weniger
schüchtern sein...
> Die Analyse der Psychologin